Uff, alles, was eine Age Gap Romance für den Leser interessant macht, wurde hier einfach weggelassen.
Ich liebe Age Gap Romanzen - aber Mr. Next Door hat leider so ziemlich alles an Potenzial verhunzt, was so eine Geschichte zu bieten hat. Die geschiedene 37 jährige Val möchte es nach zwei Jahren langsam wieder mit dem Dating angehen lassen. Nach einem kleinen schubs ihrer besten Freundin loggt sie sich auf einer Dating App ein und lernt dort den 25 jährigen Ford kennen - und oh Schreck, die Anziehung ist groß, aber sie kennt ihn schon, seitdem er ein Jugendlicher war. Darf sie sich auf einen so jungen Mann einlassen? Ich mochte Val und Ford eigentlich ganz gerne. Aber im Prinzip war Ford nicht 25, sondern 35. Nachdem er seine Eltern verloren hat, hat er schon als junger Mann die Aufgabe übernommen, seine Schwester großzuziehen und die Firma des Vaters zu leiten. Er ist also im Prinzip ein alleinerziehender Vater einer Teenagerin und Geld, bzw. der Aufbau einer Karriere spielen keine Rolle. Dadurch ist er auch nicht so der Partygänger - also alles, was eine Age Gap Beziehung schwierig machen könnte, fehlende Reife, Selbstfindung Partymachen spielte keine Rolle. Auch hat Val sich eigentlich nie Gedanken darüber gemacht, dass sie diesen Mann ja schon seit vielen Jahren kennt und er mal in dem Alter war, in dem ihr Sohn gerade ist. Das fand ich doch alles sehr befremdlich. Auch gab es sehr wenig Gegenwind aus den Reihen der Bekannten, Familie und Freunde. Also im Prinzip alles, was irgendwie Spannung in die Story hätte bringen können, wurde weggelassen. Stattdessen ging es mehr drum, ob Val sich überhaupt neu binden kann, nachdem ihr Ex-Mann sie sehr enttäuscht hat. Und Ford jagt einem Ideal hinterher, das er irgendwann hinterfragen muss - wobei ich finde, dass sein Charakter auch eher blass blieb. Das hätte jetzt noch gerettet werden können, wenn es ordentlich Spice gegeben hätte. Und bei einer Beziehung zwischen einer reiferen Frau und einem jüngeren Mann erwartet man ja auch,d ss dieses Klischee bedient wird - aber es kam erst recht spät zum Geschlechtsverkehr und es gab auch nur ein oder zwei wirklich ausführliche Szenen. Dafür, dass das Buch einen dicken Aufdruck mit dem Label "Dirty Summer Romance" hat, war das echt enttäuschend. Insgesamt ist es aber trotz der ganzen Mängel eine recht solide erzählte Romance, die halt wenig aufregendes und nichts reizvolles zu bieten hat. Aber Vi Keeland erzählt mit rotem Faden und klärt alles, was man wissen möchte zu einem zufriedenstellenden Ende. Allerdings bin ich mir sicher, dass ich den Inhalt der Geschichte schneller wieder vergessen habe, als ich "Dirty Summer Romance" sagen kann.