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Hilfe, ich bin eine emanzipierte Mutter als Taschenbuch
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Hilfe, ich bin eine emanzipierte Mutter

Ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter. 'Beck Reihe'. 'C. H. Beck Paperback'.
Taschenbuch
Jede "emanzipierte" Frau, die versucht gleichzeitig Mutter, Berufstätige, Ehefrau und auch ein sozialer Mensch zu sein, ist hoffnungslos überfordert. Das fühlen alle. Nur will es keine zugeben.

Schafft eine Frau nicht das volle Programm, steht sie unt … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Hilfe, ich bin eine emanzipierte Mutter
Autor/en: Maya Onken

ISBN: 3406541518
EAN: 9783406541513
Ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter.
'Beck Reihe'. 'C. H. Beck Paperback'.
Beck

1. September 2006 - kartoniert - 236 Seiten

Beschreibung

Jede "emanzipierte" Frau, die versucht gleichzeitig Mutter, Berufstätige, Ehefrau und auch ein sozialer Mensch zu sein, ist hoffnungslos überfordert. Das fühlen alle. Nur will es keine zugeben.

Schafft eine Frau nicht das volle Programm, steht sie unter Verdacht, erhebliche Defizite zu haben: ohne Kinder gilt sie als karrierebesessen; mit Kindern als Hausfrau als zurückgeblieben; mit Kindern und berufstätig ist sie eine Rabenmutter. Dieses Buch will in der Beschreibung des alltäglichen Wahnsinns das Tabu der perfekten Frau und Mutter brechen. Himmel und Hölle der Emanzipation aufzeigen. Denkanstöße geben. Zum Lachen bringen. Und eigene Lösungsperspektiven entwickeln und aufzeigen. Maya Onken, 37-jährig, verheiratet, zwei Kinder, berufstätig, Haus in der Vorstadt, schreibt ihrer Mutter von der Unmöglichkeit, Job und Muttersein unter einen Hut zu bringen. Julia Onken antwortet und versucht, die Tochter auf das aufmerksam zu machen, was diese nicht sehen will. Ein Streitgespräch, das die Augen öffnet, in welchen Überforderungen wir uns bewegen.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 27.12.2006

Karriere nur zu zweit
Julia und Maya Onken unterhalten sich über Frauen

Barbusig und mit wehender Fahne führt Marianne das bewaffnete Volk in Richtung Freiheit - ihr Weg führt über Leichen. Das ist die Vision des bekannten Gemäldes von Eugène Delacroix aus dem Jahr 1830 mit dem Titel "La liberté guidant le peuple". Doch das kämpferische Weib ist lediglich eine Symbolfigur für die französische Republik. Der wütende Mob, der ihr folgt, besteht nur aus Männern.

Julia und Maya Onken gehen den Weg der Frauenbewegung bis zu ihrer Geburt im französischen neunzehnten Jahrhundert zurück: "Die lieben Franzosen haben nämlich mit ,Freiheit und Gleichheit' nicht die Frauen gemeint", stellt Maya Onken plakativ fest. In dem Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter analysieren die Schweizer Feministinnen, wofür Frauen wieder auf die Barrikaden steigen sollten.

Nicht als männerfeindliche Emanze will sich Tochter Maya Onken verstanden wissen, sondern als moderne Suffragette, wie sich die französischen Frauenrechtlerinnen ab der Revolution 1848 im Hinblick auf die Erkämpfung ihrer Grundrechte nannten ("suffrage" heißt "Wahlrecht"). In übertragenem Sinn geht es um das gleiche Ziel - die Wahl zu haben, und zwar nicht nur in einer Loselose-Situation, wie sich die Realität aktuell für beruflich aktive Akademikerinnen mit Kindern oft darstellt: "Politisch gesehen ist jede Richtung falsch: Entweder verschleudert die studierte Mutter die Steuergelder, die ihr Studium verschlungen hat, trägt aber etwas zur Rettung des verwaisten Akademikernachschubs bei, oder sie setzt bei einem gestrichenen dritten Kind einen weiteren Kieselstein für die kommende Implosion unserer Sozialsysteme."

Die Autorinnen suchen nach neuen Wegen. Was konkret es zu tun gibt und was es für Frauen heißt, sich ihre "Wahl" zu erkämpfen, dafür liefert das Buch viele Anregungen. Die Angst vor der eigenen Courage, welche der Titel suggeriert, weist darauf hin, daß der Geschlechterkampf auch "intrapsychisch" läuft. Um dagegen vorzugehen, hat die diplomierte Psychologin und Erfolgsautorin das Frauenseminar Bodensee gegründet, das die Autorinnen gemeinsam leiten. Geschlechterkampf "intrapsychisch" bedeutet, daß Frauen sich so sehr an die apokalyptische Vision ihrer gesellschaftlichen Stellung gewöhnt haben, daß sie oft nur reagieren und ihre Energie auf die Abwehr von Stereotypen verwenden, statt einzufordern, was die neue Situation der Frau mit Beruf und Familie notwendig voraussetzt: den emanzipierten Mann.

Der emanzipierte Mann sieht seinen Beitrag zu einem intakten Familienleben nicht als Opfer an, sondern verzichtet auf Teile seiner Karriere, damit auch seine Frau der ihren nachgehen kann. Dabei läßt sich eines an Maya Onkens gelebtem Beispiel mit ihrem Ehemann Erik leicht feststellen: Es ist immer noch weniger karrierefördernd und lukrativ, wenn die Ehepartner sich die Obhut der Kinder teilen und beide nicht Vollzeit arbeiten, also beide wie "Einbeiner ins Hundert-Meter-Rennen der Zweibeiner" gehen, als wenn der Mann sich nur auf seine Karriere konzentriert und seine Frau als "Trainer" im Hintergrund hat, "die ihm alles richtet und hinlegt". Heute ist sein Trainer "selbst ein einbeiniger Läufer". Die ernüchternde Bilanz verleitet Maya Onken (die ihre Situation als eine glückliche empfindet) zu dem Fazit: "Schlechte Presse also für unser Rollenmodell: finanziell gesehen, unrentabel."

Die Mittelständlerin Maya muß ihre Realitätsanalyse nicht allein bewältigen. Ihre Mutter stutzt ihr die Flügel. Ergeht die Mutter sich in "matriarchalem Glockengeläute", gibt die Tochter Kontra. Die generationenüberschreitende Emanzipationsanalyse läßt Gefühlsausbrüche durchgehen, die jene Frauen, die den "Überforderungsbraten" riechen, zu brauchen scheinen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Julia Onken will "der verbalen Katastrophenmalerei Einhalt gebieten".

Julia Onken schreibt: "Vielleicht müssen wir auch lernen, Karriere anders zu definieren, als wir es landläufig gewohnt sind zu tun." Eine Karrieredefinition ist, daß beide Ehepartner es als Erfolg verbuchen, das Aufwachsen der Kinder mitverfolgen zu können, ihre Sorgen, Lieblingsfarben, -tiere und -filme zu kennen, eine lebendige Ehe aufrechterhalten und neben Arbeit auch Sozialkontakte und Hobbys ausbauen zu können. Das ist "Karriere, nicht der Herzinfarkt mit fünfzig oder die Täuschung, daß der silberne Kugelschreiber als Geburtstagsgeschenk vom Big Boss mehr wert sei als der selbstgebackene Kuchen der Tochter".

FRANZISKA BOSSY

Julia und Maya Onken: "Hilfe, ich bin eine emanzipierte Mutter". Ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter. Verlag C. H. Beck, München 2006. 236 S., br.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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