Einführung in das Geschichtsstudium

'Reclam Universal-Bibliothek'.
Taschenbuch
Diese studienpraktische Einführung erleichtert den Einstieg ins Geschichtsstudium, verschafft Überblick über die Gliederung des Fachs, die Anforderungen, die Arbeitstechniken und Hilfsmittel. Folgende Themen werden griffig dargestellt: Die Universitä … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Einführung in das Geschichtsstudium
Autor/en: Stefan Jordan

ISBN: 315017046X
EAN: 9783150170465
'Reclam Universal-Bibliothek'.
Reclam, Ditzingen

29. März 2005 - kartoniert - 173 Seiten

Beschreibung

Diese studienpraktische Einführung erleichtert den Einstieg ins Geschichtsstudium, verschafft Überblick über die Gliederung des Fachs, die Anforderungen, die Arbeitstechniken und Hilfsmittel. Folgende Themen werden griffig dargestellt: Die Universität als Arbeitsplatz und Lebensraum - Geschichte als Wissenschaft - Das historische Material - Literaturrecherche - Wissenschaftliche Forschung und Darstellung. Der Band enthält kommentierte weiterführende Literaturhinweise.

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Universität als Arbeitsplatz und Lebensraum

3. Geschichte als Wissenschaft

4. Das historische Material. Exkurs: Umgang mit hist. Material: Lesen - Exzerpieren - Vervielfältigen

5. Literaturrecherche im Internet und vor Ort

6. Wissenschaftliche Forschung und Darstellung

7. Anhang

Portrait

Stefan Jordan, geboren 1967, Dr. phil., Studium der Fächer Geschichte, Philosophie, Sozialwissenschaften und Deutsch an der Ruhr-Universität Bochum. Wiss. Angestellter bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der Geschichtswissenschaft, Geschichtstheorie und -philosophie, Theorie der Kunstwissenschaften. Weitere Veröffentlichungen bei Reclam: (Hrsg.) 'Lexikon Geschichtswissenschaft', (Mithrsg.) 'Lexikon Theologie', (Mithrsg.) Lexikon Psychologie.

Leseprobe

4. Das historische Material (S. 49)

Die Geschichtswissenschaft ist nicht wie andere Wissenschaften auf einen bestimmten Gegenstand eingegrenzt. Prinzipiell kann ›alles‹ als Beleg für die historische Forschung herangezogen werden. Man trennt dabei nur die so genannten Quellen von den so genannten sekundären Materialien. Für die Unterscheidung zwischen Quellen und sekundären Materialien ist weder das Kriterium der Schriftlichkeit noch das des Alters ausschlaggebend. Texte können zu den Quellen wie zu sekundären Mitteln gehören, ebenso Filme oder Radiofeatures. Entscheidend ist vielmehr das Kriterium der erforschten Zeit. Entstammen historische Materialien der Zeitstufe, die wir erforschen wollen, dann handelt es sich um Quellen. Sind sie später entstanden, dann zählen sie zu den sekundären Materialien. Erforschen wir zum Beispiel die Geschichte des 1.Weltkriegs, dann sind alle Materialien, die im Zeitraum um 1914–18 entstanden, Quellen. Eine wissenschaftliche Darstellung des Kriegs oder ein Film, die vielleicht zwanzig Jahre später angefertigt wurden, sind zwar ebenfalls alt, in Bezug auf unser Thema gehören sie aber zu den sekundären Materialien, da sie bereits den Blickwinkel ›ex post‹, also aus der Sicht des Nachhinein, einnehmen. In manchen Fällen ist die saubere Trennung zwischen Quellen und Literatur schwierig. Finden wir etwa Memoiren, die über das Kriegsjahr 1916 berichten, dann können wir diese zu den Quellen zählen, weil sie vorgeblich Ereignisse in der Perspektive unseres Untersuchungszeitraums wiedergeben. Wir können sie aber auch zur Literatur rechnen, da sie möglicherweise erst Jahrzehnte nach dem Ende des Kriegs verfasst wurden.


Pressestimmen

Nun sollte diese Rezension eigentlich von denjenigen geschrieben werden, für die Jordan sein Buch konzipiert hat. Aus diesem Grund habe ich das Buch einem Praxistest unterzogen: Ich habe Studenten - sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene - mit dem Buch arbeiten lassen. Ihre Reaktionen waren durchweg positiv: Sie lobten vor allem die anschauliche und präzise Sprache. Fremdworte und Fachtermini werden ganz selbstverständlich erklärt. Die Studierenden hatten nicht den Eindruck, als sei es eine Schande, nicht zu wissen, was man zum Beispiel unter Historischem Materialismus oder unter Intersubjektivität versteht. Sie fühlten sich von Jordan auch als Anfänger ernstgenommen, weil er nicht von oben herab erklärt, sondern mit großer Sympathie für die angehenden Spezialisten.
Meine Testleser lobten auch die Tricks, die Jordan ihnen verrät - so zum Beispiel in einem Exkurs, der sich dem Lesen, Exzerpieren und Vervielfältigen widmet. Jordan ermutigt seine Leser zum Querlesen, wenn sie sich rasch orientieren müssen, ob oder welche Teile eines Buches für sie nützlich sind. Kein erhobener Zeigefinger, der mahnt, nur ja alles und gründlich zu lesen, sondern viel Pragmatismus und Verständnis für den Zeitdruck im Studenten- und Berufsleben, der oftmals schnellen Wissenserwerb notwendig macht.
Als einen weiteren positiven Punkt hoben die Studierenden hervor, dass Jordan ihnen ausgewählte Historiker präsentiert und nahebringt. Hans Mommsen wird mit einem wunderbaren Zitat vorgestellt: Er beneide die Studenten, weil sie noch Zeit zum Lesen hätten, während später im wissenschaftlichen Beruf nur noch gebastelt werde. Basteln, so erklärt Jordan seinen Lesern, bedeute bei Mommsen die effektive Aneignung von Wissen. Nicht nur im Studium, sondern auch im späteren Berufsleben sei dieses effektive Arbeiten gefragt.
Sokrates und Platon werden von Jordan herangezogen, um den Lesern zu erklären, was sekundäre Quellen sind und wie sie sich von den Primärquellen unterscheiden. Meine
n Studierenden war durchaus bewusst, dass Jordan eine Auswahl getroffen hat. Aber sie betonten, dass gerade in der Auswahl und Anschaulichkeit eine große Stärke liege: Einige Namen ließen sich nun einmal besser erinnern als gleich eine Hundertschaft, besonders wenn sie mit anschaulichen Beispielen verknüpft seien. Sie könnten das neu erworbene Wissen als Gerüst nutzen, das sie mit neuen Erkenntnissen erweitern könnten. Die Studierenden erklärten auch, dass ihnen Jordan eine Waffe gegen alle diejenigen in die Hand gegeben habe, die Respekt erheischend mit Namen und Begriffen um sich werfen. Nach der Lektüre seines Buches ließen sie sich dadurch nicht mehr ins Bockshorn jagen.
Nach Meinung meiner Benutzer ist das Buch nicht nur für Studienanfänger hilfreich; auch ältere Semester können die Dinge nachschlagen, die sie in Lehrveranstaltungen verpasst (oder vermisst) haben. Den Praxistest hat Jordans Einführung in das Geschichtsstudium also mit Bravour bestanden - nicht zuletzt deshalb, weil das handliche Reclam-Buch in nahezu jede Hosentasche und mit noch nicht einmal 5 Euro zu jedem Geldbeutel passt. Übrigens können auch ehemalige Studenten, die nun als Dozenten arbeiten, das Buch mit Gewinn in ihren Lehrveranstaltungen einsetzen.
H-Soz-u-Kult

Die wesentlichen Bereiche werden behandelt, die der Geschichtsstudent in den ersten Semestern kennen lernen muss. Alles wird in bewundernswerter Form auf knappstem Raum zusammengefasst, durch Literaturhinweise wird dem neugierig Gewordenen der Weg zum Weiterlesen gewiesen.
Historische Zeitschrift


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