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Sündige Rache

Roman. Originaltitel: Judgment in Death (Death 11). 'Blanvalet Taschenbücher'. 'Eve Dallas, In Death'.
Taschenbuch
Die brutale Ermordung eines Polizisten in einem Nachtclub führt Eve Dallas in die gefährlichen Abgründe New Yorks. Was hat der Mann bei seinem Undercover-Einsatz herausgefunden, dass er sterben musste? Als ein weiterer Kollege tot aufgefunden wird, e … weiterlesen
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Sündige Rache als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Sündige Rache
Autor/en: J. D. Robb, Nora Roberts

ISBN: 3442363322
EAN: 9783442363322
Roman.
Originaltitel: Judgment in Death (Death 11).
'Blanvalet Taschenbücher'. 'Eve Dallas, In Death'.
Übersetzt von Uta Hege
Blanvalet Taschenbuchverl

14. August 2006 - kartoniert - 576 Seiten

Beschreibung

Nora Roberts schreibt als J. D. Robb!

Die brutale Ermordung eines Polizisten in einem Nachtclub führt Eve Dallas in die gefährlichen Abgründe New Yorks. Was hat der Mann bei seinem Undercover-Einsatz herausgefunden, dass er sterben musste? Als ein weiterer Kollege tot aufgefunden wird, entdeckt Eve eine Spur, die zu dem König der Unterwelt, Max Ricker, führt. Ricker schreckt vor nichts zurück, doch ist er größenwahnsinnig genug, es mit der gesamten Polizei New Yorks aufzunehmen? Eve vermutet einen ganz anderen Drahtzieher hinter den Morden, der jetzt anscheinend sie selbst ins Visier genommen hat. Oder gilt seine eiskalte Blutspur einem anderen - ihrem Ehemann Roarke, dem der Nachtclub gehört?


Portrait

J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.


Leseprobe

1
Sie stand im Purgatorium und betrachtete den Tod. Das vergossene Blut, die hervorquellenden Ged'e, die ein Zeichen waren f'r die grausam wilde Schadenfreude, mit der er 'ber einen Menschen hereingebrochen war. Mit dem J'orn eines Kindes, voller Hitze, blinder Leidenschaft und gleichg'ltiger Brutalit'
Mord war kaum jemals ein sauberes Gesch'. Egal, ob der T'r planvoll vorgegangen war oder wild und impulsiv. Er hinterlie'jedes Mal Unordnung und Dreck, den zu beseitigen die Aufgabe von anderen war.
Ihre Aufgabe war es, den Tr'mmerhaufen zu besteigen, die Einzelteile aufzuheben, sorgf'ig zu pr'fen, wie sie zueinander passten, und ein Bild des Lebens zusammenzusetzen, das gestohlen worden war. Weil sich nur auf diesem Weg ein Bild des M'rders finden lie'
Jetzt, in den fr'hen Morgenstunden eines Fr'hlingstags im Jahr 2059, knirschte unter ihren Stiefeln ein Meer aus gesplittertem Glas. Ihre k'hlen, braunen Augen nahmen die geborstenen Spiegel, die zerbrochenen Flaschen, das gesplitterte Holz, die eingeschlagenen Wandbildschirme und die verkratzten, verbogenen Trennw'e zwischen den Tischen wahr. Das kostbare Leder und die teuren Stoffe, mit denen die Barhocker und die bequemen St'hle bezogen gewesen waren, hingen in bunten Fetzen auf den Boden herab.
Was einmal ein luxuri'ses Striplokal gewesen war, war nur noch ein wirres Durcheinander teuren M'lls.
Was einmal ein Mensch gewesen war, lag als Opfer hinter der breiten, geschwungenen Bar in seinem eigenen Blut.
Lieutenant Eve Dallas ging neben ihm in die Hocke. Sie war Polizistin, und deswegen geh'rte er jetzt ihr.
'M'lich. Schwarz. Ende drei'g. Massive Traumata an Kopf und K'rper. Mehrfache Knochenbr'che.' Sie nahm ein Thermometer aus dem Untersuchungsbeutel und ma'die K'rpertemperatur des Toten sowie die Temperatur im Raum. 'Sieht aus, als h'e ihn schon der Sch'lbruch das Leben gekostet, aber das hat dem T'r offensichtlich nicht gen'gt.'
'Er hat regelrechtes Kleinholz aus dem armen Ker
l gemacht.'
Eve quittierte diesen Einwurf ihrer Assistentin mit einem leisen Knurren. Sie schaute auf die 'erreste eines gut gebauten Mannes in den besten Jahren, der einen guten Meter f'nfundachtzig gro' um die hundert Kilo schwer und anscheinend ziemlich durchtrainiert gewesen war.
'Was sehen Sie, Peabody?'
Automatisch wechselte der Officer das Standbein, blickte nachdenklich auf das Tohuwabohu und erkl'e: 'Das Opfer ' nun, es hat den Anschein, als w' das Opfer von hinten angegriffen worden. Wenn er nicht bereits beim ersten Schlag umgefallen ist, war er zumindest bet't. Dann hat der Killer weiter auf ihn eingedroschen, unkontrolliert. Dem verspritzten Blut und der Hirnmasse zufolge wurde er zun'st mit Schl'n auf den Kopf traktiert. Dann, w'end er vermutlich ohnm'tig am Boden lag, weiter maltr'ert. Ein paar von den Verletzungen wurden ihm auf jeden Fall nach Eintreten des Todes zugef'gt. Wahrscheinlich ist der Metallschl'r, der auf dem Boden liegt, die Mordwaffe gewesen. Der T'r muss sehr stark gewesen sein und stand m'glicherweise unter Drogen. Leute, die zum Beispiel Zeus genommen haben, neigen zu Gewaltexzessen, wie hier anscheinend einer stattgefunden hat.'
'Ungef'er Todeszeitpunkt war vier Uhr', erkl'e Eve, wandte den Kopf und musterte ihre Assistentin.
Wie 'blich war Peabodys Uniform frisch gest't und ordentlich geb'gelt, und ihre Kopfbedeckung sa'genau im rechten Winkel auf ihrem dunklen Haar. Sie hat gute Augen, dachte Eve, und obwohl sie angesichts der Szene, die sich ihnen nach Betreten des Lokals geboten hatte, etwas bleich geworden war, hielt sie tapfer durch.
'Motiv?'
'Sieht wie ein Raubmord aus.'
'Warum?'
'Die Kasse wurde aufgebrochen, und es ist nichts mehr drin.'
'Mmm-hmm. Wahrscheinlich wird an einem schicken Ort wie diesem 'berwiegend mit Kreditkarte bezahlt, aber ein bisschen Bargeld war bestimmt im Haus.'
'Zeus-S'chtige begehen schon f'r ein paar M'nzen einen Mord.'
'Das ist nat'rlich richtig. Abe
r was hat unser Opfer in einem Privatclub allein mit einem S'chtigen gemacht? Weshalb h'e er jemanden, der auf Zeus ist, hinter die Theke lassen sollen? Und '' Sie hob mit ihren versiegelten Fingern eine kleine Silberm'nze auf, die in der Blutlache neben dem Toten schwamm, 'weshalb h'e ein S'chtiger das hier liegen lassen sollen? Rund um das Opfer sind eine ganze Reihe M'nzen auf dem Fu'oden verstreut.'
'Vielleicht hat er sie fallen gelassen.' Gleichzeitig jedoch kam Peabody auf den Gedanken, dass sie irgendetwas 'bersah.
'Vielleicht.'
Nacheinander hob Eve drei'g M'nzen von der Erde auf, gab sie in eine T'te und dr'ckte diese ihrer Assistentin in die Hand. Dann griff sie nach dem Schl'r. Blut und Hirnmasse besudelten das zirka sechzig Zentimeter lange, solide gearbeitete St'ck.
Dies war kein Spielzeug, dachte sie. Dies war als Waffe gedacht.
'Das Ding ist aus gutem, solide verarbeitetem Metall. So etwas liegt garantiert nicht irgendwo herum, wo ein S'chtiger es findet. Wahrscheinlich hat es st'ig hier gelegen, und zwar hinter der Bar. Das hat der T'r offenbar gewusst. Wahrscheinlich hat unser Opfer seinen M'rder gekannt. Eventuell haben sie noch etwas zusammen getrunken, nachdem der Laden bereits offiziell geschlossen war.'
Sie kniff die Augen zusammen und stellte sich die Szene vor. 'Vielleicht haben sie Streit miteinander bekommen, und dieser Streit ist eskaliert. Vielleicht aber war unser Killer auch schon w'tend, als er hier erschien. Er wusste, wo der Schl'r lag. Kam hinter die Bar. Das hatte er auch vorher schon ab und zu gemacht, weshalb sich unser Freund hier nichts Schlimmes dabei denkt. Er ist v'llig sorglos, er kehrt seinem M'rder den R'cken zu ''
Sie nahm selbst die Position ein, die das Opfer seiner Lage und den Blutspritzern zufolge innegehabt zu haben schien. 'Beim ersten Schlag kracht er mit dem Gesicht gegen den Spiegel an der Wand. Sehen Sie sich die Schnittwunden in seiner Stirn und seinen Wangen an. Sie stammen eindeut
ig nicht von umherfliegenden Splittern. Daf'r sind sie viel zu lang und viel zu tief. Er schafft es, sich noch mal umzudrehen, und deshalb trifft der Killer ihn beim zweiten Mal von vorn. Die Wucht des Schlags schleudert ihn wieder herum, er klammert sich an die Regale, rei' sie mit sich herunter, und die Flaschen krachen auf den Boden. In diesem Moment trifft ihn der dritte Schlag, der seinen Sch'l platzen l't wie die Schale von einem Ei.'
Sie ging abermals in die Hocke, setzte sich auf die Fersen und fuhr mit ihren 'erlegungen fort. 'Danach drischt der Killer wie ein Wahnsinniger weiter auf ihn ein und verw'stet anschlie'nd das Lokal. Entweder aus Wut oder weil er Spuren verwischen will. Aber er war selbstbeherrscht genug, um dann noch mal hierher zur'ckzukommen, sein Werk zu betrachten und den Schl'r dort fallen zu lassen, wo alles begonnen hat.'
'Er wollte, dass es aussah wie ein Raub? Er wollte, dass wir denken, dass irgendein Junkie im Vollrausch auf das Opfer eingedroschen hat?'
'Nur kann es, falls unser Opfer kein totaler Idiot gewesen ist, unm'glich so gewesen sein. Haben Sie die Leiche und den Tatort schon gefilmt?'
'Ja, Madam.'
'Dann drehen wir den Toten jetzt mal um.'
Als Eve den Leichnam wendete, klirrten die gebrochenen Knochen wie zerbrochenes Geschirr. 'O verdammt. Gott verdammt.'
Sie zog einen verschmierten Dienstausweis aus der Pf'tze halb trockenen Bluts, wischte ihn mit ihrem Daumen ab und erkl'e tonlos: 'Er war einer von uns.'
'Er war Polizist?' Peabody trat einen Schritt nach vorn, und pl'tzlich senkte sich vollkommene Stille 'ber den zuvor mit leisem Murmeln angef'llten Raum. Die Leute von der Spurensicherung, die den Bereich hinter der Theke untersuchten, hielten in der Arbeit inne.
Ein halbes Dutzend Gesichter wandte sich den beiden Frauen zu.
'Detective Taj Kohli.' Grimmig stand Eve auf und wiederholte: 'Er war einer von uns.'


Peabody ging durch den verw'steten Raum zu Eve, die zusah, wi
e der Leichnam von Detective Kohli f'r den Transport ins Leichenschauhaus in einen schwarzen Beutel umgebettet wurde. 'Ich habe ein paar erste Informationen eingeholt, Dallas. Er war auf dem hundertachtundzwanzigsten Revier und dort bei der Drogenfahndung eingesetzt. War seit acht Jahren dabei. Kam vom Milit' Siebenunddrei'g Jahre. Verheiratet. Zwei Kinder.'
'Irgendwelche Auff'igkeiten in Zusammenhang mit seiner Arbeit?'
'Nein, Madam. Seine Akte ist v'llig sauber.'
'Lassen Sie uns rausfinden, ob er undercover hier war oder ob dies nur ein normaler Nebenjob f'r ihn gewesen ist. Elliott? Ich will die Disketten aus s'lichen 'erwachungskameras.'
'Es gibt keine', erkl'e der Mann von der Spurensicherung ihr aufgebracht. 'Sie sind alle weg. Es gibt jede Menge Kameras in diesem Haus, aber dieser Hurensohn hat keine 'bersehen. Wir haben also nicht das Geringste in der Hand.'
'Hat seine Spuren gut verwischt.' Eve stemmte die H'e in die H'ften und drehte sich einmal um sich selbst. Das Lokal erstreckte sich 'ber drei Etagen. Ganz unten gab es eine B'hne, und die gr''re der beiden Tanzfl'en in den beiden oberen Geschossen wurde von einer Reihe von Separees ges't. F'r eine vollst'ige 'erwachung w'rden also mindestens ein Dutzend Kameras gebraucht.
'Er hat das Lokal gekannt', schloss sie aus der Information, dass keine dieser Kameras von dem T'r 'bersehen worden war. 'Oder er ist ein Sicherheitsexperte. Tarnung', murmelte sie nachdenklich. 'All die Zerst'rung dient lediglich der Tarnung. Er wusste, was er tat. Er war total beherrscht. Peabody, finden Sie heraus, wem das Lokal geh'rt und wer es leitet. Ich will die Namen aller Leute, die hier besch'igt sind. Ich will wissen, was das Purgatorium f'r ein Laden ist.'
'Lieutenant?' Einer der M'er von der Spurensicherung bahnte sich mit gequ'er Miene einen Weg durch die Verw'stung und trat auf die beiden Frauen zu. 'Drau'n steht ein Mann.'
'Drau'n stehen jede Menge Leute. Sorgen Sie daf'r, dass sie auch
weiter drau'n bleiben.'
'Zu Befehl, Madam, aber dieser Mann besteht darauf, mit Ihnen zu sprechen. Er sagt, dass ihm das Lokal geh'rt und, '''
'Und, ' was?'
'Und, dass Sie seine Frau sind.'
'Roarke Entertainment', las in dieser Sekunde Peabody vom Bildschirm ihres Handcomputers ab und fragte mit einem vorsichtigen L'eln: 'Raten Sie mal, wem das Purgatorium geh'rt?'
'Ich h'e es mir denken sollen.' Resigniert marschierte Eve in Richtung T'r.


Er sah noch genauso aus wie vor zwei Stunden, als sie zu Hause aufgebrochen war. Geschmeidig, prachtvoll, elegant. Der leichte Mantel, den er 'ber seinem dunklen Anzug trug, flatterte in der fr'hmorgendlichen Brise. Derselben Brise, die auch seine dichten, schwarzen Haare um das verrucht poetische Gesicht mit den markanten Wangenknochen wehen lie' Durch die dunkle Sonnenbrille, die er trug, wurde die maskuline Eleganz, die er verstr'mte, tats'lich noch verst't.
Dann aber nahm er die Brille ab und betrachtete seine Frau, als sie zu ihm auf die Stra' trat, mit hochgezogenen Brauen aus leuchtend blauen Augen.
'Guten Morgen, Lieutenant.'
'Ich hatte schon ein ungutes Gef'hl, als ich vorhin hier eintraf. Ich h'e mir denken sollen, dass als Eigent'mer eines solchen Ladens nur du in Frage kommst. Warum zum Teufel musst du so viel besitzen?'
'Mit dem Lokal habe ich mir einen Traum aus meiner Jugendzeit erf'llt.' Wie immer, wenn er in den irischen Akzent, mit dem er aufgewachsen war, zur'ckfiel, klang seine Stimme wie Musik. Er sp'e an ihr vorbei auf das Polizeisiegel, das am Eingang seines Etablissements befestigt worden war. 'Sieht aus, als h'e man uns beiden Ungelegenheiten gemacht.'
'Musstest du dem Typen von der Spurensicherung unbedingt erkl'n, dass ich deine Frau bin?'
'Du bist doch meine Frau', erkl'e er ihr vergn'gt, 'was mich jeden Tag aufs Neue freut.' Er griff nach ihrer Hand und strich mit seinem Daumen 'ber ihren Ehering, bevor es ihr gelang, sich ihm wieder zu entziehe
n.
'R'hr mich nicht an', zischte sie, und er sah sie l'elnd an.
'Vor ein paar Stunden hast du noch etwas v'llig anderes gesagt. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ''
'Halt die Klappe, Roarke.' Obwohl keiner der Kollegen in der N' war, sah sie sich 'stlich um. 'Wir ermitteln hier in einem Mordfall.'
'Das wurde mir bereits verraten.'
'Und von wem?'
'Vom Leiter der Putzkolonne, der die Leiche gefunden hat. Er hat erst die Polizei verst'igt', kl'e er seine Gattin auf. 'Aber es ist ja wohl normal, dass er mich ebenfalls angerufen hat. Was ist passiert?'
Es w' sinnlos, sich dar'ber aufzuregen, dass sich ihrer beider Arbeitsfelder wieder einmal 'berschnitten. Also tr'stete sie sich damit, dass er ihr zumindest bei all dem Papierkram w'rde helfen k'nnen, der mit einem solchen Fall verbunden war.
'War ein Theker namens Kohli in dem Laden besch'igt? Taj Kohli?'
'Ich habe keine Ahnung. Aber ich finde es gern f'r dich heraus.' Er zog einen schlanken Handcomputer aus der Brusttasche seines Jacketts und gab die Anfrage dort ein. 'Ist er tot?'
'So tot, wie man nur sein kann.'
'Ja, er war bei mir angestellt', best'gte Roarke, und seine Stimme bekam einen n'chternen, kalten Klang. 'Seit drei Monaten. Als Teilzeitkraft. Vier Abende pro Woche. Er hatte Familie.'
'Ja, ich wei'' Regelm'g rief es ein Gef'hl der R'hrung in ihr wach, dass er solche Dinge derart wichtig nahm. 'Er war Polizist', erkl'e sie, und er zog 'berrascht die Brauen hoch. 'Hast du das nicht gewusst?'
'Nein. Scheint, als w' die Gesch'sf'hrerin ein wenig nachl'ig gewesen. So etwas kommt nicht noch einmal vor. Darf ich das Haus betreten?'
'Ja, gleich. Wie lange geh'rt dir dieser Laden schon?'
'Ungef' vier Jahre.'
'Und wie viele Leute sind dort als Voll- oder Teilzeitkr'e angestellt?'
'Ich werde alle deine Fragen beantworten, Lieutenant.' Ver'ert legte er die Hand auf den Griff der T'r. 'Aber erst mal w'rde ich mich gerne drinnen umsehen.'

Er ging hinein, sah sich in dem Durcheinander um und blickte auf den dicken, schwarzen Sack, den man auf eine schmale Bahre lud.
'Wie wurde er umgebracht?'
'Gr'ndlich', antwortete Eve und seufzte, als Roarke sie auffordernd ansah, leise auf. 'Es war ziemlich h'lich, okay? Jemand hat mit einem Metallkn'ppel Brei aus ihm gemacht.' Sie merkte, dass Roarke zu den Blutspritzern auf dem Glas hinter dem Tresen sah. Sie wirkten wie ein abstraktes Gem'e. 'Nach den ersten Schl'n hat er bestimmt nichts mehr gesp'rt.'
'Hat man dich jemals mit einem Metallschl'r verdroschen? Mich schon', erkl'e er, ohne abzuwarten, ob sie ihm eine Antwort gab. 'Das ist alles andere als angenehm. Tja, ein Raub'berfall war das sicher nicht.'
'Warum?'
'Hier in diesem Laden gab es jede Menge teurer Alkoholika. Weshalb also h'e jemand, der Beute machen wollte, die Flaschen zerbrechen sollen, statt sie einzusacken und sie zu verkaufen? Wenn man ein Lokal wie das hier 'berf't, dann bestimmt nicht wegen der paar Kr'ten, die es m'glicherweise abzustauben gibt. Ein R'er h'e es bestimmt nicht auf das bisschen Kohle, sondern auf das Inventar und vielleicht auf ein paar technische Ger' abgesehen.'
'Spricht da etwa die Stimme der Erfahrung?', fragte Eve und entlockte ihm ein, wenn auch schmales, Grinsen.
'Nat'rlich. Und zwar meine Erfahrung als Eigent'mer und gesetzestreuer B'rger.'
'Genau.'
'Was ist mit den Disketten aus den 'erwachungskameras?'
'Weg. Er hat sie alle mitgenommen.'
'Woraus folgt, dass er sich vorher schon mal gr'ndlich umgesehen hat.'
'Wie viele Kameras sind insgesamt in dem Laden installiert?'
Erneut zog Roarke seinen kleinen Computer aus der Tasche und gab die Frage ein. 'Achtzehn. Neun hier in der untersten Etage, sechs in der ersten und die anderen drei oben unterm Dach. Bevor du fragst: Geschlossen wird um drei, was hei', dass die Angestellten f'r gew'hnlich sp'stens halb vier gegangen sind. Die letzte Show endet um zwei. Die Musiker un
d Entertainer ''
'Stripper ''
'Meinetwegen', erwiderte er milde. 'Sie h'ren um dieselbe Zeit mit ihrer Arbeit auf. S'liche Namen und Arbeitszeiten liegen innerhalb der n'sten Stunde auf dem Schreibtisch in deinem B'ro.'
'Danke. Warum Purgatorium?'
'Der Name?' Der Hauch eines L'elns huschte 'ber sein Gesicht. 'Er hat mir gefallen. Das Purgatorium ist ein Ort der S'hne, vielleicht der Rehabilitation. Ein bisschen wie ein Gef'nis. Ich habe ihn immer als die letzte M'glichkeit zum Mensch-Sein angesehen', antwortete er. 'Bevor man entweder Fl'gel und einen Heiligenschein verpasst bekommt ' oder im ewigen Feuer der Verdammnis schmort.'
'Was w' dir lieber?' Sie sah ihn leicht l'elnd an. 'Die Fl'gel oder das Feuer?'
'Wei' du, genau das ist die gro' Frage. Ich bin am liebsten Mensch.' Als die Bahre an ihnen vorbeigetragen wurde, strich er mit einer Hand 'ber ihr kurzes braunes Haar. 'Das hier tut mir Leid.'
'Mir auch. Gibt es einen Grund, aus dem ein Detective der New Yorker Polizei undercover im Purgatorium h'e ermitteln k'nnen?'
'Keine Ahnung. Es w' nat'rlich m'glich, dass ein paar von unseren G'en irgendwelche Dinge tun, die der Polizei nicht unbedingt gefallen, aber mir ist nichts davon bekannt. Vielleicht wechseln in den Separees manchmal ein paar Drogen den Besitzer, aber gr''re Gesch'e finden hier nicht statt. Davon h'e ich geh'rt. Und nur diejenigen von unseren Stripperinnen, die eine Lizenz daf'r besitzen, lassen sich n'r mit den G'en ein. Minderj'ige kommen weder als G'e noch als Angestellte hier herein. Selbst wenn du das eventuell nicht glaubst, habe ich gewisse Standards, und von denen weiche ich nicht ab.'
'Niemand macht dir irgendwelche Vorhaltungen, Roarke. Ich brauche lediglich eine Vorstellung davon, was hier in diesem Laden l't.'
'Es nervt dich, dass ich in die Sache involviert bin.'
Sie wartete einen Moment. Und als die T'r ge'ffnet wurde, um die Bahre mit dem toten Kohli aus dem Haus tragen zu k'nnen, drangen d
ie Ger'che des anbrechenden Tages zu ihnen ins Lokal.
Der Verkehr nahm bereits merklich zu. Autos verstopften die Stra'n, Flugzeuge den Himmel, und sie h'rte, wie ein neugieriger Schwebegrillbetreiber von den Bahrentr'rn wissen wollte: 'Wer zum Teufel ist das?'
'Okay, es nervt mich, dass du in die Sache involviert bist. Aber ich werde mich damit arrangieren. Wann warst du zuletzt hier?'
'Vor zig Monaten. Der Laden lief gut, weshalb ich mich nicht pers'nlich darum k'mmern musste.'
'Wer ist der Gesch'sf'hrer?'
'Rue MacLean. Ich drucke dir gerne ihre Daten aus.'
'Und zwar so schnell wie m'glich. Willst du dir den Laden jetzt genauer ansehen?'
'Das macht keinen gro'n Sinn, denn schlie'ich wei'ich kaum noch, wie er ausgesehen hat. Aber wenn ich meine Erinnerung aufgefrischt habe, lasst ihr mich hoffentlich noch mal herein.'
'Ich werde eine diesbez'gliche Anweisung erteilen. Ja, Peabody?', fragte sie, als ihre Assistentin z'gernd n'r kam.
'Entschuldigung, Madam, aber ich dachte, Sie wollten sicher wissen, dass ich die Vorgesetzte des Opfers erreicht habe. Sie schicken ein Mitglied seiner Einheit und einen psychologischen Beistand zu seinen n'sten Verwandten.


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"Schnell, präzise, ungeheuer spannend und dabei überraschend humorvoll - Robb's Meisterstück!" Publishers Weekly

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