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Enigma

Roman. 'Heyne-Bücher Allgemeine Reihe'.
Taschenbuch
Enigma ist die Wunder-Chiffrier-Maschine, die den Funkverkehr der deutschen U-Boote so genial verschlüsselt, daß er scheinbar nicht zu knacken ist...
Eine nahezu unlösbare Aufgabe für den Secret Intelligence Service. Es beginnt ein Wettlauf mit der Ze … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Enigma
Autor/en: Robert Harris

ISBN: 3453115937
EAN: 9783453115934
Roman.
'Heyne-Bücher Allgemeine Reihe'.
Heyne Taschenbuch

1. November 1996 - kartoniert - 384 Seiten

Beschreibung

England im März 1943. In Bletchley Park wird fieberhaft daran gearbeitet, die Wunder-Chiffrier-Maschine Enigma, die den Funkverkehr der deutschen U-Boote verschlüsselt, zu knacken. Eine nahezu unlösbare Aufgabe für den Secret Intelligence Service, der seine letzten Hoffnungen in den genialen Kryptoanalytiker Tom Jericho setzt. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, der plötzlich sogar in den eigenen Reihen sabotiert zu werden scheint.

Portrait

Robert Harris wurde 1957 in Nottingham geboren und studierte in Cambridge. Seine Romane Vaterland, Enigma, Aurora, Pompeji, Imperium, Ghost, Titan, Angst, Intrige, Dictator, Konklave und zuletzt München wurden allesamt internationale Bestseller. Seine Zusammenarbeit mit Roman Polanski bei der Verfilmung von Ghost (Der Ghostwriter) brachte ihm den französischen »César« und den »Europäischen Filmpreis« für das beste Drehbuch ein. Robert Harris lebt mit seiner Familie in Berkshire.

Pressestimmen

»Brillant konzipiert und ausgeführt.«

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 14.09.1995

Mantel und Schlafanzug
"Enigma": Robert Harris regelt den Nachrichtenverkehr

Die Vorstellung von einem beschaulichen Krieg, von einem Krieg jenseits der Todesangst, hat trotz ihrer bereits zwei Jahrhunderte zurückliegenden Lächerlichmachung durch Onkel Toby in Sternes "Tristram Shandy" bis heute kaum an Anziehungskraft verloren. Von Zeit zu Zeit bedarf es offenbar eines neuen Kriegertyps - nämlich in dem Moment, da der bis dahin gültige Typ an Überzeugungskraft verliert, weil er nicht länger in der Lage ist, unschuldige Mörderschaft zu verkörpern. Vom blutrünstigen Rohling bis zum distanzierten Ästheten ist es ein weiter Weg; immer weiter rückt der "unschuldige" Kriegertyp fort vom Schlachtfeld (und somit von der Todesgefahr) und vollführt parallel dazu den Aufstieg innerhalb der militärischen Hierarchie.

Diese Entwicklung bricht jedoch im zwanzigsten Jahrhundert jäh ab: Kriegsverbrecherprozesse markieren nun auch die Vertreter oberer Ränge als direkt in die Bestialität des Krieges Verwickelte. Die einzige Möglichkeit bleibt damit, in der Hierarchie wieder ganz unten nach einem passenden Kriegertypus zu suchen - nicht unter den Gefreiten, sondern in den Reihen solcher, die den Kriegsverlauf entscheidend beeinflussen, ohne dabei Soldat im engeren Sinne zu sein. Ein äußerlich vom Zivilisten kaum unterscheidbarer, nunmehr bar jeden Tötungswillens erscheinender Typus: Der zu Friedenszeiten als versponnen angesehene Intellektuelle, der nun wirklich keiner Fliege etwas zuleide tun kann.

Thomas Jericho, der Protagonist von Robert Harris' zweitem Roman "Enigma", gehört diesem zeitgemäßen Typus an: Als Mathematiker in den Zwanzigern und entschlüsselungsbegabter Denker, der sich einer Frau annähert, indem er ihr Kreuzworträtsel im Handumdrehen löst, erscheint er dem Staat zu wertvoll, als daß man ihn kurzerhand zu Kanonenfutter machen könnte. Man sieht es dem uniformlosen jungen Mann (zuweilen tritt er sogar in Schlafanzug und Mantel auf) nicht an - aber er hat, laut Andeutung eines hochrangigen Beamten des Außenministeriums, "in letzter Zeit an Dingen von großer nationaler Wichtigkeit gearbeitet", als er, völlig entkräftet, im Februar 1943 (während also in Deutschland gerade fieberhaft der Nationalmythos Stalingrad geschaffen wird - eines der bis heute nachwirkenden Bilder aus dem Hause Wilhelmstraße) eine Ruhepause in den Mauern seines früheren Colleges in Cambridge verordnet bekommt.

Jericho ist Kryptoanalytiker und in der Abteilung Blechtley Park daran beteiligt, den mittels der Chiffriermaschine Enigma verschlüsselten Funkverkehr der deutschen U-Boot-Marine in Klartext zurückzuverwandeln, fern der Gefahr und des Grauens, wo lediglich Verdunkelung und magere Kriegskost den Ausnahmezustand gegenwärtig halten. So das historische Milieu der Romanhandlung. Die in "Enigma" am Rande auftauchenden "klassischen" Militärs müssen denn auch zähneknirschend hinnehmen, daß Menschen vom Schlage Jerichos trotz ihres lockeren Umgangs, ihrer mangelnden Disziplin und ihres niedrigen Dienstgrads unentbehrlich sind, wenn es darum geht, den Krieg zu gewinnen. Denn dessen entscheidende Momente sind nicht mehr Kampfgeist, Waffenstärke oder strategisches Denken, sondern in erster Linie die Überwachung und Enträtselung des feindlichen Nachrichtenverkehrs.

Unterscheidet man zwei Kategorien des Unbekannten und begreift hier "Rätsel" als etwas, das potentiell entschlüsselbar ist, demgegenüber aber "Geheimnis" als etwas, das sich dem Zustand des Rätsels fortwährend entzieht, weil keinerlei Verschlüsselungsregel erkennbar wird, so geht es in "Enigma" nicht allein um die Problematik des Rätsels, sondern vielmehr um dessen Widerstreit mit dem Geheimnis.

Dieser Widerstreit ist es auch eigentlich, der Tom Jericho - weit schlimmer als die Erschöpfung aufgrund der Enträtselung des U-Boot-Codes Shark - schwächt: Das Geheimnis jener Frau, die ihn nach einer kurzen Affäre verlassen hat und nun wie vom Erdboden verschluckt ist (was den Verdacht weckt, sie habe Spionage betrieben), läßt sich auch durch Eingabe der Komponenten "Gefühl", "Frau", "Botschaft" in eine Entschlüsselungsgleichung nicht fassen. Und als Jericho später, während er dem Fall der verschwundenen Claire nachgeht, deren Namen in eine erbeutete Enigma eingibt, ist das lediglich trostloses Spiel. Trotz der ihm vom Premier bescheinigten Genialität muß Jericho begreifen, daß diese nur innerhalb eines bestimmten kombinatorischen Systems zur Geltung kommt. Alles andere bleibt Geheimnis, solange dessen Kombinatorik noch nicht analog zu bestehenden Kombinatoriken ans Licht gebracht ist. Was aber, wenn das Geheimnis keinerlei bekannter Kombinatorik gehorcht, wenn es darauf besteht, Geheimnis zu bleiben? In diesem Fall bleiben nur Hilflosigkeit, später Verzweiflung, schließlich Kapitulation.

Um seinem Helden ein solches Schicksal zu ersparen, hat Harris offenbar keine andere Wahl, als das Geheimnis zum Ende hin abrupt in das bekannte Schema eines Rätsel-Plots zu überführen: Da der Roman den Showdown mit Verfolgungsjagd und Schußwechsel ansteuert, wird er zu einer Kriminalgeschichte. Claire, die tatsächlich für ihren neuen Liebhaber feindliche Funksprüche entwendet hat, ist ermordet worden. Ihr Mörder, derjenige also, der das Geheimnis aus der Welt geschafft hat, steht selber auf der Seite der Kryptoanalytiker.

Am Ende entpuppt sich jedoch eine völlig anders gelagerte Nebenfigur als die perfekte Verkörperung des zeitgemäßen Kriegertyps. Eine traurige Gestalt allerdings: Nicht nur, daß ihr aufgrund ihrer kühlen Erscheinung die Sympathie des Lesers versagt bleibt, auch gehört sie keineswegs der klassischen Männerdomäne an: Es ist die blaustrümpfig gezeichnete Hester Wallace, die zwar mit ihrer Intelligenz alle anwesenden Kryptoanalytiker schlagen könnte, in Blechtley Park jedoch nur eine niedere Tätigkeit zugewiesen bekommt. Als Hausgenossin von Claire hilft sie Jericho dabei, dem Geheimnis der Verschwundenen auf die Spur zu kommen. Als einzige der im Roman auftretenden Rätselkundigen weiß sie den Reiz des Geheimnisses zu erkennen, ohne ihm zu verfallen.

Mit Hester Wallace ist die Erscheinung des zeitgemäßen Kriegertyps so weit von sämtlichen möglichen Soldatenbildern abgerückt, daß eine Inkorporierung gerade von jenem Regelwerk verhindert wird, das eines solchen Typus bedürfte. Womit dann - in der Logik des Romans - tatsächlich Perfektion erreicht wäre. MARCEL BEYER

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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