schönes Hörerlebnis
Nachdem ich vor vielen Jahren das Buch "Ich bin dann mal weg" gelesen und sehr gefeiert habe, habe ich nun sein neuestes Werk gehört.Hape Kerkelings geliebte Großmutter, bei der er aufgrund des Suizides seiner Mutter aufgewachsen ist, ist in den letzten Jahren vor Ihrem Tode demenziel verändert. Doch in dieser Zeit spricht sie immer wieder mal von einem Schloss, wo sie aufgewachsen sei. Hape fällt auf, dass sie nie wirklich über ihre Herkunft gesprochen hat. Er macht sich - nicht nur durch diese Aussagen - auf Spurensuche und findet höchst spannende Familienursprünge heraus. Hierzu nutzt er die vorgegebene einschränkungsreiche Corona-Zeit, macht einen Speichel-Test und - wer hätte das gedacht - das Ergebnis zeigt, dass seine Familie u.a. beziehungsweise hauptsächlich aus Großbritannien und aus den Niederlanden kommt.Aufgrund seiner Recherchen in den Niederlanden, bei denen ihn Ämter und sonstige Einrichtungen unterstützten, reicht seine Geschichte weit zurück. Und auch die Herkunft seiner Großmutter ist großartig - oder zumindest wie es vielleicht gewesen sein könnte.Aber er lässt uns auch an neuerer Zeit teilhaben. An seine Jugend, seiner Liebe zu seiner Großmutter, an den Anfängen seiner Karriere, seiner Liebe zu Amsterdam (kann ich so gut verstehen!) und auch an seiner großen Liebe zu einem Mann aus den Niederlanden, der eine HIV-Infektion leider nicht überlebt.Für mich, die mütterlicherseits ebenfalls Wurzeln in den Niederlanden hat (nicht nur Wurzeln, sondern noch eine riesengroße Familie), war natürlich die niederländische Seite besonders spannend. Sowohl meine Großmutter als auch meine Mutter (und auch ich an dritter Stelle von vier Namen) heißen Cornelia. Dieser Name ist von großer Bedeutung in der Geschichte der Ker(c)kelings.Auch wenn dieses Buch für mich ein paar Längen aufweist, habe ich dieses doch sehr gerne gehört. Und mal ehrlich: Hape könnte mir das Telefonbuch vorlesen und ich hätte immer ein wohliges Grinsen im Gesicht.