Air von Christian Kracht ist eine genial konstruierte Geschichte. Eins ergibt sich aus dem anderen und ist am Ende so rund wie eine Kugel.
Air von Christian Kracht ist eine genial konstruierte Geschichte, in der ein realistischer und ein Sci-Fi/Fantasy-artiger Strang sich erst parallel zueinander bewegen, um sich dann zu kreuzen und mehr und mehr zu mischen, wobei schon von Anfang an verschiedene Elemente in beiden Strängen in anderen Zusammenhängen auftauchen. Dann "verflacht" die Handlung, indem Hauptfiguren und ganze Armeen sterben und die Handlung stark gerafft wird, obwohl ein ganz neues Land betreten wird. Am Ende frieren die ersten und gleichzeitig letzten "realen" Hauptcharaktere als zweidimensionale Figuren auf dem schon zu Beginn erwähnten Gemälde ein.Wer trotz der Kürze des Buches epische Science-Fiction oder Fantasy erwartet hat, ist sicherlich enttäuscht. Wer sich von dieser Erwartung lösen konnte, wird belohnt mit etwas, was Freude an der Konstruktion einer Geschichte an sich ist. Alles daran stimmt, eins ergibt sich aus dem anderen und ist am Ende so rund wie eine Kugel. Was soll das Ganze, kann man vielleicht fragen, ohne eine gute Antwort zu bekommen. Für mich kommt die Geschichte aber auch ohne eine Moral oder tiefere Botschaft aus. Eben weil sie einfach nur genial konstruiert ist.