Ach, was war das für ein gemütlicher, aber doch sehr spannender Krimi. Solche Krimis liebe ich persönlich ja sehr, wenn neben dem Mord noch das familiäre Umfeld hinzukommt und man direkte Einblicke ins "Dorfleben" erhält. In "Mord zwischen Kutter und Kluntje" dreht sich natürlich alles um den Mord, aber man bekommt eben auch das "Dorfleben" in Emden mit sowie auch eine slow-burn Lovestory, die perfekt in die Geschichte hineinpasst. Sie ist nicht zu direkt, aber auch nicht zu übersehen. Ich finde den Flair, die dieses Buch durch eben auch seine "Gemütlichkeit" ausstrahlt, super schön und könnte mir sogar vorstellen, meinen nächsten Urlaub auf den Spuren von Jantje zu buchen. Emden ist wirklich eine äußert schöne Stadt, die ich unbedingt einmal sehen möchte. Über Jantje erfahren wir in diesem Buch auch super viel und können sogar ihren Alltag als Journalistin miterleben; Ebenso wie den Alltag des Kommissars Ole Rickmers. Beide strahlen für mich eine gewisse Wärme aus, die es mir leicht machte, beide Protagonisten zu mögen. Und natürlich dürfen wir an dieser Stelle den Hund Fiete nicht vergessen: Ich liebe ihn! Er ist nämlich der heimliche Star in diesem Buch - just saying! Der Mordfall war für mich nicht leicht zu lösen, da ich (offensichtlich) jemand anderen im Visier hatte, aber nachdem am Ende alles geklärt wird, war das natürlich nur logisch. Meine kriminalistische Aders scheint nur bei Serien, aber nicht bei Büchern zu funktionieren, denn da tappe ich immer im Dunkeln. Der Mord und das Drumherum ist sehr spannend, schlüssig und verworren beschrieben, sodass es an Spannung definitiv nicht fehlt und man bis zum Schluss den Nervenkitzel behält. Was mich noch ganz besonders beeindruckt hat, ist die Teestube der Eltern von Jantje; Hier wird unteranderem auch eine NDR-Doku gedreht. Das Teestübchen ist soo süß dargestellt, sodass man sich den Duft, das Stimmengewirr und der Duft nach frischem Gebäck wirklich richtig vorstellen konnte - ich bin förmlich dahingeschmolzen! Einen besseren Krimi mit Urlaubsfeeling habe ich noch nie gelesen. Die Charaktere sind allesamt sehr sympathisch und warmherzig rübergekommen, weshalb ich - bis auf den Mörder und zwei andere Charaktere - alle sehr mochte und eine sehr angenehme Lesezeit hatte. Die Komplexität um den Mord ist wirklich sehr hoch, weshalb ich an dieser Stelle auch noch einmal auf die extrem aufwendige Recherche aufmerksam machen möchte, die Sandra Bruns hier geleistet hat. Denn dieses Thema korrekt und mit allen seinen Facetten auf Papier zu bringen ist alles andere als leicht und bedarf einer richtigen Recherche, um glaubwürdig erzählt zu werden. Ich hatte an keiner einzigen Stelle das Gefühl, als sei der "Mordhintergrund" nicht korrekt dargestellt - es war alles schlüssig und glaubhaft. Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen und kann das Buch jedem empfehlen, der auf cosy crime steht. Ich bin auf Band 2 schon sehr gespannt.