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Tief im Wald und unter der Erde

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Produktdetails

Titel: Tief im Wald und unter der Erde
Autor/en: Andreas Winkelmann

ISBN: 3442469554
EAN: 9783442469550
'Goldmanns Taschenbücher'.
Goldmann TB

August 2009 - kartoniert - 416 Seiten

Es lebt tief im Wald. Es verfolgt dich. Und es tötet ...

Eine einsame Bahnschranke im Wald, dunkle Nacht. Seit an diesem Ort vier ihrer Freunde bei einem mysteriösen Unfall ums Leben kamen, wird Melanie von panischer Angst ergriffen, wenn sie hier nachts anhalten muss. Denn jedes Mal scheint es ihr, als krieche eine dunkle, schemenhafte Gestalt vom Waldrand auf ihren Wagen zu. Niemand glaubt ihr - bis die junge Jasmin Dreyer verschwindet, und ihr Fahrrad an der Bahnschranke gefunden wird ...

Ein genialer, abgründiger Psychothriller.

Ein psychopathischer Killer, eine verschwundene Frau und ein Versteck tief im Wald ...

Andreas Winkelmann, geboren im Dezember 1968, entdeckte schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Als Berufener hielt er es in keinem Job lange aus, war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, blieb jedoch nur dem Schreiben treu. "Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus", beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.
Wummernde B'e lie'n Blech vibrieren und brachten Glas zum Schwingen; das kleine Auto erzitterte unter der Gewalt der Schallwellen. Dr'hnende, h'liche Ger'che, die tief in den nachtstillen Wald eindrangen und das Wild in panischer Angst erstarren lie'n. Die vier jungen Insassen st'rte der L' nicht. Walkman und Discobesuche hatten ihren Ohren die Sensibilit'genommen, so dass ihre Trommelfelle ihrer Jugend bereits zwanzig Jahre voraus waren.
Im Inneren der h'pfenden Kiste schob Jenny zum wiederholten Mal Erkans Hand beiseite. Sie hatten bereits zu Haus mit dem Trinken angefangen, lange bevor sie sich auf den Weg zu der Party bei Arnos Freund, der gestern achtzehn geworden war, gemacht hatten, und der Alkohol lie'Erkan noch zudringlicher werden, als er es auch n'chtern schon war. Trotzdem kam er bei Jenny nicht weit, denn sie war nicht ann'rnd so betrunken wie die Jungs. Ein Zungenkuss war das ''rste, und schon der verlangte ihr eine Menge ab, da sie notgedrungen den s''n Geschmack des Anislik'rs schmecken musste, den Erkan so gern trank und so schlecht vertrug.
Schon wanderte seine Hand erneut 'ber den d'nnen Stoff der hautengen schwarzen Stoffhose den Schenkel hinauf in Richtung ihres Schritts.
Diesmal schlug Jenny drauf, und es klatschte laut.
Das Ger'ch h'rten Jens und Arno selbst durch den L' von Eminems 8 Mile-Album hindurch.
Jens drehte sich um und sah grinsend nach hinten. "Brauchste Hilfe?" Sein Blick war alkoholgetr'bt.
Erkan l'ste sich von Jenny und sah seinen Freund b'se an. "Von dir, du Tunte?"
Er r'ckte ein St'ck von Jenny fort, zog die bereits halb geleerte Flasche zwischen seinen F''n hervor und trank einen langen Zug.
Arno, der den Polo fuhr, grinste in sich hinein. Er h'e gern einen Blick in den R'ckspiegel geworfen, doch die wummernden B'e lie'n das Glas derart erzittern, dass darin nichts zu erkennen war. Schade! Erkans Gesicht musste Gold wert sein. Er kapierte es einfach nicht! An Jenny biss er sich mit seiner Mischu
ng aus s'dl'ischem Charme und t'rkischer Aufdringlichkeit die Z'e aus. Arno bewunderte das M'hen daf'r. Als Aufrei'r war Erkan bekannt wie ein bunter Hund, und insgeheim 'berlegte Arno, ob Jenny sich vielleicht nur mit ihm eingelassen hatte, um dem Aufschneider irgendwann die kalte Schulter zu zeigen. Arno hoffte, dass es so war, denn dann hatte er vielleicht doch Chancen bei ihr. Sie war das h'bscheste M'hen in der Klasse, und auch wenn sie sich gern cool und unnahbar gab, erahnte Arno darunter doch eine nachdenkliche, sensible Seele.
Weit voraus in der Dunkelheit flammten pl'tzlich zwei rote Augen auf. Der Bahn'bergang! Kurz darauf konnte Arno im Licht der Scheinwerfer die reflektierenden, sich langsam senkenden Halbschranken erkennen.
Pech, wie meistens!
Im Fond des Wagens warf der junge T'rke Jenny einen Blick zu, den sie schon zu oft bei ihm gesehen hatte, als dass sie noch darauf hereingefallen w'. Diese gekonnt einstudierte Mischung aus gekr'ter Eitelkeit und spitzb'bischem Charme stellte er immer dann zur Schau, wenn er von ihr nicht bekam, was er wollte. Auch die Verletzlichkeit in diesem Blick war gespielt, das wusste Jenny mittlerweile.
"Was'n los?", fragte Erkan.
Jenny nahm einen schnellen Schluck aus der Flasche Becks. Dann strich sie mit der linken Hand ihr Haar zur'ck und achtete darauf, in dieser flie'nden Bewegung ihr tiefes Dekollete weit nach vorn zu strecken. Aus den Augenwinkeln nahm sie wahr, wohin Erkans Blick sofort wanderte. "Ich lass mich nicht auf 'nem R'cksitz betatschen." "Ey, mach mal halblang. Was hei' denn hier betatschen? Sind wir nun zusammen oder nicht?"
Jenny beugte sich zu ihm r'ber, ihre Brust ber'hrte seinen Oberarm, ihre Lippen n'rten sich den seinen. "Wenn ich es sage, vorher nicht." Damit lie'sie ihn sitzen, wandte sich ab, starrte aus dem Seitenfenster und tat so, als g' es im vorbeihuschenden, finsteren Wald etwas zu sehen. Arno stoppte den Wagen vor der Schranke. "Schei'", grunzte Jens, "fahr doch
drum herum." "Spinnste?", rief Jenny von hinten. "Nicht, wenn ich im Wagen sitze."
"Nur die Ruhe, h'e ich sowieso nicht gemacht." Arno, als Einziger im Wagen n'chtern, drehte die Lautst'e ein wenig runter und warf nun doch einen Blick in den R'ckspiegel. Leider bekam er nicht das Paar h'bsche gr'ne Augen zu sehen, in dem vielleicht ein wenig Dank und Anerkennung aufblitzte, weil er hier nicht den Coolen markierte. Stattdessen tauchte Erkan zwischen den Sitzlehnen auf und r'lpste. Der Gestank seines Atems widerte Arno an. "Du Arsch. Lass deine Gesichtsf'rze hinten ab."
"Warum machste die Mucke leise?" "Is mein Auto, oder?"
Arno war sich nicht sicher, ob Erkan wirklich sein Freund war, ganz sicher aber wusste er, dass er dessen selbstgef'ige Art nicht ausstehen konnte. Immer alles klar und cool, und keiner kam an ihn heran, und dazu sah er auch noch unversch' gut aus.
"Du brauchst Stoff, oder?", sagte Erkan und reichte die Flasche nach vorn. Viel war nicht mehr drin.
"Ich fahre."
"Spie'r."
Auf Arno konnte sie sich verlassen, das wusste Jenny, der w'rde nicht einfach um die Halbschranken herumfahren. Also hatte sie sich zur'ckgelehnt und lauschte der Unterhaltung nur mit einem Ohr. Ihr war schlecht, denn eigentlich mochte sie kein Bier. Au'rdem hatte sie seit gestern wieder ihre Tage; ihr Unterleib schmerzte, und die Hormone spielten verr'ckt. Mehrmals am Tag schwankte ihre Stimmung zwischen euphorischer Heiterkeit und l'ender Melancholie. Der Alkohol wollte auch nicht so recht helfen, aber das h'e sie den Jungs wohl kaum erkl'n k'nnen. Erkan schon gar nicht.
Sie starrte durch das Seitenfenster nach drau'n. Der finstre, undurchdringliche Waldrand war zum Greifen nah. Das wei' Licht der Scheinwerfer vermischte sich mit dem roten Licht der Ampeln zu einer w'sernen, unnat'rlichen Farbe, die der Dunkelheit kaum ein St'ck der Stra' entrei'n konnte. Vor einer halben Stunde hatte es noch wie aus Eimern gesch'ttet, und im Wald schien es immer no
ch zu regnen. Eine feuchte Dunkelheit war das, undurchdringlich und irgendwie be'stigend.
Jenny wollte sich gerade abwenden, da nahm sie eine Bewegung wahr. Oder glaubte es zumindest. Sie sah genauer hin. Da war doch was gewesen, am Waldrand!


"Der smarte Andreas Winkelmann hat das Zeug dazu, ein neuer Star der deutschen Thrillerliteratur zu werden! Sein Debüt "Tief im Wald und unter der Erde" ist kein Thriller von der Stange, nein, er verdient das Prädikat: außergewöhnlich. "

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