Emotional, aber nicht ganz so mitreißend wie Band 1
Nachdem mich "Save Me" emotional komplett abgeholt hat, war ich natürlich sehr gespannt auf "Save You". Auch, wenn mich die Geschichte wieder berühren konnte, hat sie sich diesmal allerdings etwas anders angefühlt.Wie schon im ersten Band findet man schnell in den angenehmen, flüssigen Schreibstil hinein und wird erneut in die Welt von Ruby und James gezogen. Die Emotionen sind nach wie vor spürbar und besonders James' Trauer um seine Mutter steht hier stark im Fokus.Im Zentrum der Handlung ist vor allem die zerbrochene Beziehung zwischen Ruby und James. Hierbei nimmt sich die Geschichte viel Zeit für diesen Heilungsprozess. Ruby verzeiht nicht einfach, sondern braucht Raum, Abstand und Zeit, was ich einerseits sehr realistisch und nachvollziehbar fand, andererseits aber auch dazu geführt hat, dass sich die Handlung stellenweise etwas gezogen hat.Gerade im Mittelteil hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte ein wenig vor sich hinplätschert und weniger von der Intensität lebt, die mich im ersten Band so gepackt hat. Dennoch waren die emotionalen Momente zwischen den Figuren weiterhin stark und glaubwürdig ausgearbeitet.Besonders gegen Ende nimmt die Geschichte dann nochmal an Fahrt auf und schließt ab mit einem fiesen Cliffhanger, der definitiv Lust auf den nächsten Band macht.Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es mich nicht ganz so mitgerissen hat wie Band 1. Es ist ruhiger, stärker von inneren Konflikten geprägt und legt den Fokus mehr auf Verarbeitung und Entwicklung als auf große dramatische Wendungen - was nicht schlecht ist, sich aber einfach anders anfühlt. Positiv empfand ich außerdem das Vorkommen weiterer Charakterperspektiven, die dem Ganzen mehr Tiefe verleihen.Für alle, die wissen wollen, wie es mit Ruby und James weitergeht, ist "Save You" auf jeden Fall ein wichtiger und lesenswerter Teil der Reihe.