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Der gestiefelte Kater als Taschenbuch
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Der gestiefelte Kater

Kindermärchen in drei Akten mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge. 'Reclam Universal-Bibliothek'.…
Taschenbuch
Tiecks Gestiefelter Kater ist als Schauspiel eines Schauspiels konzipiert, ist ein Balanceakt auf einem Grenzpunkt zwischen Tiefsinn und Unsinn, ein geistreich-witziges Spiel mit der Illusion, mit mehreren Spielebenen und Rollendimensionen. Es realis … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der gestiefelte Kater
Autor/en: Ludwig Tieck

ISBN: 3150089166
EAN: 9783150089163
Kindermärchen in drei Akten mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge.
'Reclam Universal-Bibliothek'.
Durchges. und erg. Ausg.
Herausgegeben von Helmut Kreuzer
Reclam Philipp Jun.

22. Januar 2001 - kartoniert - 87 Seiten

Beschreibung

Text in neuer Rechtschreibung

Portrait

Ludwig Tieck, 31. 5. 1773 Berlin - 28. 4. 1853 ebd.
T. stammte aus einem gebildeten protestantischen Handwerkerhaus. Nach dem Besuch des Friedrichswerderschen Gymnasiums in Berlin (1782-92) studierte er 1792-94 in Halle, Göttingen und Erlangen (hier mit W. Wackenroder) nominell Theologie, in Wirklichkeit Literatur, Altertumswissenschaft, Kunst und Philosophie. Im Herbst 1794 kehrte er nach Berlin zurück und lebte als freier Schriftsteller. Bei Aufenthalten in Jena kam es zu engen, freundschaftlichen Beziehungen zu den Frühromantikern um Novalis und die Brüder Schlegel. 1802 zog T. auf das Gut eines Freundes bei Ziebingen in der Nähe von Frankfurt a. d. O. Er unternahm zahlreiche Reisen (1805-06 Rom, 1808-10 München, 1813 Prag, 1817 London und Paris u. a.). 1819 siedelte er mit Familie und der Geliebten Henriette v. Finckenstein nach Dresden über (1825 Hofrat und Dramaturg des Hoftheaters) und nahm bald, auch durch die berühmten Leseabende, eine zentrale Stellung im Dresdener Kulturleben ein. 1842 berief ihn König Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin, wo er Musteraufführungen inszenieren sollte (bedeutend nur der Sommernachtstraum mit der Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy 1843). Die letzten Berliner Jahre waren eine Zeit zunehmender Vereinsamung, Resignation und Krankheit.

T.s schriftstellerisches Werk ist ebenso umfangreich wie vielseitig. Bereits als Gymnasiast verfasste er Dramen und Erzählungen und arbeitete erfolgreich an der Trivialliteraturproduktion seines Lehrers Friedrich Eberhard Rambach mit. Dann schrieb er regelmäßig Erzählungen für den Almanach Straußfedern des Aufklärers F. Nicolai, bis mit dem Briefroman William Lovell die erste bedeutende, die frühromantische Phase seines Schaffens einsetzte. Dabei zeigt er sich offen für die unterschiedlichsten Aspekte und Formen der romantischen Literatur: ironisch-satirische Märchenspiele und Literaturkomödien, abgründige und unheimliche, Momente des Schauerromans aufnehmende Erzählungen wie Der blonde Eckbert (in: Volksmährchen), Volksbuchbearbeitungen in einem scheinbar naiven Erzählton, Annäherungen an die nihilistische Seite der Romantik im William Lovell, Entwürfe des Konzepts einer romantischen Kunstreligion in den Beiträgen zu Wackenroders Herzensergießungen und in dem ersten Künstlerroman der Romantik, Franz Sternbalds Wanderungen, Versuche poetischer Gesamtkunstwerke im Sinn der progressiven Universalpoesie F. Schlegels (z. B. die an Shakespeare und das span. Theater anknüpfende Tragödie Leben und Tod der heiligen Genoveva, in: Romantische Dichtungen). Die romantische Mittelaltersehnsucht, die vielfach in der Stoffwahl sichtbar wird, fand ihren Ausdruck auch in einer Reihe von Ausgaben und Bearbeitungen altdeutscher Dichtungen. Darüber hinaus beschäftigte sich T. mit Shakespeare, übersetzte den Don Quijote und edierte die Werke zeitgenössischer Dichter wie Novalis, F. Müller oder H. v. Kleist. Eine Art Zusammenfassung seines frühen Werkes bietet die durch eine Rahmenerzählung verbundene Sammlung Phantasus. Seine 1821 einsetzende umfangreiche Novellenproduktion nimmt mit dem Unheimlichen und Wunderbaren Themen der romantischen Phase seines Werkes auf, doch geschieht dies nun dadurch, dass T. das Wunderbare in die sonst alltäglichen Umstände und Verhältnisse legt. Seine Zeit- und Gesellschaftsnovellen, oft in Gesprächsform gehalten, geben so ein Bild der biedermeierlichen Welt und registrieren vielfach auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der Zeit, ohne die Grenze zum Realismus zu überschreiten. Fern von romantischer Verklärung der Vergangenheit sind die großen historischen Novellen und Romane der Spätzeit wie Aufruhr in den Cevennen und Vittoria Accorombona, die die Spannweite von T.s Schaffen und zugleich sein Gespür für Zeitströmungen und moderne Themen zeigen.


In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 02.12.2003

Wer stört den gestiefelten Kater?
Anregung zum Nachspielen: Ein Bilderbuch über ein Märchen auf der Bühne

In Mörikes Roman "Maler Nolten" erzählt ein Theaterbesucher über Ludwig Tiecks Lustspiel "Die verkehrte Welt": "Der Spott hüpft wie aus einem Sieb ein Heer von Flöhen an allen Ecken und Enden hin und her - jeder reibt sich die Augen, klar zu sehen, jeder will dem Nachbar den Floh aus dem Ohre ziehen, und von der anderen Seite springen ihm sechse hinein - immer ärger! - ein Teufel hat alle Köpfe verdreht - es ist wie ein Traum auf dem Blocksberg . . ."

"Die verkehrte Welt" von 1798 und die ein Jahr zuvor erschienene Märchenkomödie "Der gestiefelte Kater" sind gesellschaftlich-politische Satiren und ironische Spiele mit den Konventionen des Theaters. In beiden Stücken ist die Szene das Theater selbst, die dramatis personae fallen aus ihren Rollen, der Vorhang öffnet sich zur Unzeit, Dichter, Souffleur und Mechanist treten aus ihrer Verborgenheit und mischen sich ins Spiel. Schauspieler agieren als Zuschauer, die lautstark das Bühnengeschehen kommentieren, Theaterkritik und Publikumsgeschmack karikieren und die Selbstpersiflage der realen Zuschauer provozieren. Die in Mörikes fiktiver Aufführung imaginierte vollkommene Verwirrung ist das Ziel der ironischen Brechungen, mit denen Tieck selbstreflexive Theaterkonzeptionen des 20. Jahrhunderts vorwegnimmt und an Radikalität übertrifft.

Der Berliner Kindermann Verlag hat seine Bilderbuchreihe mit Nacherzählungen klassischer Dramen durch Tiecks romantisch-modernen "Gestiefelten Kater" ergänzt. Dafür gebührt ihm ebenso wie dem Autor und der Illustratorin hohe Anerkennung. Bruno Blume und Jacky Gleich gehören zu den wenigen ihrer Profession, denen solch erstaunliches und schwieriges Unternehmen zuzutrauen ist. Bruno Blume ist es gelungen, Tiecks episodenreiches Stück - drei Akte und ein Epilog "vor dem Vorhang" - so zu raffen, daß die wichtigsten Elemente erhalten geblieben sind. Aufgeführt wird trotz Bühnenpannen und Störungen das Märchen vom gewitzten Kater, der seinem Herrn, einem armen Müllersohn, Ansehen, Reichtum und die Hand der Königstochter verschafft. Die beiden Handlungen auf der Bühne und im Publikum sind graphisch voneinander abgesetzt: Rot gedruckt ist das Bühnengeschehen, schwarz der Part der Zuschauer. Wörtliche Zitate aus dem Drama sind kursiv gesetzt.

Jacky Gleich markiert in ihren Bildern die Bühnenhandlung durch den rahmenden roten Vorhang. Häufig sind Bühne und Zuschauer-Akteure zugleich sichtbar. Die Bühnenfiguren sind malerisch angelegt, die Zuschauer als sparsam kolorierte Zeichnungen. Beider scharfe Konturen lassen vermuten, daß sie erst gezeichnet, dann ausgeschnitten und in die jeweilige Szene eingeklebt worden sind - ein heute im Bilderbuch beliebtes Verfahren. Hier überzeugt es besonders, da es die Figuren den Akteuren eines Papiertheaters annähert.

Auch die an Drähten aufgehängten Kulissenelemente Stern und Wolke, bei denen sich wohl mal ein Draht löst, betonen den Charakter des Selbstgebastelten. Die Bilderbuchbühne wirkt, als käme das Ganze aus der Werkstatt des ins Theater verliebten Kindes - eine unaufdringliche Anregung für die Betrachter, das Stück selbst auf einer improvisierten Miniaturbühne zu inszenieren. Dabei meidet Jacky Gleich die stilistische Assoziation an die biedermeierliche Papierbühne; sie bleibt ihrer dynamisch-expressiven, phantastisch-grotesken Handschrift treu. Künstlerische Souveränität und Kindlichkeit als Stilprinzip gehen eine ähnliche Synthese ein wie bei Tieck, der seinen Dichter am Ende sagen läßt: "Ich wollte nur den Versuch machen, Sie alle in die entfernten Empfindungen Ihrer Kinderzeit zurückzuversetzen . . . Kurz, Sie hätten wieder zu Kindern werden müssen."

GUNDEL MATTENKLOTT

Bruno Blume (Text), Jacky Gleich (Illustration): "Der gestiefelte Kater nach Ludwig Tieck". Kindermann Verlag, Berlin 2003. 48 S., geb., 15,50 [Euro]. Ab 5 J.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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