Jagdwende als Taschenbuch
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Jagdwende

Vom Edelhobby zum ökologischen Handwerk. 'Beck Reihe'. 3. A. 55 Abbildungen und Tabellen.
Taschenbuch
Damit auch der ungeschickteste Jäger zum Blattschuß kommt, werden Reh und Rotwild gefüttert und der Bestand künstlich groß gehalten - mit der Folge des -Waldsterbens von unten-. Doch die Trophäenjagd ist absolet geworden, und es ist die Aufgabe des J … weiterlesen
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Jagdwende als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Jagdwende
Autor/en: Wilhelm Bode, Elisabeth Emmert

ISBN: 3406459935
EAN: 9783406459931
Vom Edelhobby zum ökologischen Handwerk.
'Beck Reihe'.
3. A.
55 Abbildungen und Tabellen.
Beck C. H.

27. Januar 2000 - kartoniert - 320 Seiten

Beschreibung

Damit auch der ungeschickteste Jäger zum Blattschuß kommt, werden Reh und Rotwild gefüttert und der Bestand künstlich groß gehalten - mit der Folge des -Waldsterbens von unten-. Doch die Trophäenjagd ist absolet geworden, und es ist die Aufgabe des Jägers, Wildbestände und Tragfähigkeit der Lebensräume im Gleichgewicht zu halten. Die Autoren beschreiben die Entwicklung der Jagd vom -Edelhobby zum ökologischen Handwerk- und kommen zu dem Schluß: Die -Jagdwende- ist nicht aufzuhalten.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 22.04.1998

Die Jäger sollen Beute machen
Eine Streitschrift wider die Ideologie der deutschen Waidgerechtigkeit

Wilhelm Bode/Elisabeth Emmert: Jagdwende. Vom Edelhobby zum ökologischen Handwerk. Verlag C. H. Beck, München 1998. 318 Seiten, 24 Mark.

"Sie knabbern zu viel: Eine Million Bambis abgeschossen", war kürzlich auf der Titelseite der Bild-Zeitung zu lesen. Weiter hieß es dort: "Du liebes scheues Reh - was machen sie nur mit dir? Förster und Waldbesitzer scheinen es zu hassen. Sie setzen die Jäger unter Druck, immer mehr von unserem liebsten Tier abzuknallen." Auch ein Jäger stimmt dann in diese Klage ein: "Jetzt sind nur noch die Rehe schuld am schlimmen Zustand des Waldes, keiner spricht mehr vom sauren Regen." Unwahrhaftiger geht es nicht. Das Rehwild profitiert von den Schadstoffeinträgen aus der Luft und potenziert ihre Wirkung. Ohne scharfe Bejagung gibt es keine Chance für die Walderneuerung. Die hohen Abschußzahlen sind kein Grund zum Jammern, vor allem nicht für Jäger. Sie sollten eher als Beleg dafür gewertet werden, daß die grüne Zunft langsam kapiert, um was es geht.

Der Bild-Zeitungs-Artikel ist eine ziemlich realistische Momentaufnahme jener Mischung aus Gefühlssülze und Inkompetenz, der man immer wieder in der Debatte über die Jagd begegnet. Die Jäger und ihre Verbände übernehmen dabei zu selten die Rolle der Aufklärer. Wenn die Bambi-Ideologie ihnen in den Kram paßt, dann spielen diejenigen, die sich nicht gern als Bambi-Mörder beschimpfen lassen, ungehemmt auf dieser Klaviatur. Der Jäger als gottväterlicher Heger - dieses Leitbild spukt noch in manchem Jägerkopf, vor allem aber in der Politik der Jagdverbände und in der Jagdgesetzgebung herum. Der Forstmann Wilhelm Bode und die Bundesvorsitzende des Ökologischen Jagdvereins, Elisabeth Emmert, sehen für die Jagd keine Zukunft, wenn sie an diesem Selbstverständnis festhält. Sie fordern deshalb eine "Jagdwende".

Mit schäumendem Furor und mit gewaltigem Materialaufwand tragen sie ihre Kritik am deutschen Jagdwesen vor, wie es sich seit der Revolution von 1848 entwickelt hat. An der Politik des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV), der Dachorganisation der deutschen Jäger, lassen sie kein gutes Haar. Sie schlachten nicht nur einige seiner heiligen Kühe, sie richten ein Gemetzel an. Und immer wieder zerpflücken sie jenen nebulösen Begriff der "deutschen Waidgerechtigkeit", der trotz seiner Unbestimmtheit auch ein Rechtsbegriff der deutschen Jagdgesetzgebung ist. Bode und Emmert verlangen die radikale Abkehr von der Trophäen-Orientierung, vom Ziel möglichst hoher und leicht zu bejagender Schalenwild-Bestände, die Ausrottung des erst zu Jahrhundertbeginn eingebürgerten Muffel-Wildes, den Verzicht auf jegliche Fütterung und die Anwendung effizienter Jagdmethoden, wozu beim Rehwild auch der heute verbotene Schrotschuß bei der winterlichen Treibjagd gehört.

Die beiden Autoren überzeichnen und spitzen zu. Sie wollen provozieren. Im einzelnen kann man sicher nachweisen, daß sie die Ergebnisse wildbiologischer Forschungen selektiv zugunsten ihrer Thesen auswerten; daß sie die "reaktionäre" Kontinuität der Jagd von Wilhelm II. über Göring zum heutigen DJV grell herausstreichen, während sie die Jagdverhältnisse in der DDR nur mit wenigen Sätzen streifen, daß sie plumpen Versuchen einer anthropologischen Legitimation der Jagd eine nicht weniger plumpe Küchenpsychologie entgegensetzen. Und wirklich unhaltbar ist die Behauptung, die Jäger hätten überhaupt nichts gelernt, seit Horst Stern vor mehr als 25 Jahren das Fernsehpublikum mit seinen "Bemerkungen über den Rothirsch" aufstörte. Gerade hier ist der Generationswechsel bei den Forstbeamten - und die meisten Rotwildgebiete liegen im Staatswald - nicht ohne Folgen geblieben.

Gleichwohl: Wer heute jagt, sollte sich dieses Buch nicht ersparen. Und wer morgen noch jagen will, sollte das meiste, was darin steht, beherzigen. All das Gerede von der Jagd als angewandtem Naturschutz ist verlogen, wenn nicht klar ist, daß die Jagd zuallererst eine traditionelle, nachhaltige Nutzung von Naturgütern ist. Der Jäger ist kein Superregulator. Er sollte sich auf sein Handwerk besinnen und Wild erbeuten und nicht dem Traum vom "Lebenshirsch" nachhängen. Bei Reh, Hirsch und Wildschwein, bei Fuchs, Kaninchen, Fasan, Stockente und Graugans und mancherorts auch beim Hasen kann er immer noch, gerade jetzt oder wieder aus einer reichen Wildbahn schöpfen. Ein Niedergang droht der Jagd nur, wenn sie sich immer weiter von diesem bescheidenen handwerklichen Selbstverständnis entfernt. ECKHARD FUHR

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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