Mal abgesehen von all den justiziablen Dingen, die in Unterleuten vor sich gehen und hoffentlich nicht repräsentativ sind, ist Juli Zeh ein vorzügliches Portrait eines fiktiven brandenburgischen Dorfes gelungen, das sich wirklich echt anfühlt und sehr in die Tiefe geht. Eine Karte des Dorfes und ein alphabetisches Verzeichnis aller Bewohner sind Teil des Buches. Das Dorf gerät in Aufruhr, als ein Plan konkret wird, Windräder zu bauen. Dadurch wird aus dem Portrait des Dorfes auch eine Handlung mit gesellschaftlich höchster Aktualität. Doch kommen auch Ereignisse, die ihren Ursprung weit in der Vergangenheit haben, in Unterleuten wieder an die Oberfläche.