Jodi Bishop führt ein erfolgreiches Leben, doch die Sorge um ihre an Parkinson erkrankte Mutter belastet die Familie zunehmend. Um ihre Eltern zu entlasten, stellt sie eine erfahrene Haushälterin ein, die zunächst einen hervorragenden Eindruck macht. Schon bald bemerkt Jodi jedoch beunruhigende Veränderungen im Verhalten ihrer Eltern. Als sich die Ereignisse zuspitzen und ein tragischer Todesfall die Familie erschüttert, beginnt sie zu hinterfragen, wem sie eigentlich vertraut hat.
Joy Fielding versteht es einmal mehr, aus einer alltäglichen Situation einen packenden Spannungsroman zu entwickeln. Besonders gelungen fand ich, wie sich die Geschichte Schritt für Schritt entfaltet und die Bedrohung zunächst kaum greifbar wirkt. Die Spannung steigt kontinuierlich an und hält sich bis zum Ende auf hohem Niveau. Gleichzeitig zeigt der Roman eindrücklich, wie Menschen mit manipulativen Absichten bestehende Schwächen und Konflikte innerhalb einer Familie für ihre eigenen Zwecke ausnutzen können. Gerade dieses toxische Familiengeflecht verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe. Die Figuren wirken glaubwürdig und vielschichtig, auch wenn nicht jede Entscheidung immer nachvollziehbar ist. Der flüssige Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass sich das Buch sehr angenehm lesen lässt. Ich lese ihre Geschichten bereits seit mehreren Jahrzehnten und schätze besonders ihre Fähigkeit, psychologische Spannung mit familiären Themen zu verbinden.
Mein Fazit: Ein fesselnder Psychothriller, der seine Spannung geschickt aufbaut und bis zum Schluss aufrechterhält. Joy Fielding enttäuscht wieder mal überhaupt nicht. 5 Sterne.