Wir befinden uns in Wien um die Jahrhundertwende. Alma Mahler, geb. Schindler, ist die Tochter des bekannten Landschaftsmalers Jakob Emil Schindler und hegt eine enge Beziehung zu ihrem Vater. Nach seinem Tod heiratet die Mutter seinen Malerkollegen Carl Moll, war ihr Alma nie wirklich verzeiht. Alma wächst zu einer sehr schönen jungen Frau heran mit einem für diese Zeit ungewöhnlichem Selbstbewusstsein, dass für mich auch oft an Selbstverliebtheit anklingt und sie liebt es, im Gegensatz zu ihrer Schwester, im Mittelpunkt zu stehen. Schon sehr früh entdeckt sie ihre Liebe zur Musik und dem Komponieren und ihre Wirkung auf Männer, insbesondere auf ältere Männer. Somit gilt sie schnell als Muse von Wien. Allerdings wird das teilweise so schwülstig geschildert, dass ich Mühe hatte weiterzulesen, sehr schade.
Ihre erste Liebe war Gustav Klimt, der in der Wahl seiner Geliebten nicht wählerisch war, und auch sonst lebte Alma so wie es ihr und ihrer Lust gefiel. Sie bewegte sich mit Hingabe in der Wiener Boheme, verfolgt den Aufstieg der Secession, liebt ihre Musik und setzt ihr gutes Aussehen sehr bewusst ein. Ihre Leidenschaft zur Musik und der Liebe geht ihr über alles und das machte sie mir während des Lesens nicht unbedingt sympathisch.
Dann lernt sie den älteren Stardirigenten Gustav Mahler kennen, verliebt sich Hals über Kopf und setzt in ihrer gewohnten Manier die Heirat durch. Doch Gustav Mahler stellt eine Bedingung, ein Komponist in der Familie reicht, sie soll ihre Musik aufgeben und ganz für ihn da sein und Alma lässt sich darauf ein. Da schnauft die Leserin erstmal auf...
Nun lernen wir eine andere Seite von Alma kennen, die mich doch überrascht. Doch dieses Leben fordert ihren Preis, sie gebiert ihm Töchter, eint Tochter stirbt und die Ehe droht daran zu zerbrechen, Alma wird krank, kommt in Kur, nimmt sich Liebhaber und nun werden wir Zeugen von Eifersuchtsszenen, die ich auch zunehmend anstrengend fand. Die Geschichte endet mit dem Tod von Gustav Mahler, doch für Alma geht es weiter....
Ich habe diesen Roman als Einstimmung für meinen Wien Urlaub gelesen und fand die geschichtlichen Zusammenhänge sehr interessant. Auf jeden Fall werde ich mir einige Orte anschauen, die für dieses Ehepaar so wichtig waren, auch den berühmten Zentralfriedhof, auf dem sie begraben sind und dessen Gräber wohl sinnbildlich für ihre Beziehung stehen. Dennoch fand ich die Person Alma sehr speziell und die Geschichte hat sie mir nicht unbedingt näher gebracht, geschweige denn sympathisch gemacht. Um ein Bild von der Geschichte der Künstlerszene damals zu bekommen, lohnt sich dieser leicht zu lesende Roman auf jeden Fall.