Ein beeindruckendes Zeitbild, wie 1930 Deutschlands Weg in den Faschismus führte
Im dritten Teil der Saga um das Palais Heiligendamm, geht es zunächst um Julia, die Tochter von Elisabeth und Julius, die als Schülerin das Erstarken des Faschismus in Deutschland erlebt. Veränderungen in der Schule, die Ungleichbehandlung von Ariern und anderen veranlassen sie, früher als von den Eltern gewollt, ins Hotel zu wechseln, um dort eine Ausbildung zu machen. Den schon vertrauten Figuren zu begegnen, nach Jahrhundertwende und erstem Weltkrieg, ist schön und auch ihre Entwicklungen zu verfolgen, macht große Freude. Das Umfeld im Deutschland der 30er Jahre ist erschreckend düster dargestellt und mehr als einmal ziehe ich Parallelen zur heutigen Zeit mit Krisen und dem Erstarken des Faschismus in vielen Ländern. Aus diesem Grund musste ich die Lektüre mehrfach unterbrechen, weil mich diese Parallelen erschreckt haben. Die Frage: Wie konnte Hitler damals so schnell an die Macht kommen?, ist hier aus den persönlichen Geschichten der Familie Kuhlmann sehr eindrücklich geschildert. Der Umbau einer Republik zu einer faschistischen Diktatur ist sehr nachvollziehbar beschrieben. Wird es noch eine weitere Geschichte geben? Stoff dafür böte das Ende.Die gesamte Reihe hat mich bewegt und beeindruckt. Angefangen hatte ich, weil ich im letzten Herbst erstmals in Heiiligendamm war und gern historische Geschichten lese. Dass gerade der dritte Band so aktuell ist, hätte ich mir nicht träumen lassen. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung.