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Reise durch Italien im Jahre 1740

Hrsg. v. d. Dtsch. -Italien. Vereinigung Frankfurt a. M. Originaltitel: Viaggio per l' Italia. 'dtv…
Taschenbuch
Der andere Goethe: Knapp ein halbes Jahrhundert vor der "Italienischen Reise" seines berühmten Sohnes Johann Wolfgang trat der 30jährige und eben zum Doktor der Rechte promovierte Johann Caspar Goethe seine Kavalierstour nach Italien an.
Taschenbuch

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Reise durch Italien im Jahre 1740 als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Reise durch Italien im Jahre 1740
Autor/en: Johann C. Goethe

ISBN: 3423126809
EAN: 9783423126809
Hrsg. v. d. Dtsch. -Italien. Vereinigung Frankfurt a. M.
Originaltitel: Viaggio per l' Italia.
'dtv Taschenbücher'. 'dtv Literatur'.
4. A.
Illustriert von Elmar Hillebrand
Herausgegeben von Elmar Hillebrand, Deutsch-Italienische Vereinigu
Übersetzt von Albert Meier
DTV

1. Mai 1999 - kartoniert - 642 Seiten

Beschreibung

Das Reisebuch von Goethes Vater
Der andere Goethe: Knapp ein halbes Jahrhundert vor der "Italienischen Reise" seines berühmten Sohnes Johann Wolfgang trat der 30jährige und eben zum Doktor der Rechte promovierte Johann Caspar Goethe seine Kavalierstour nach Italien an.

Seine Eindrücke, die er in italienischer Sprache niederschrieb, dokumentieren das Lebensgefühl eines überzeugten Protestanten, selbstbewußten Bürgers und bildungshungrigen Kunstbetrachters. Der Band ist mit einem umfangreichen Anhang ausgestattet, der den Zugang zu dieser literarhistorischen Fundgrube erleichtert.

Portrait

Johann Caspar Goethe, Vater von Johann Wolfgang von Goethe, wurde 1710 in Frankfurt am Main geboren und starb dort 1782. Er hatte Rechte studiert, ausgedehnte Reisen unternommen und lebte, zum Kaiserl. Rat ernannt, als finanziell unabhängiger Privatmann in Frankfurt am Main.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 30.07.1999

Ein Kladdengespenst
Der Vater unterwegs: Die Italien-Reise Johann Caspar Goethes

Im ersten Brief, den Goethe am 1. November 1786 unmittelbar nach seiner Ankunft in Rom an seine Freunde in Weimar schrieb, berichtete er, daß ihn gleich nach Betreten der Stadt ein merkwürdiges Gefühl befallen habe: Es kam ihm vor, als sei er bereits in der Stadt gewesen, in die er jetzt doch zum ersten Mal den Fuß setzte. Sobald er die Porta del Popolo passiert hatte, erkannte er die Plätze und Gebäude wieder, als hätte er sie schon in einer fernen Vergangenheit gesehen und danach unzählige Male wieder geträumt. "Alle Träume meiner Jugend seh ich nun lebendig, die ersten Kupferbilder, deren ich mich erinnere (mein Vater hatte die Prospekte von Rom auf einem Vorsaale aufgehängt) seh ich nun in Wahrheit . . . wohin ich gehe find ich eine Bekanntschaft in einer neuen Welt, es ist alles wie ich mir's dachte und alles neu."

Viele Jahre später erinnerte sich der Dichter im ersten Buch seiner Autobiographie "Dichtung und Wahrheit", das der frühen Kindheit in Frankfurt gewidmet ist: "Innerhalb des Hauses zog meinen Blick am meisten eine Reihe römischer Prospekte auf sich . . . Hier sah ich täglich die Piazza del Popolo, das Coliseo, den Petersplatz, die Peterskirche von außen und innen, die Engelsburg und so manches andere." Die heiße Liebe zu jener Stadt habe den Vater sogar seine gewohnte Einsilbigkeit zuweilen vergessen lassen, wenn er die Stadtansichten mit seinen persönlichen Erinnerungen kommentierte. Goethes Vater war vor vielen Jahren in Rom gewesen und verwendete nun einen großen Teil seiner Zeit "auf seine italienisch verfaßte Reisebeschreibung, deren Abschrift und Redaktion er eigenhändig, heftweise, langsam und genau ausfertigte".

Die Niederschrift seiner "Italienischen Reise" beschäftigte Johann Caspar Goethe über viele Jahre. Dennoch ist auszuschließen, daß er sie für eine Veröffentlichung bestimmt hatte. Er beabsichtigte bestenfalls, das umfangreiche Quartband-Manuskript den einen oder anderen Freund lesen zu lassen, einen Kenner der damals in Frankfurt häufig unterrichteten italienischen Sprache, wie er es war, jemanden, den es vielleicht auch danach gelüstete, eine Reise nach Italien zu unternehmen, wie sie ihm selbst so viel Freude bereitet hatte. Nach seinem Tod im Jahre 1782 blieb das Manuskript in seiner Bibliothek in Frankfurt, von der es später in die seines Sohnes nach Weimar gelangte. Zweifelhaft ist, ob Goethe es je gelesen hat. Fest steht dagegen, daß die Initiative zu einer Veröffentlichung des Manuskripts erst im zwanzigsten Jahrhundert ergriffen wurde. Der Italiener Arturo Farinelli gab es in den Jahren 1932/33 in zwei schweren Quartbänden heraus.

Diese erste italienische Ausgabe kam dem italienischen Philosophen Benedetto Croce zu Gesicht, einem der hervorragendsten Gelehrten Italiens in jenen Jahren, der sich bereits in zahlreichen Aufsätzen mit Goethe befaßt hatte. Im Jahre 1937 veröffentlichte er einen Artikel über Domenico Giovinazzi, den sympathischen ehemaligen Dominikaner aus Apulien, der nach Frankfurt geflohen war und hier den jungen Goethe Italienisch gelehrt hatte. Da Giovinazzi über Jahre Johann Caspar Goethe half, seine "Italienische Reise" in der Landessprache abzufassen, wies Croce bei der Gelegenheit auch auf dieses Werk hin. Seine Äußerungen darüber sollen den deutschen Lesern nicht länger vorenthalten werden, denn sie sind sehr bedeutsam. Über die italienische Ausgabe von Johann Caspar Goethes Reisebericht schrieb Croce: "Ich komme nicht umhin zu bemerken, daß es mir, ehrlich gesagt, keine besonders freundliche Idee zu sein scheint, Goethe anläßlich seines einhundertsten Todestages in Italien zu ehren, indem man die Italiener mit Hilfe eines eigens dazu herangezogenen Belegs darüber in Kenntnis setzt, daß sein Vater ein armer Mensch war, und schallendes Gelächter über seine gravitätische Figur provoziert, indem man veröffentlicht, was er so mühsam zu Papier gebracht hat. Die mit nichtssagenden Nachrichten gefüllte dicke Kladde und den beigefügten urkomischen Liebesbriefwechsel mit einer schönen Italienerin hätte man nach gesundem Menschenverstand besser ruhen lassen sollen, wo sie seit ungefähr zweihundert Jahren ungestört ruhten: Nicht einmal in Deutschland, unter den fanatischsten Goethe-Verehrern und abergläubischsten Sammlern jeder Nichtigkeit, die direkt oder indirekt mit dem großen Dichter zu tun hat, ist man je auf die Idee gekommen, sie zu veröffentlichen."

Auf diesen Aufsatz machte schon im gleichen Jahr der bekannte deutsche Romanist und enge Freund Croces, Karl Voßler, aufmerksam, ohne jedoch auch nur anspielungsweise dessen harsche Worte über die "Italienische Reise" von Goethes Vater zu erwähnen. Im Jahre 1949 erschien der Aufsatz zusammen mit anderen Goethe-Studien Croces auch in deutscher Sprache. Dennoch hatte die von Voßler initiierte Vogel-Strauß-Taktik Erfolg: In Deutschland ignorierte man auch weiterhin das gewichtige Urteil des italienischen Philosophen. 1972 erschien erstmals eine deutsche Teilübersetzung des Reiseberichts, 1986 veröffentlichte Albert Meier eine vollständige Übersetzung des Textes, die beim Publikum großen Anklang fand. Meier zitiert Croces Aufsatz nicht, weder auf deutsch noch auf italienisch, und bemüht sich auch nicht, Croces niederschmetterndes Urteil zu widerlegen. Croce hatte vor den schwerwiegenden Mängeln der italienischen Ausgabe gewarnt und diese als völlig unzuverlässig bezeichnet. Wenigstens in diesem Punkt ist Meier nichts vorzuwerfen, denn er übersetzte nach dem Originalmanuskript und nicht nach der Ausgabe von Farinelli, deren Unvollständigkeit und Mängel er selbst hervorhebt.

Der zweihundertfünfzigste Jahrestag von Johann Wolfgang Goethes Geburt hat die Aufmerksamkeit natürlich auch wieder auf die Aufzeichnungen seines Vaters gelenkt, deren deutsche Übersetzung heute schon die vierte Auflage erlebt. Die Auseinandersetzung mit Croces schon vor mehr als sechzig Jahren formuliertem Urteil läßt sich also nicht länger hinausschieben. Ein ehrlicher Rezensent, der den Text von Johann Caspar Goethes "Reise" gründlich gelesen hat, wird nicht umhinkommen, sich Croce bedingungslos anzuschließen. Er kann sich nur über die Anziehungskraft des Namens Goethe wundern, der in Deutschland schon ohne weiteres Zutun einem der nutzlosesten und langweiligsten Bücher, die je geschrieben wurden, so viele Leser garantiert!

Der Herausgeber und Übersetzer bemüht sich verständlicherweise darum, den Text aufzuwerten, doch wer sich nicht vom Namen seines großen Sohnes blenden läßt, wird sich schwerlich von solchen Bemühungen überzeugen lassen. Wenig überzeugend ist zum Beispiel auch der Versuch, den guten alten, eher der Vergangenheit zugewandten Frankfurter Pedanten den Aufklärern zuzuordnen. Seine häufigen antikatholischen Tiraden entspringen vielmehr seinem aufrechten protestantischen Glauben und haben nichts mit den ganz anders motivierten Ausfällen eines Voltaire oder Montesquieu zu tun, wenngleich einige Werke von diesen in seiner Bibliothek standen.

Ebensowenig kann der von Johann Caspar an den Tag gelegte epigraphische Eifer überzeugen, und dies schon aus dem einfachen Grund, weil die in die "Reise" eingefügten Inschriften oft wortwörtlich anderen Kompilationen, wie zum Beispiel denen von Keyßler und Nemeitz, entnommen sind. Pietätvoll schreibt sein Sohn in "Dichtung und Wahrheit", daß der Vater die Werke dieser beiden deutschen Reisenden besessen und sich selbst ein Vergnügen daraus gemacht habe, "den Keyßler und Nemeitz zu berichtigen und zu ergänzen". Aber nach dem Text der "Reise" zu urteilen, den sein Sohn vermutlich ja nicht kannte, ist diese Behauptung nicht haltbar. Johann Caspar gesteht dies mit intellektueller Ehrlichkeit sogar selbst ein, denn jedesmal, wenn er die beiden Reisenden zitiert, folgt er ihnen und erhebt keinen Anspruch, sie korrigieren zu wollen.

Zu erörtern bleibt noch die Frage der, wie Croce eher nachsichtig formulierte, "urkomischen" Liebesbriefe. Sie sollen nach Meier "sowohl von der Liebesphilosophie des 16. Jahrhunderts als auch von der empfindsamen Literatur des 18. Jahrhunderts (die ihren mustergültigen Ausdruck in Rousseaus ,Nouvelle Héloise' gefunden hat) bestimmt" sein. Möglicherweise stand Goethes Vater tatsächlich unter dem Einfluß solcher Ideen. Eine ganz andere Frage aber ist, ob die abgeschmackte Liebeskorrespondenz auch seinen Sohn beeinflußte, wie vor nicht allzu langer Zeit von zwei Amerikanern, dem Psychoanalytiker Kurt R. Eissler und dem Germanisten Henry H. H. Remak, mit gelinde gesagt sonderbaren Argumenten behauptet wurde. Eissler und Remak haben eine Beziehung psychologischer beziehungsweise literarischer Natur zwischen dem klischeehaften "Briefwechsel" des Vaters und dem in den Schlußteil der "Italienischen Reise" eingefügten feinen Meisterwerk, das als die "Novelle von der schönen Mailänderin" bekannt ist, herstellen wollen. Dergleichen Schlüsse gehen entschieden zu weit und sind selbst dem wohlwollendsten Leser nicht zuzumuten! Das gerechteste Urteil über die literarischen Verdienste von Johann Caspar Goethe hat im Grunde sein Sohn selbst ausgesprochen, als er in den "Zahmen Xenien" schrieb: "Vom Vater hab' ich die Statur. Des Lebens ernstes Führen. Von Mütterchen die Frohnatur und Lust zu fabulieren."

ROBERTO ZAPPERI.

Aus dem Italienischen übersetzt von Ingeborg Walter.

Johann Caspar Goethe: "Reise durch Italien im Jahre 1740". Aus dem Italienischen übersetzt und kommentiert von Albert Meier unter Mitarbeit von Heide Hollmer. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 4. Auflage 1999, 631 S., br.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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