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Die Büchse der Pandora

Geschichte des Ersten Weltkrieges. 5. , durchgesehene und um ein Sachregister erweiterte Auflage. mit 62…
Buch (gebunden)
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Diese Gesamtgeschichte des Ersten Weltkriegs ist konkurrenzlos. Noch nie wurde die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts so vielschichtig erzählt: europäisch vergleichend, global in der Perspektive, souverän in der Darstellung.
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Produktdetails

Titel: Die Büchse der Pandora
Autor/en: Jörn Leonhard

ISBN: 3406661912
EAN: 9783406661914
Geschichte des Ersten Weltkrieges.
5. , durchgesehene und um ein Sachregister erweiterte Auflage.
mit 62 Abbildungen, 14 Karten, 5 Tabellen und 4 Schaubildern.
Beck C. H.

14. November 2014 - gebunden - 1157 Seiten

Beschreibung

Diese Gesamtgeschichte des Ersten Weltkriegs ist konkurrenzlos. Noch nie wurde die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts so vielschichtig erzählt: europäisch vergleichend, global in der Perspektive, souverän in der Darstellung.
Jörn Leonhards grandiose Synthese entfaltet ein beeindruckendes Panorama. Sie zeigt, wie die Welt in den Krieg hineinging und wie sie aus ihm als eine völlig andere wieder herauskam. Sie nimmt nicht nur die Staaten und Nationen in den Blick, sondern auch die Imperien in Europa und weit darüber hinaus. Sie beschreibt die dynamische Veränderung der Handlungsspielräume, die rasanten militärischen Entwicklungen und die immer rascheren Wandlungen der Kriegsgesellschaften. Und sie lässt die Erfahrungen ganz unterschiedlicher Zeitgenossen wieder lebendig werden: von Militärs, Politikern und Schriftstellern, Männern und Frauen, Soldaten und Arbeitern. Doch die Gewalterfahrungen des Weltkrieges endeten nicht mit den Friedensverträgen nach 1918, sondern setzten sich in Europa und der ganzen Welt im Namen neuer Ordnungsvorstellungen und radikaler Ideologien fort - so als wäre damals die Büchse der Pandora geöffnet worden, jenes Schreckensgefäß der antiken Mythologie, aus dem alle Übel der Welt entwichen, als man gegen den Rat der Götter seinen Deckel hob.

Portrait

Jörn Leonhard ist Professor für Westeuropäische Geschichte an der Universität Freiburg.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 07.04.2014

Kollektive Irrtümer und große Opfer
Aus europäischer Perspektive: Ursachen, Verlauf, Ende und Folgen des Ersten Weltkrieges

Das Erinnerungsjahr an den Ersten Weltkrieg hat eben erst begonnen, aber eigentlich schreiben wir schon den 11. November 1918. Es ist der Tag des Waffenstillstands - und Jörn Leonhard lässt uns zurückblicken auf 51 Monate Krieg, darüber hinaus auch auf eine lange Vorgeschichte und die Folgen. In seinem großen Panorama treten alle Beteiligten noch einmal auf, die Politiker, die militärischen Führer, die Soldaten und die Menschen in der Heimat. Die Büchse der Pandora: Das ist für Leonhard die Gewalt, die durch den Ersten Weltkrieg aus der Kontrolle gerät und die Menschheit überfällt. Es fängt harmlos an. Die Kinder der Familie Mann (bekannt durch Familienvater Thomas) planen im Sommer 1914 ein Theaterstück "Die Büchse der Pandora"; den Stoff kennen sie aus Gustav Schwabs Nacherzählung der antiken Mythen. Dann kommt am 1. August die Nachricht: Aus der Theateraufführung wird nichts, es ist Krieg!

Der erste Schwerpunkt des Buches ist den Kriegsursachen gewidmet. Vom Sommer 1914 führt Leonhard uns zurück in das neunzehnte Jahrhundert, das als Zeitalter des Fortschritts und der Vernunft gilt, in dem aber auch immer wieder die Gewalt ausbrach, um dann mühsam gebändigt zu werden. Die Regierungen der europäischen Mächte suchten Sicherheit in konkurrierenden Bündnissystemen, die sich zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bedrohlich gegenüberstanden und ebendadurch Unsicherheit verbreiteten: auf der einen Seite die "Entente" von Frankreich, Russland und Großbritannien, auf der anderen Seite der "Dreibund" mit dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien. Immerhin gelang es, verschiedene regionale Konflikte zu begrenzen, darunter einige koloniale Streitigkeiten, zwei Balkankriege und den Italienisch-Türkischen Krieg. Eine latente Instabilität lag darin, dass sich das Kräfteverhältnis zwischen den Bündnissystemen zugunsten der Entente verschob. Russland war mit französischer Unterstützung auf dem Wege einer wirtschaftlichen und militärischen Modernisierung. Der Dreibund dagegen war zum Zweieinhalb-Bund geworden, denn es war absehbar, dass Italien wegen seiner Gebietsansprüche gegen Österreich-Ungarn das Bündnis verlassen würde. Das war vor allem für Berlin eine beunruhigende Perspektive, weil Wien aufgrund vieler innerer Konflikte kein besonders mächtiger Bündnispartner mehr war.

Dann geschah der Mord an dem österreichisch-ungarischen Thronfolgerpaar am 28. Juni 1914. Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich sahen in dem Attentat eine Gelegenheit, Serbien und darüber hinaus auch Russland, das Serbien unterstützte, und Frankreich, das mit Russland verbündet war, eine diplomatische Niederlage beizubringen oder in einen Krieg zu drängen, den man gegenüber der eigenen Bevölkerung als gerechte Aktion begründen konnte. Die Regierungen und die führenden Militärs in Berlin und Wien nahmen an, dass man einen Krieg jetzt noch gewinnen würde, auch ohne italienische Unterstützung; in einigen Jahren wäre das Kräfteverhältnis ungünstiger. Anfang August standen Deutschland und Österreich-Ungarn, die "Mittelmächte", im Krieg gegen Serbien, Belgien, Russland, Frankreich und Großbritannien. Beide Seiten warben um Verbündete. Die Mittelmächte konnten Bulgarien und das Osmanische Reich gewinnen, weil deren Regierungen erwarteten, verlorene Gebiete aus den Balkankriegen zurückzuerobern. Die Entente erweiterte sich im Laufe des Krieges zum Weltbündnis von 34 Staaten, darunter seit 1917 die Vereinigten Staaten von Amerika.

Im zweiten Schwerpunkt zeigt Leonhard uns den Kriegsverlauf, in dem die Gewalt Jahr für Jahr eskalierte. Die Jahresschritte entsprechen der zeitgenössischen Perspektive. Politiker und Militärs beider Seiten überlegten am Ende eines Jahres, warum sie nicht gewonnen hatten, und dachten sich für das nächste Jahr etwas Neues aus. Die Soldaten beider Seiten erhofften für das neue Jahr einen Frieden, den sie gesund erleben wollten. "Jetzt bin ich im fünfzehnten Kriegsmonat [...] und das Ende scheint mir ferner denn je. Was für ein Leben!", schrieb der junge französische Soldat Marcel Papillon im Oktober 1915 an seine Eltern.

Ende 1914 waren die Erwartungen eines raschen Sieges gescheitert. Der Bewegungskrieg war in Belgien und Frankreich zum Stellungskrieg erstarrt. Nach vielen verlustreichen Angriffen und Gegenangriffen, nach Millionen von Toten war die Front Anfang November 1918 ungefähr dort, wo sie im November 1914 gewesen war. Im Osten Europas gab es längere Vormärsche und Rückmärsche, aber auch dort fiel keine Entscheidung. Die Industrialisierung, die in Friedenszeiten so große Produktivitätsfortschritte gebracht hatte, führte im Krieg zu ungeheurer Destruktionskraft - durch Schnellfeuergeschütze, Maschinengewehre, dann durch Flugzeuge, Giftgas, Tanks und zur See durch Schlachtschiffe und U-Boote.

Strategisch fiel beiden kriegführenden Parteien seit 1915 nicht mehr viel ein. Die Mittelmächte waren von einem weiten Belagerungsring umschlossen und wurden durch die alliierte Blockade zunehmend isoliert. Die deutsche Seite versuchte, durch U-Boote den Zugang der europäischen Alliierten zum Weltmarkt zu unterbrechen; aber das gelang nicht und beschleunigte nur den Kriegseintritt der Vereinigten Staaten. Nach den furchtbaren Schlachten des Jahres 1916 bei Verdun und an der Somme ging es nicht mehr um große Frontdurchbrüche und Vormärsche, sondern um die langsame Zermürbung des Gegners. 1917 schied Russland aus dem Krieg aus, aber dafür verlieh der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten den Alliierten die entscheidende Überlegenheit. Im Herbst 1918 war die Widerstandskraft der Mittelmächte erschöpft; das Osmanische Reich, dann Bulgarien, Österreich-Ungarn und schließlich Deutschland ersuchten um Waffenstillstand. In den chronologischen Bericht hat Leonhard eine umfassende Darstellung der weltweiten Verflechtungen, der gesellschaftlichen Veränderungen, der wirtschaftlichen Lage und der Mentalitäten integriert. Die Eskalation der Gewalt führte auch innerhalb der kriegführenden Länder zu sozialen Spannungen und Konflikten. Die türkische Regierung organisierte ab 1915 einen Völkermord an den Armeniern.

In einem dritten Schwerpunkt geht es um den Übergang vom Krieg zum Frieden. Leonhard betont, dass das Ende des Krieges nicht das Ende der Gewalt bedeutete. Auf den Waffenstillstand folgten Bürgerkriege und regionale Konflikte, die bis 1923 dauerten. Und die Friedensschlüsse brachten nicht die friedliche Weltordnung, die sie versprachen. Wie Georges-Henri Soutou schon 1989 in seiner Studie "L'or et le sang" gezeigt hat, waren die Sieger trotz der intensiven Kriegszieldiskussionen, die es in beiden Lagern gab, auf den Frieden schlecht vorbereitet. Unterschiedliche Wirtschaftsinteressen der Siegermächte, Zugeständnisse an die nationalen Bewegungen und eine von allen Unabhängigkeitsbestrebungen unbeeindruckte Kolonialpolitik trafen zu manchen unverträglichen Kompromissen zusammen. Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien und die Türkei verloren durch die Friedensverträge, die von 1919 bis 1923 geschlossen wurden, erhebliche Gebiete an alte und neue Nachbarn und wurden zu Reparationen verpflichtet. Die deutschen Kolonien und die arabischen Provinzen des Osmanischen Reiches wurden unter den Siegermächten verteilt. Ein neugeschaffener Völkerbund sollte die Stabilität der Friedensordnung gewährleisten.

Am Schluss äußert sich Jörn Leonhard, zum Gefäß der Pandora zurückgekehrt, optimistisch. Nach vielen Mühen, kollektiven Irrtümern und großen Opfern ist es gelungen, die Extreme der Gewalt, die sich seit August 1914 entfaltet hatten, wieder einzufangen. Jedenfalls in Europa, könnte man ergänzen.

GERD HARDACH

Jörn Leonhard: Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs. C.H. Beck Verlag, München 2014. 1088 S.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Leonhard:Die Büchse der Pandora
von D.R. - 08.04.2014
Diese "Lektüre" ist kein Spaziergang. Der in zehn Teile gegliederte Band geht weit über das hinaus, was man als Leser sonst gewohnt ist. In Teil 1&2 werden die Vorgeschichte, Ursache und Anlässe des 1. Weltkrieges behandelt. Die fünf weiteren Teile sind je einem Kriegsjahr gewidment und in den Teilen 8-10 untersucht Leonhard die kurz- und langfristigen Folgen des Krieges. Sein Ansatz ist sozusagen enzyklopädisch.
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