Penibel recherchiert und opulent erzählt
Obwohl Kaiser Ludwig (die Nachwelt wird ihn Ludwig der Fromme nennen) seinen Sohn Lothar zum Mitregenten über das fränkische Reich erklärt hat und auch die anderen Söhne in der Nachfolge berücksichtigt sind, führen unterschiedliche Ansichten über die Regierung immer wieder zu Konflikten innerhalb der Familie. Auch die unterschiedlichen Meinungen der Berater, die oft nur ihre eigenen Interessen im Blick haben, tragen nicht unbedingt zu jenem Regierungsstil bei, die Kaiser Ludwig im Sinn hat. Als Ludwigs Ehefrau stirbt und man ihn zu einer neuerlichen Ehe drängt, fällt die Wahl ausgerechnet auf Judith, auf jene Frau, auf die auch Sohn Lothar ein Auge geworfen hat. Die Kinder, die aus dieser Verbindung hervorgehen, schmälern - so die Meinung der erwachsenen Söhne - das zu erwartende Erbe, weshalb der Haussegen endgültig schiefhängt. Meine Meinung: Dieses über 810 Seiten schwere Buch zeichnet sich durch penible Recherche und angenehmen Schreibstil aus. Trotz der vielen Details zu der durchaus komplexen Geschichte des Fränkischen Reiches wirkt das Buch nie überfrachtet oder langatmig. Claudius Crönert ist es bestens gelungen die Welt des Mittelalters vor unseren Augen auferstehen zu lassen. Auch die politischen Querelen mit unterworfenen Völkern, die Tribute nicht zahlen oder die Einmischung der Kirche sind sehr gut dargestellt. Dass das fränkische Reich nach dem Tod von Ludwig dem Frommen nach endlosen Streitereien letztlich 843 (Vertrag von Verdun) in drei Teile zerfällt, war nicht im Sinne des Erfinders. Besonders gut gefällt mir das Cover, das sich durch seine kraftvolle Schlichtheit aus der Fülle der Mittelalterromane hervorhebt. Fazit:Gerne gebe ich diesem penibel recherchierten und opulent erzählten historischer Roman, 5 Sterne und eine klare Empfehlung.