Nach dem Tod von König Robert Baratheon und seiner Hand entbrennt der Kampf um den Eisernen Thron. Joffrey sitzt zwar in Königsmund auf dem Thron, doch sein Herrschaftsanspruch wird von vielen angezweifelt. Roberts Brüder Stannis und Renly sehen sich jeweils selbst als rechtmäßige Erben und sammeln ihre Truppen, um den Thron für sich zu beanspruchen. Im Norden zieht Robb Stark gegen die Lennisters in den Krieg, um den Tod seines Vaters zu rächen und seine Schwestern zu retten. Währenddessen wächst auf der anderen Seite des Meeres Daenerys Targaryens Entschlossenheit, eines Tages den Eisernen Thron zurückzuerobern, den sie als ihr rechtmäßiges Erbe betrachtet.Ich frage mich inzwischen wirklich, warum ich diesem Buch bei meinem ersten Lesen keine fünf Sterne gegeben habe. Nach dem ReRead steht für mich fest: Dieser Band ist genauso großartig wie sein Vorgänger. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich mein Lesegeschmack in den letzten Jahren verändert hat. Heute reicht mir eine gute Liebesgeschichte längst nicht mehr aus. Ich suche Figuren, die Ecken und Kanten haben, Fehler machen und gerne auch moralisch nicht eindeutig einzuordnen sind. Genau das gelingt George R. R. Martin meisterhaft. Während der erste Band für mich vor allem vom Eintauchen in diese faszinierende Welt, den politischen Intrigen und dem Kennenlernen der Figuren lebt, rückt hier der Krieg stärker in den Mittelpunkt. Trotzdem geraten die Charaktere dabei nie in den Hintergrund. Im Gegenteil: Gerade ihre Entscheidungen und persönlichen Konflikte machen den eigentlichen Reiz der Geschichte aus. Meine Lieblingsperspektiven waren diesmal ganz klar die von Tyrion und Sansa. Überraschenderweise habe ich auch gerne Einblick in Theons Perspektive bekommen. Nicht, weil ich ihn sympathisch finde - ganz im Gegenteil. Gerade seine Widersprüche und seine Gedankengänge machen ihn unglaublich interessant.Besonders positiv ist mir außerdem aufgefallen, wie George R. R. Martin mit den Schlachten umgeht. Obwohl Krieg allgegenwärtig ist, verliert sich das Buch nur selten in langen Kampfbeschreibungen. Häufig erleben wir die Ereignisse indirekt: Eine Schlacht wird angekündigt, und erst später erfahren wir aus der Sicht einer anderen Figur, wie sie ausgegangen ist. Genau das gefällt mir viel besser, als seitenlange Beschreibungen einzelner Schwertkämpfe zu lesen. Dadurch bleibt der Fokus für mich auf den Figuren und ihren Entscheidungen.Ich freue mich sehr auf den nächsten Band. Vorher werde ich allerdings noch etwas anderes lesen - allein schon, damit sich meine Arme von diesen wunderschönen, aber wirklich schweren Büchern erholen können.