Diese Welt fühlt sich so echt an, dass ich am liebsten noch unendlich viele Seiten darin verbringen würde.
Weit im Süden, in Meereen, versucht Daenerys, der Sklaverei Einhalt zu gebieten und Frieden zu schaffen. Es scheint, als wäre sie deshalb gezwungen, eine Ehe einzugehen. Sowohl beim erbitterten Kampf um Winterfell als auch an der Mauer wird die Warnung der Starks "Der Winter naht" immer mehr zur Realität. Zudem tritt ein totgeglaubter Targaryen-Erbe wieder auf den Plan, der die Targaryens zurück auf den Eisernen Thron bringen und ihre Herrschaft wiederherstellen will.Alles, was ich in meinen bisherigen Rezensionen zu dieser Reihe geschrieben habe, bleibt auch hier erhalten. Ich liebe den Schreibstil, die Welt und wie tief George R. R. Martin immer wieder in seine Geschichte eintaucht. Sowohl seine Charaktere bleiben nie oberflächlich, als auch seine Welt wirkt so, als hätte sie wirklich existiert und ich würde einfach nur einen Teil ihrer Geschichte lesen. Für meinen Geschmack wäre es allerdings angenehmer gewesen, den vierten und fünften Band miteinander zu vermischen. Damit meine ich natürlich nicht, dass man aus beiden Büchern einen einzigen Band hätte machen sollen, das wären ja sonst noch mehr Seiten gewesen, als diese Bücher ohnehin schon haben. Ich hätte mir aber gewünscht, die POVs nicht so stark voneinander zu trennen, sondern wieder zwischen den verschiedenen Handlungsorten zu wechseln. Also mal einen Einblick in Königsmund, dann nach Meereen, an die Mauer oder zu den anderen Charakteren, so wie wir es aus den ersten Bänden gewohnt waren. Dadurch habe ich sowohl den vierten als auch diesen fünften Band als etwas zäher empfunden als die ersten drei. Wenn man längere Zeit bei denselben Charakteren und Handlungsorten bleibt, fehlt mir persönlich manchmal dieses Gefühl, dass sich überall gleichzeitig etwas entwickelt. Gerade bei Game of Thrones liebe ich eigentlich, wie viele verschiedene Geschichten parallel erzählt werden und wie man immer wieder zwischen ihnen hin und her springt. Hier hatte ich dadurch häufiger das Gefühl, dass die Handlung etwas langsamer vorankommt.Trotzdem bleibt es für mich ein leider unbeendetes Meisterwerk. Ich bin gespannt, ob wir zu George R. R. Martins Lebzeiten zumindest noch den sechsten Band bekommen werden. Auf eine vollständige Beendigung der Reihe mache ich mir ehrlich gesagt keine Hoffnungen mehr, und ich finde es unglaublich schade, dass wir vielleicht nie erfahren werden, wie der Meister dieser Reihe sich das Ende seiner brillanten Geschichte vorgestellt hat. Gerade in diesem Band merkt man noch einmal besonders, wie sehr sich Serie und Bücher im Verlauf voneinander unterscheiden. Einige Charaktere tauchen in der Serie überhaupt nicht auf und dadurch ergeben sich komplett andere Handlungsstränge. Aber auch die altbekannten Charaktere schlagen teilweise völlig andere Wege ein. Gerade deshalb finde ich es so schade, dass wir womöglich nie erfahren werden, wohin George R. R. Martin all diese Geschichten eigentlich führen wollte.Trotz der Längen in diesem Band istDas Lied von Eis und Feuerfür mich eine Reihe, zu der ich sicher noch einmal in meinem Leben greifen werde. Sie ist einfach unvergleichlich und ich liebe diese Welt, ihre Charaktere und die unglaubliche Tiefe, die Martin ihr gegeben hat.