Tolles Setting und ein netter Plottwist am Ende, aber der Weg dorthin zieht sich leider wie Kaugummi
"Bad Summer People" klang nach der perfekten Mischung aus Gossip Girl und Big Little Lies auf einer exklusiven Urlaubsinsel. Das Setting auf Fire Island ist der Autorin auch wirklich gut gelungen und der Schreibstil liest sich angenehm flüssig. Wer hier allerdings einen packenden, nervenaufreibenden Thriller erwartet, wird - genau wie ich - eher enttäuscht werden. Für mich war es am Ende ein solider Roman, der aber nicht über 3 Sterne hinauskommt.Mein Hauptkritikpunkt ist das extrem langsame Erzähltempo. Ein Drittel des Buches ist rum und es passiert schlichtweg fast nichts. Die Charaktere werden in elendig langen Kapiteln und mit all ihren Werdegängen so detailreich seziert, dass jegliche Dynamik im Keim erstickt wird. Ja, es gibt Intrigen, Oberflächlichkeiten und Affären im Tennisclub, aber alles plätschert so gemütlich dahin, dass die angekündigte Leiche aus dem Prolog gefühlt meilenweit entfernt ist.Erst im letzten Abschnitt, ab circa Seite 300, zieht die Geschichte endlich etwas an. Die Auflösung ist gut konstruiert und der Plottwist im Epilog, bei dem klar wird, wie tief eigentlich alle in diesem Sumpf stecken, war wirklich clever. Trotzdem fehlte mir über das gesamte Buch hinweg der Biss, das echte Drama und die Action, die ein solcher Plot eigentlich verlangt.Fazit: Eine nette, atmosphärische Urlaubslektüre für zwischendurch mit einem guten Finale. Wer eine tiefgründige oder hochspannende Geschichte sucht, wird hier aber leider vergeblich warten.