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Dann schlaf auch du

Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt 2016. Originaltitel: Chanson douce.
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Der Preis des Glücks

Sie wollen das perfekte Paar sein, Kinder und Beruf unter einen Hut bringen, alles irgendwie richtig machen. Und sie finden die ideale Nanny, die ihnen das alles erst möglich macht. Doch wie gut kann man einen fremden Menschen ken … weiterlesen
Buch

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Dann schlaf auch du als Buch

Produktdetails

Titel: Dann schlaf auch du
Autor/en: Leïla Slimani

ISBN: 3630875548
EAN: 9783630875545
Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt 2016.
Originaltitel: Chanson douce.
Übersetzt von Amelie Thoma
Luchterhand Literaturvlg.

21. August 2017 - gebunden - 222 Seiten

Beschreibung

Der Preis des Glücks

Sie wollen das perfekte Paar sein, Kinder und Beruf unter einen Hut bringen, alles irgendwie richtig machen. Und sie finden die ideale Nanny, die ihnen das alles erst möglich macht. Doch wie gut kann man einen fremden Menschen kennen? Und wie sehr kann man ihm vertrauen?

Sie haben Glück gehabt, denken sich Myriam und Paul, als sie Louise einstellen - eine Nanny wie aus dem Bilderbuch, die auf ihre beiden kleinen Kinder aufpasst, in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement. Wie mit unsichtbaren Fäden hält Louise die Familie zusammen, ebenso unbemerkt wie mächtig. In wenigen Wochen schon ist sie unentbehrlich geworden. Myriam und Paul ahnen nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, der sie das Kostbarste anvertrauen, das sie besitzen. Von der tiefen Einsamkeit, in der sich die fünfzigjährige Frau zu verlieren droht. Bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht. Ebenso unaufhaltsam wie schrecklich.




Trailer

Portrait

Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Ihr Roman »Dann schlaf auch du« ist ein internationaler Bestseller und wurde mit dem renommierten Prix Goncourt ausgezeichnet. Slimanis Debüt »All das zu verlieren«, ebenfalls preisgekrönt, erscheint in 25 Ländern und wird derzeit verfilmt. Leïla Slimani wurde 1981 in Rabat geboren und wuchs in Marokko auf. Nach dem Studium an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po arbeitete sie zunächst als Journalistin für die Zeitschrift »Jeune Afrique«. Ende 2017 wurde sie zur persönlichen Beauftragten von Staatspräsident Emmanuel Macron zur Pflege des französischen Sprachraums ernannt. Sie lebt mit ihrer Familie in Paris.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Es ist klar, es ist schmerzhaft, und es ist großartig."
Annabelle Hirsch, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Paule-Francoise Goyheneix
Eine tragische Geschichte, viele Fragen
von Paule-Francoise Goyheneix Holm 37 - 27.08.2017
Chanson douce, der französische Titel des Romans , erinnert unweigerlich an ein Lied von Henri Savaldor (+2008), der dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag gefeiert hätte. Da erzählt der Chansonnier von einem Schlaflied, das ihm einst die Mutter sang, um das am Daumen lutschende Kind in den Schlaf zu bringen, Es ist die Rede von einem Ritter, der das Reh vor dem Wolf rettet, aber es ist ein sanftes Wiegelied voller Zärtlichkeit. Anders das Dann schlaf auch du von Frau Slimani. Hier ein Roman, der sich nicht einfach abschütteln lässt! Er fängt mit der Tragödie an, quasi mit den letzten Bildern. Und dann wird die Geschichte zurückgespult, so dass der Leser die Möglichkeit hat Strich für Strich eingeweiht zu werden, als stiller Beobachter von Anfang an. Glücklicherweise hat die Autorin mit marokkanischen Wurzeln die Nanny so beschrieben, dass keine ausländische Herkunft als Grund herhalten muss. Dennoch drängen sich dem aufmerksamen Leser viele Fragen im Laufe einer hochspannenden Lektüre. War etwas vorhersehbar ? Wann treten die ersten disharmonischen Nuanzen auf ? Wie kommt es Schritt für Schritt zur Katastrophe ? Welche Rolle haben die Frauen, welche die Männer ? Wer hat wie Schuld auf sich geladen ? Und nicht zuletzt : Wäre das Drama vermeidbar gewesen ? Die Antworten lassen sich, meiner Meinung nach, in den Details finden, nicht in einem Pauschalurteil.
Bewertungen unserer Kunden
Warum es zu einer Katastrophe kam
von adel69 - 05.12.2017
Die Handlung: Das Buch beginnt mit dem Schluss. Zwei Kinder wurden umgebracht. Das Baby war sofort tot, das kleine Mädchen kämpfte noch schwer verletzt ums Überleben, verlor den Kampf aber. Die Nanny Louise war die Täterin¿ Alles geschah in Paris. Man steht als Leser fassungslos vor der Lektüre, man ist erschrocken - und fragt sich, warum die Autorin mit dieser grausamen Tatsache anfängt. Was soll jetzt noch kommen? Aber die Autorin hat nicht vor, einen Krimi zu schreiben. Sie möchte aufzeigen, wie es so weit kommen konnte. Ihr Roman liest sich oft wie eine Studie, wie ein Bericht. Sie reiht immer wieder Tatsachen aneinander, das ist ungewöhnlich. Die Handlung ist vorwiegend im Präsens (der Gegenwart) geschildert. Der Beginn der Handlung ist, wie eine Frau, namens Myriam, zwei Kinder bekommt. Wunschkinder. Sie und ihr Mann Paul sind überglücklich. Aber bald ist Myriam mit zwei Kindern überfordert - sie sehnt sich wieder nach beruflicher Tätigkeit und beneidet ihren Mann, der dem Familientrubel immer wieder entgehen und arbeiten kann. Das ist der Grund, warum Myriam und Paul ein Kindermädchen - eine Nanny also - über eine Agentur suchen. Sie finden Louise, die "Traum-Nanny", die einfach perfekt ist. Sie hat gute Zeugnisse, sie ist fleißig und denkt bei ihrer Arbeit mit. Sie räumt die Wohnung auf und kocht hervorragende Gerichte. So kann Myriam wieder sorglos arbeiten - zu Hause ist doch alles in Ordnung, die Nanny Louise hat alles im Griff. Dann jedoch ändert sich das Verhältnis zwischen der Nanny und Myriam und Paul. Es beginnt schleichend, es setzt sich schleichend fort. Einige Blicke in die Vergangenheit der "Nanny" sollen Erklärungen liefern. Meine Meinung: Der Beginn des Buches ließ beinahe meinen Atem stocken. Im Verlauf der Lektüre merke ich, dass die Autorin gut ein Bild einer heilen Familie entwickeln kann. Allerdings bekommt die oft traurige Vergangenheit der Nanny immer mehr Gewicht. Man kann sich das als Leser sehr gut vorstellen. Es bedrückt und es schockiert. Es gibt Erlebnisse, die die Nanny nachhaltig geprägt haben. Beispielsweise Geldknappheit. Das alles liest man mit Spannung, mit Interesse, weil man wissen will, wie jemand dazu kommt, ein grausames Verbrechen zu begehen. Das Buch ist schnell lesbar, der Schreibstil ist allerdings oft gewöhnungsbedürftig und manche Details - besonders einige aus der Vergangenheit von Louise - sind mir doch etwas zu ausführlich geschildert. Deswegen ziehe ich einen Punkt in der Gesamtwertung ab , bewerte das Buch mit der Note "gut" und empfehle es mit vier von fünf Sternen weiter.
Chanson douce
von Pedi - 27.11.2017
"Das Baby ist tot. Wenige Sekunden haben genügt. Der Arzt hat versichert, dass es nicht leiden musste. Man hat es in eine graue Hülle gelegt und den Reißverschluss über dem verrenkten Körper zugezogen, der inmitten der Spielzeuge trieb. Die Kleine war dagegen am Leben, als die Sanitäter kamen. Sie hatte sich gewehrt wie eine Wilde." Sicher ist die Tötung von Kindern immer noch etwas besonders grausames, aber unzählige Thriller überbieten sich mittlerweile mit blutrünstigen Einstiegen. Außerdem nimmt das Spektakuläre des Romans sehr bald ab, er wird nüchtern und protokollarisch. Ihn einen Thriller zu nennen würde deswegen auch nicht ganz die Wahrheit treffen. Myriam und Paul Massé sind ein Paar der gehobenen Mittelschicht in Paris, gut ausgebildet, sie Juristin, er Musikproduzent. Zwei Wunschkinder, natürlich ein kleines bezauberndes Mädchen und ein süßer Junge kommen auf die Welt, von den Eltern geliebt und verhätschelt. Doch bald nach der Geburt des zweiten Kindes, beginnt der gutaussehenden und talentierten Mutter die berühmte Decke auf den Kopf zu fallen. Dass der Vater in seinem aufregenden Beruf nicht kürzer treten kann, scheint selbstverständlich. Die Großeltern stehen nicht zur Verfügung, sondern verwirklichen ihre Träume vom Lebensabend auf dem Land. Also ist klar: Eine Nanny muss her, denn eine Krippe oder ein Hort ist nicht aufzutreiben. Eine Situation, mit der sich sehr viele (gerade gut situierte, gut ausgebildete - und häufiger lesende) Eltern identifizieren können. Hier beginnt der Alptraum. Denn die anfangs so perfekte, liebevolle Louise wird am Ende zur Mörderin der Kinder. Aus Bequemlichkeit geben sie immer mehr Zuständigkeiten ab, ignorieren auch zunehmend unheilvolle Zeichen. Denn Louise ist eine psychisch labile Frau. Diese Labilität verbirgt sie hinter einer äußerlichen Perfektion, die sowohl ihr Äußeres als auch ihre Tätigkeit umfasst und die bald beängstigende Ausmaße erreicht. Während Louise alles über ihre Arbeitgeber weiß, interessieren diese sich überhaupt nicht für ihr Leben, ihre Sorgen, auch nicht, als sie allmählich in eine ausweglose Situation gerät. Leïla Slimani erzählt von dieser unglücklichen Entwicklung spannend und trifft mit dem Buch einen Nerv. Die Autorin hat mit "Dann schlaf auch du" einen deutlich soziologisch angelegten Roman verfasst.
Unaufhaltsam hin zur Katastrophe
von Gisel - 20.11.2017
Myriam und Paul waren froh, als sie Louise als Nanny für ihre beiden Kinder fanden. Sie schien perfekt zu sein, die Kinder liebten sie, besser hätte es nicht kommen können, und Myriam konnte wieder berufstätig sein. Was aber ist passiert, dass sie zur Mörderin der beiden Kinder geworden ist? Das Buch steigt mit einer dramatischen Szene ein, mit dem Tod der beiden Kinder. Die Autorin Leïla Slimani lässt in Rückblicken die Geschichte wieder aufleben, vom ersten Einsatz Louises in der Familie bis hin zum Tod der beiden Kinder. Sie greift die Ängste jedes Elternteils auf, der sein Kind in fremde Hände übergibt. Die Erzählung berücksichtigt sowohl die Sichtweise der Eltern wie auch die der Kinderbetreuerin, so dass sich der Leser in beide Seiten gut hineinversetzen kann. Louises Motive sind gut nachvollziehen, das Entsetzen über die unaufhaltsame Tragödie dafür umso größer. Psychologisch ausgefeilt geschrieben, wird das Buch von der ersten Seite zum Pageturner. Die eher kurzen Kapitel, die große Schrift und der flüssige Schreibstil erleichtern das Lesen. Herausgekommen ist ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist und erschreckend realistisch daherkommt. Unaufhaltsam kommt die Katastrophe auf alle zu, es gibt in diesem Setting nur diese mögliche Geschichte. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung und alle fünf möglichen Sterne.
Die Servicegesellschaft und ihre Schattenseiten
von anushka - 12.11.2017
Myriam fühlt sich allein mit der Mutterrolle nicht ausgefüllt. Also beschließen ihr Mann und sie, dass sie wieder arbeiten gehen soll, auch wenn ihr ganzes Einkommen dann für die Einstellung einer Nanny draufgeht . Und Myriam und Paul, ein Paar der Pariser oberen Mittelschicht, haben hohe Ansprüche. Die Dinge müssen genau nach ihren modernen Vorstellungen geschehen. Mit Louise scheinen sie einen Glücksgriff gemacht zu haben. Sie ist alleinstehend und das eigene Kind längst aus dem Haus. Sie ist quasi rund um die Uhr verfügbar und übernimmt schleichend auch im Haushalt immer mehr Aufgaben. Doch sie macht sich auch zunehmend unentbehrlich und schleicht sich in die Familie ein. Und dann passiert das Unfassbare, der Alptraum jeder Eltern ... Das Buch eröffnet bereits mit der Tragödie: Myriam kommt heim und findet ihre Kinder schwerverletzt vor. Keines ihrer Kinder wird überleben. Schon auf den ersten Blick wird klar: Louise ist die Täterin. Doch wie konnte es dazu kommen? Das rollt das Buch nach und nach auf, obwohl nie eine abschließende konkrete Erklärung präsentiert wird. Doch das Buch zeichnet die Situation aller Beteiligter Stück für Stück nach und man erfährt, wie es zur Eskalation kommt. Dabei wird deutlich, dass Myriam und Paul ihre Nanny kaum je als individuellen Menschen betrachten, sondern oft nur als Dienstleisterin. Sie geben vor Freunden mit ihr an als wäre sie ein Besitz und wissen gleichzeitig nichts über Louises Leben oder ihre Lebensumstände, bemerken ihre Einsamkeit nicht, ihr Bedürfnis nach Gebrauchtwerden oder ihre finanziellen Sorgen. Das Buch ist an vielen Stellen unangenehm, greift es doch so lebensnah gängige Situationen auf, die sich vielen Familien heutzutage stellen. Es erschüttert, wenn es aufzeigt, wie sich die heutige Gesellschaft entwickelt und dass die westlichen Ländern wieder eine Art feudaler Gesellschaftssysteme aufbauen. Louise hat sich ausschließlich an den Bedürfnissen der Arbeitgeber zu orientieren. Sie wird sogar in den Urlaub mitgenommen, um dort die Kinder zu hüten, denn was anderes sollte sie schon vorhaben? Dabei lebt sie gleichzeitig in der prekären Lage von Niedriglohnangestellten. Sie weiß, dass mit zunehmendem Alter der Kinder ihre Stelle verzichtbar wird, hat gleichzeitig aber so wenig verdient, dass sie nicht vorsorgen kann. Hinzu kommt aber auch Louises ganz eigene, mitunter labile, Persönlichkeit. Sie kauft den Kindern unterwegs ein Eis oder etwas anderes, wagt aber nicht, den Eltern das Geld in Rechnung zu stellen und diese kommen von selbst nicht darauf. Und so wird Louises Zwangslage immer größer und ihre Situation immer verfahrener. Dieses Buch ist ein eindringliches Plädoyer dafür, darüber nachzudenken, dass Angestellte auch ein eigenes Leben und eigene Sorgen haben; dass sie möglicherweise, oder eigentlich meistens, keinesfalls so gut situiert sind wie ihre Arbeitgeber und somit stark abhängig sind. Dann schlaf auch du ist erschütternd und rüttelt auf. Nicht zuletzt auch deswegen, weil es auf einem realen Fall basiert. Ort, Figuren und Erklärungen sind jedoch fiktiv, aber sehr realistsch und berührend. Die Psychogramme vor allem der Mutter und der Nanny sind intensiv und sehr gelungen. Die Autorin kann den Spannungsbogen sehr gut aufbauen, obwohl das eigentlich tragische Ereignis schon auf den ersten Seiten geschildert wird. Das Buch ist gleichzeitig aber auch eine eingängige Gesellschaftskritik der heutigen westlichen Industrienationen, deren Anforderungen kaum noch erfüllbar sind und so zu moralischen und emotionalen Konflikten und Belastungen führen. Die eben auch in Tragödien enden können. Abgesehen von der Gesellschaftskritik ist das Buch aber auch ansonsten gelungen und auch lesenswert für alle, die einfach nur einen spannenden, berührenden und erschütternden Roman über ein Familiendrama lesen möchten.
Das Dilemma einer erzwungenen Abhängigkeit
von jenvo82 - 06.11.2017
"Sie hat die unsichtbaren Fäden in der Hand, ohne die der Zauber nicht funktioniert. Sie ist Vishnu, die nährende, eifersüchtige und schützende Gottheit. Sie ist die Wölfin mit der Zitze, an der sie alle trinken, die verlässliche Quelle ihres Familienglücks." Inhalt Myriam Massé, Mutter zweier kleiner Kinder sehnt sich danach, endlich wieder in ihren Beruf einzusteigen und dort mit Erwachsenen zu kommunizieren und Bestätigung durch sinnvolle Arbeit zu erfahren. Als ihr ehemaliger Kommilitone sie in seine Anwaltskanzlei holen möchte, sagt sie zu und sucht gemeinsam mit ihrem Mann Paul eine Nanny für die beiden Kleinkinder. Sie haben großes Glück und finden eine Frau, die nicht nur Wert auf ihr Äußeres legt, sondern auch noch eine Landesfrau ist und über mehrjährige Berufserfahrung verfügt. Außerdem scheint sie einen direkten Draht zu Adam und Mila zu haben und wird prompt engagiert. Was zunächst wie der Sechser im Lotto erscheint, weil die Kinderfrau Louisé nicht nur kocht, aufräumt und den kompletten Haushalt samt Kindern übernimmt, entwickelt sich mehr und mehr zu einem ungesunden Abhängigkeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Angestellter. Myriam und Paul machen nun Familienurlaub zu "fünft" und fühlen sich wie Fremde in der eigenen Wohnung. Die ungesunde Stimmung nimmt kontinuierlich zu, doch keiner hätte die Tragödie, die sich wenig später im Hause Massé ereignet vorausgesehen ¿ Meinung Dieser Roman, der im Jahr 2016 Preisträger des Prix Goncourt geworden ist, hat mich schwer beeindruckt. Weniger auf Grund seines literarischen Anspruchs als vielmehr durch die beklemmend realistische und doch erschreckend grausame Erzählung, die sehr viele Belange des täglichen Lebens aufgreift und sie in einen alltäglichen Kontext setzt. Darüber hinaus entwirft die junge Autorin Slimani nicht nur vielschichtige Charaktere, sondern auch ein Beziehungsgeflecht zwischen Ihnen, welches wie das Netz einer gefährlichen Spinne immer dichter und enger wird und in dem man schließlich nur noch als Beute verenden kann. Die gewählte Ausgangssituation ist äußerst profan und realistisch, zeigt aber bereits das Dilemma, in dem sich berufstätige Mutter befinden, die zwar ihrer beruflichen Laufbahn nachgehen möchten, dann aber förmlich gezwungen sind, ihre Kinder einer anderen Frau anzuvertrauen, sie in die Obhut Fremder zu entlassen und immer mit einer latenten Schuld leben, weil Kind und Karriere nicht restlos vereinbar sind. Desweiteren greift die Autorin einen wichtigen gesellschaftlichen Punkt auf, der deutlich macht, wer eigentlich die Zugehfrauen sind, woher sie kommen und wie undankbar und unterbezahlt ihre tägliche Schwerstarbeit ist. Zwar sind die Umstände im gewählten Pariser Musterhaushalt noch weit schockierender, noch viel tiefgründiger und natürlich äußerst persönlich, doch neben dem Einzelschicksal der Familie Massé, wird auch das gesellschaftliches Phänomen von Nannys greifbar. Die gewählte Erzählperspektive sorgt beim Leser für den Rundumblick, eben weil er nicht nur die gestresste, verzweifelte Mutter kennenlernt, nicht nur den leicht desinteressierten Vater, sondern auch die psychisch gestörte Kinderfrau, die arglosen, manchmal auch gemeinen Kinder. Die Nachbarn, das persönliche Umfeld, die immer gleichen Tagesabläufe und die zahlreichen Ursachen aus der Vergangenheit ebenso wie die trügerische Idylle der Gegenwart. Die Besonderheit dieses Romans liegt meines Erachtens in seiner beklemmenden Stimmung, in seiner nachhaltigen Wirkung und seiner allumfassenden Erzählweise. Obwohl die Autorin bewusst auf die Ich-Erzählperspektive verzichtet und damit alles sehr sachlich und streckenweise distanziert wirkt, gefällt mir dieses stilistische Mittel bei der Art der Erzählung ausgesprochen gut. Nicht zuletzt, weil damit die Frage nach Schuld oder Selbstverschulden so offen im Raum hängen bleibt. Es gibt kein abschließendes Urteil, keine absolute Wahrheit, keine zufriedenstellende Auflösung - die Tragödie nimmt einfach ihren Lauf und lässt den Leser mit dem bitteren Geschmack des Unvermeidlichen zurück. Fazit Ich vergebe 5 Lesesterne für ein weiteres Lesehighlight im Jahr 2017, einen Roman mit Realitätsbezug mit Dramatik, mit persönlichen und gesellschaftlichen Verfehlungen, mit Menschen, die nicht aus ihrer Haut können, die gleichermaßen verzweifelt und engagiert auftreten, die kämpfen, abwägen und fehlerhafte Entscheidungen treffen. Und diese fast psychologische Menschenstudie hat mir ausgesprochen gut gefallen, weil sie Komplexität und Überblick bewahrt, in Momenten in denen das Glück Einzelner wie ein herunterfallender Spiegel in tausend Scherben zerbricht.
Schein und Sein
von KrimiElse - 30.10.2017
Was bringt ein Kindermädchen dazu, die ihr anvertrauten Kleinkinder einer jungen Pariser Familie zu ermorden und sich danach selbst zu richten? Dieser Frage folgt der Leser des spannenden Psychodramas "Dann schlaf auch du" von Leïla Slimani, das völlig zu Recht im vergangenen Jahr mit dem Prix Concourt ausgezeichnet wurde. Das junge Pariser Ehepaar Myriam und Paul Massé ist glücklich, als es die perfekte Kinderfrau, eine "Nounou", für ihre beiden kleinen Kinder Mila und Adam einstellt. Myriam, die Anwältin, war nach der Geburt des zweiten Kindes unzufrieden mit ihrem Leben am Herd und kann wieder arbeiten, Paul muss bei nächtlichen Aufnahmen im Tonstudio keine Rücksicht auf die Familie nehmen. Alles wirkt perfekt, zumal Louise, die Nanny, wie eine Fee zusätzlich für penible Ordnung in der Wohnung und für lobenswert gutes Essen sorgt. "Sie hat die stille Wohnung ganz in ihrer Gewalt, wie einen Feind, der um Gnade bittet." Louise hält alle Fäden in der Hand, macht sich unentbehrlich bei Eltern und Kindern, versucht um jeden Preis zu gefallen. Ahnungslos vertrauen Paul und Myriam ihr, nehmen sie im Sommer mit in den Urlaub, unterwerfen sich ihrem Regime ohne Rebellion, auch wenn ihre Erziehungsmethoden angestaubt und ihre prinzipielle Einstellung zu den Dingen pingelig ist und nicht der gewohnten Lebensweise des Paares entspricht. Niemandem fällt auf, dass Louise am Abgrund steht und mit ihrem oft zwanghaften Verhalten psychopathische Züge aufweist. "Sie beobachtet die Kinder, wie man einen frisch geangelten Fisch mit blutigen Kiemen betrachtet, dessen Körper im Todeskampf zuckt." Getrieben vom Wunsch, zur Familie zu gehören, nicht wieder in ihre Einsamkeit zurückkehren zu müssen, wenn die beiden ihr anvertrauten Kinder zu groß für eine Nounou sind und in den Kindergarten kommen, tut Louise alles dafür, um ihren Platz in der Familie zu bewahren. Doch ihre Fassade bröckelt, ein paar Fäden lösen sich aus dem von ihr gesponnenen Netz und Löcher werden sichtbar, die auch Myriam und Paul nicht mehr übersehen können. Dennoch trennt sich das Paar nicht von der Nanny, zu wichtig ist sie dafür geworden, dass beide ihre Karriere verfolgen und das Leben uneingeschränkt leben können. "Ihr Herz ist hart geworden. Die Jahre haben es mit einer dicken, kalten Kruste überzogen und sie hört es kaum noch schlagen." Die verletzliche und sensible Louise spürt, dass sie immer mehr ausgeschlossen wird, und so entwickelt sich das alltägliche Zusammenleben der Familie in der Pariser Wohnung im 10. Arrondissement zur Tragödie, mit der das Buch seinen Anfang nahm und sein Ende findet. "Louise ¿ erinnert an diese scheinheiligen Mütter, die im Märchen ihre Kinder im finsteren Wald aussetzen." Die Schriftstellerin schafft eine ganz besondere Atmosphäre, in der man sich beim Lesen bewegt. Wie heiße und kalte Güsse wirken ihre knappen, reportagenhaften, unterkühlten Sätze, die unterschwellig die Gefahr in der schönen sauberen heilen Welt spüren lassen. Kleinigkeiten sind es, die sowohl das Paar Myriam und Paul als auch den Leser zögern und zweifeln lassen, dass hier nicht wirklich alles in Ordnung ist. Unmittelbar nach einem Riss im perfekten Bild schließt dieser sich wieder und man fragt sich, was eigentlich gewesen ist. Dadurch entsteht eine sehr diffizile Spannung, die nicht richtig greifbar ist, aber dennoch treibend genug, um einfach weiterlesen zu müssen. Der Ausgang der Geschichte ist vom ersten Satz an klar. Die Frage des Buches dreht sich um das Warum, und das ist sehr gekonnt und meisterhaft umgesetzt. "Sie hat nur einen Wunsch: Teil ihres Lebens zu sein, ihren Platz zu finden, sich dort einzunisten, eine Nische zu graben, einen Bau, ein warmes Eckchen." Myriam steht stellvertretend für junge Frauen, die versuchen Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen, ohne dabei auf Unterstützung ihres Mannes zählen zu können. Kinder aufwachsen zu sehen ist großartig, aber ebenso unbefriedigend auf Dauer, wenn eine Frau intellektuelle Ansprüche an sich selbst hat. Bei der Auswahl des Kindermädchens blitzt außerdem Alltagsrassismus durch, obwohl Myriam selbst Maghreberin und Paul weltoffen erzogen ist. Die Wahl fällt auf die knapp 50jährige Französin Louise, und wenn auch mit schlechtem Gewissen hatte das Paar junge Frauen mit Schleier oder Kindern oder solche ohne Papiere ausgeschlossen. Doch von der Autorin wird dazu an keiner Stelle gewertet oder verurteilt. Die Autorin Leïla Slimani wurde 1981 in Rabat geboren und wuchs in Marokko auf. Sie ging 1999 nach Frankreich, studierte Medien und Politik in Paris und arbeitet seit 2008 als Journalistin. "Dann schlaf auch du" ist ihr zweiter Roman, ihr ebenfalls preisgekröntes literarisches Debüt wird derzeit verfilmt.
Auch das Glück hat seinen Preis...
von AKRD - 29.10.2017
Man sollte doch meinen, dass man seinem Babysitter Vertrauen schenken darf. Doch wie wir aus bereits einigen Filmen und Büchern mittlerweile wissen, sollte man das Vertrauen auch nicht leichtfertig verschenken... Myriam und Paul müssen das auch leidvoll am eigenen Leib erfahren... Mit Louise haben sie anscheinend die perfekte Nanny gefunden... Doch wie das bei Perfektion oft der Fall ist - manchmal ist sie dies nur oberflächlich, nur scheinbar... War es klug, einer eigentlich fremden Frau so zu vertrauen..?? Wohl kaum... Denn damit übergibt man ihr eine gewisse Macht - die sich einschleicht, langsam aber sicher breitmacht... Myriam und Paul ahnen nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, der sie das Kostbarste anvertrauen, das sie besitzen... Von der tiefen Einsamkeit, in der sich die fünfzigjährige Frau zu verlieren droht. Bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht - ebenso unaufhaltsam wie schrecklich... Ein Buch, das einen teilweise sprachlos macht. Ein Buch, das gut unterhält, aber dennoch absolut kein Unterhaltungsroman ist. Ein Buch in grandiosem Sprachstil mit einer Geschichte, die berührender kaum noch sein könnte, ohne dabei kitschig zu sein. Dieses Buch war wirklich "großes Kino" für mich und ich bin froh, dass ich mal genre-fremd gelesen habe, denn dieses Kleinod wäre mir sonst "verschlossen" geblieben...
Die Nounou
von Ecinev - 28.10.2017
Das Buch beginnt mit dem grausamen Ende. Das Baby ist tot, die Schwester wird ihren Verletzungen erliegen. Ein Schock für die Eltern und die Nachbarschaft in einem schicken Pariser Wohnviertel. Dabei fing alles so gut an. Ein junges Paar, er Musiker sie Jurastudentin, träumen von einem schönen Familienleben. Dabei ist das gar nicht so leicht. Myriam fühlt sich mit zwei kleinen Kindern ans Haus gefesselt immer mehr unzufrieden. Der Mann der sich so über Kinder freute, kann jetzt auch nicht mehr zurück und flüchtet sich in seine Arbeit. Also muss eine Nanny her. Sie finden Louise die nicht nur wunderbar mit den Kindern umgeht, sondern auch putzt und kocht und schon bald die Fäden des Familienlebens in der Hand hält. Dennoch verbirgt Louise ein Geheimnis das sie niemanden anvertraut. In Rückblicken wird die traurige Geschichte von Louise erzählt und wie es zu dem tragischen Unglück kam. Der Schreibstil ist ruhig, komplett in der Gegenwartsform geschrieben. Es ist kein Psychothriller und auch kein Familienroman. Einfach die traurige Lebensgeschichte eines Kindermädchens das irgendwie zu naiv für das Leben ist und einem irgendwie betroffen zurücklässt.
Von Gewinnern und Verlierern
von sommerlese - 23.10.2017
Ein Pariser Ehepaar, beide sind Akademiker, sucht eine Kinderfrau für ihre zwei Kinder. Die Eltern wollen beruflich durchstarten, vertrauen vollends ihrer Nounou Louise, denn sie ist die perfekte Perle im Haushalt und Küche, die ihre Kinder auch noch abgöttisch lieben. Dieser Roman ist gleichzeitig ein Psychothriller, denn er startet mit dem schrecklichen Ende, mit der Tragödie eines Kindesmordes. Weil die Autorin ihren Roman von hinten aufzäumt, wird dem Leser sofort die dramatische Lage bewusst, aber er weiß nicht, wie es dazu kommen konnte. Also erliegt man dem Buch und liest, um zu erfahren wie das unfassbare Verbrechen geschehen konnte. In diesem Fall wird nicht alles aufgeklärt, es gibt noch offene Fragen, aber die erklären sich auch der Situation der Täterin heraus. Man gerät in einen Lesesog, man erlebt, wie das Kindermädchen Louise zu einem unverzichtbaren Teil in dieser Familie wird. Man könnte an einen Fels in der Brandung denken, so schmeißt die Nounou den Haushalt, kocht und putzt und erzieht nebenbei die Kinder, damit sich die Eltern beruflich verwirklichen können. Doch in Wahrheit ist sie kein Fels, in ihr rumort etwas, es gärt und beginnt dramatische Folgen anzunehmen. Die Gründe liegen in ihrer Vergangenheit, Louise gehört zur unteren sozialen Schicht, sie ist ungebildet, bekommt schon früh ein Kind, ihre Ehe ist lieblos und als ihr Mann stirbt, hinterlässt er ihr seine angehäuften Schulden. Louise sucht nach Liebe, möchte ein Teil der neuen Familie sein und ermöglicht ihnen, sich selbst zu verwirklichen. Nach und nach bekommt man ein Bild vom Leben Louises und des Ehepaares und man sieht mögliche Tatmotive. Daraus zieht der Roman ein unglaubliches Spannungspotential, denn man kann sich nicht vorstellen, wie aus dieser friedfertigen Louise eine Mörderin werden konnte. Mich hat die Darstellung des gesellschaftlichen Hintergrundes interessiert und mitgenommen. Es geht um die Menschen hinter den funktionierenden Großverdienern und Steuerzahlern der westlichen Länder. Es geht um die chancenlosen Kindermädchen aus armen Ländern der Erde, die für einen geringen Lohn die Kinder der Besserverdienenden hüten. Ist das schon Ausbeutung oder ist das Beschäftigung? Der gesellschaftskritische Unterton ist spürbar, aber nicht direkt anprangernd. Die Autorin hat einen sachlich, nüchternen Erzählstil, der in einem ruhigen Ton eher beschreibt als erklärt und keine Wertung einfließen lässt. Die fesselnden Charaktere und die unheimliche Atmosphäre sorgen für ein intensives Leseerlebnis. Dieser Roman bekommt deshalb von mir die vollste Leseempfehlung.
Unsere Nanny ist eine Fee
von Ele - 11.10.2017
Dann schlaf auch du, Roman von Leïla Slimani, 224 Seiten, erschienen im Luchterhand Literaturverlag. Beklemmendes Drama um den Tod zweier Kinder. Myriam und Paul, ein junges Paar, er Musikproduzent und sie Anwältin, haben zwei Kinder Mila und Adam, Myriam, die nach dem Studium sofort Mutter wurde und dann auch noch Adam bekam, fühlt sich als Hausfrau und Mutter überfordert und dabei doch nicht ausgelastet, eines Tages begegnet ihr ein Studienkollege und bietet ihr an, in seiner Kanzlei einzutreten. Die Eltern machen sich die Suche nach einem Kindermädchen nicht leicht, schließlich wird Louise eingestellt, die perfekte Nanny, sie ist eine Perle, die Kinder lieben sie, für Myriam und Paul wird sie unentbehrlich und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Das Buch ist im auktorialen Stil verfasst. Obwohl der Prolog mit dem Satz "Das Baby ist tot" beginnt handelt es sich bei vorliegender Geschichte um keinen Kriminalroman. Slimani beschreibt in klaren Worten und in einem nüchternen geradezu abgeklärten Schreibstil, rückblickend, das Leben der Familie, bis es zu dieser schrecklichen Tat kommt. In der Erzählung sind immer wieder Kapitel dazwischen gestreut, in denen der Leser Näheres über Louises Privatleben erfährt, über ihre Tochter, die sich schon sehr bald von zu Hause abgesetzt hat, über ihren Mann der ein Stänkerer und Faulenzer war und ihre Armut, ihr Dahinvegetieren in einer klammen, schimmeligen Wohnung und die Probleme die die Schulden ihres Mannes verursachen. Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, wollte ich dieses Buch auf jeden Fall haben, der Einstieg haut den Leser geradezu um und er will unbedingt wissen wie diese schreckliche Tat geschehen konnte. Leider lässt die Spannung im Lauf der Geschichte nach. An jeder Stelle des Buches dachte ich, wann kommt der Riss, ab wann zeichnet sich dieses schreckliche Ende ab, was ist der Auslöser, ja der Grund warum Louise derart ausrastet? Leider habe ich auf meine Fragen keine richtige Erklärung gefunden. Ich konnte mit keiner der Charaktere im Buch so richtig warm werden, Myriam, der ihre Karriere wichtiger war als ihre Kinder? Paul, den die Erziehung der Kleinen oder das Gefühlsleben seiner Frau kaum interessiert? Letztendlich Louise, die Täterin, die durchgeknallte Nanny, so perfekt wie sie den Haushalt der Familie führt, wie sie sofort Bezug zu den Kindern aufbaut, wie sie sich in der Familie als moderne Mary Poppins erweist, eigentlich kann ich nicht nachvollziehen wieso sie ihr Privatleben nicht auf die Reihe kriegt. Nach dem Tod ihres Mannes, ignoriert sie sämtliche Briefe und Mahnungen die bei ihr eintreffen. Ihre Einzimmerwohnung ist ein mieses Loch. Da frage ich mich, was Louise mit dem Geld für ihren Job getan hat? Ihre Schulden und ihre Wohnung hat sie damit wohl nicht bezahlt. Essen konnte sie mit den Kindern, sogar in den Sommerurlaub durfte sie mit. Und dennoch hat sie mit ihrem "letzten Geld", Mila ein Eis gekauft. Die Hilfe die ihr Paul angeboten hat, hat sie auch abgelehnt. Da ist der Roman für mich ein wenig undurchsichtig, dort habe ich keinen Zugang gefunden, nichtsdestotrotz habe ich das Buch an einem Nachmittag durchgelesen. Am Ende hätte ich gerne noch gewusst, wie das Leben der Figuren weitergeht, wie Louise bestraft wird. Insgesamt von mir gutgemeinte 3 Sterne.
Sehr gutes und aktuelles Thema
von silvia1981 - 25.09.2017
Der Roman Dann schlaf auch du von Leila Slimani ist mir seit seiner Vorstellung im Gedächtnis geblieben, weshalb ich es nun endlich lesen wollte. Das Cover ist auf alle Fälle eine Eyecatcher und die Szene mit dem Kinderkarussell kommt auch im Roman kurz vor - Myriam hatte geplant mit ihren Kindern dorthin zu gehen, bevor sie sie tot bzw. leblos zu Hause gefunden hat... Die Autorin hat für ihren Roman ein sehr gutes und aktuelles Thema gewählt, das für mich auf alle Fälle mit Ausschlag gebend war, das Buch unbedingt lesen zu wollen. Wie Myriam und Paul geht es heutzutage vielen Eltern. Dass der Beruf für die Frau eine deutlich wichtigere Rolle einnimmt als früher. Auch wenn man sich wie Myriam auf die Zeit zu Hause mit den Kindern freut, früher oder später kommt die Ernüchterung, dass alles längst nicht so einfach ist, wie es scheint, dass man einfach wieder das Bedürfnis hat, alleine herumzulaufen, andere Gesprächsthemen als die Kinder haben will, dass man sich wieder eine andere Aufgabe wünscht, in der man neue Verantwortung übernehmen kann und nicht nur Mutter ist - ich kenne es aus eigener Erfahrung! Myriam erhält in dieser für sie schwierigen Phase ein Stellenangebot von ihrem ehemaligen Kommilitonen Pascal und geht völlig in ihrer neuen Aufgabe auf. In Louise finden sie eine Nanny wie aus dem Bilderbuch, auf die sie sich immer mehr verlassen, sich ihre Arbeitszeiten immer weiter ausdehnen und es schließlich Louise ist, die die Fäden der Familie in der Hand hält. Nach und nach lernt man Louise näher kennen. Ihre inzwischen erwachsene Tochter, ihren verstorbenen Ehemann und dessen Vermächtnis an sie, ihre Lebensverhältnisse, ihre Gefühle und Gedanken. Wie kann man einer fremden Frau in einem derartigen Ausmaß seine Familie anvertrauen? Für mich persönlich nicht denkbar, aber die Autorin hat einen Fall aufgezeigt, in dem es durchaus Realität sein kann. Es ist nachvollziehbar, warum Louise am Ende so gehandelt hat, was sie dazu getrieben hat. Es ist auch nachvollziehbar, warum Myriam und Paul sich nicht von Louise getrennt haben, nachdem es Differenzen gab, zu sehr waren sie in ihrer Situation verfahren, zu sehr hing Myriam in ihrem Beruf fest und brauchte dringend die Unterstützung. Ein Horrorszenario, das mich mit Sicherheit so schnell nicht loslassen wird. Denn selbst wenn man die Fäden nicht wie in dem hier geschilderten Ausmaß abgibt kann man sich nie sicher sein, bei wem die eigenen Kinder wirklich sicher sind... Der Roman lässt sich mit seinen 222 Seiten und großer angenehmer Schrift sehr schnell lesen und ließ sich mir deswegen nicht mehr aus der Hand legen. Generell hat mich der Schreibstil jedoch leider nicht ganz überzeugt, die Kapitel waren mir zu kurz und abgehakt, die Spannung und Intensität des Erzählstils zu wenig, als dass mir der Atem gestockt hätte. Man weiß vom ersten Kapitel an, wie die Geschichte endet und kann so nur nach und nach erahnen, warum Louise so gehandelt hat. Den tatsächlichen Auslöser erfährt man jedoch auch am Ende nicht so richtig. In meinen Augen hätte die Geschichte mehr Potential gehabt. Deswegen gibt es vier glänzende Sterne von mir.
Erschreckend
von Sabine Mach - 14.09.2017
Myriam und Paul sind glücklich verheiratet und haben zwei kleine Kinder. Als Myriam Abwechslung vom Familienalltag sucht und wieder in den Beruf einsteigt, stellen sie eine Nanny ein. Mit Louise, so glauben sie, haben sie einen Glückstreffer gelandet. Sie kümmert sich hingebungsvoll um die Kinder und hält sogar den Haushalt in makelloser Ordnung. Aber der Schein trügt und die Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten. Sehr feinfühlig und sanft schildert die Autorin die Geschichte, deren Ausgang man von Anfang an kennt. Der Leser wird zum stillen Beobachter und kann nut tatenlos zusehen. Dadurch entsteht eine Beklemmung, die man vom ersten Satz an deutlich spürt. Sie steigert sich im Laufe des Buches fast ins Unerträgliche und ich konnte nicht anders, ich musste einfach immer nur weiter lesen. Immer in der wagen Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wendet. Doch dem ist nicht so. Louise ist eine Mörderin, die Kinder sind tot. Mich wird das Buch lange nicht loslassen, gerade für eine Mutter ist das wohl der schlimmste Alptraum
Die Hand an der Wiege
von Conny S. - 10.09.2017
¿daran erinnert die Geschichte "Dann schlaf auch du" von der Autorin LeÏla Slimani, die in Paris spielt und hinter die Fassaden eines augenscheinlich perfekten Lebens blicken lässt. Der erste Satz im Buch schockt total. Es beginnt mit "Das Baby ist tot." Dabei läuft es einem kalt den Rücken runter. Anschließend wird erzählt, wie es zu der grausigen Tat kommt. Myriam und Paul sind scheinbar glücklich mit ihren beiden Kindern Mia und Adam. Doch Myriam scheint überfordert bzw. unzufrieden mit ihrer Mutterrolle. Da kommt ihr das Jobangebot eines Freundes mehr als nur gelegen. Paul ist anfangs überrascht von dem Wunsch seiner Frau, wieder zu arbeiten. War er bisher der Meinung, sie würde vollends zufrieden sein, mit ihrer Aufgabe als Mutter und Hausfrau. Er selbst blüht in seiner Arbeit auf. Auf der Suche nach einer geeigneten Nanny stoßen die beiden auf Louise. Sie ist der wahrgewordene Traum einer Nanny. Sie hat Erfahrung, ihr eigenes Kind ist bereits selbst erwachsen und die Kinder Mia und Adam scheinen sie zu mögen. Doch können Myriam und Paul einer völlig fremden Person ihre Kinder anvertrauen? Louise ist schon bald unersetzlich für die kleine Familie. Sie managt das Leben der Kinder und kümmert sich auch um den Haushalt. Die Eltern sind schon bald abhängig von dem angenehmen Leben, dass ihnen Louise ermöglicht. Sie können länger arbeiten und wissen ihren Nachwuchs versorgt. Sie nehmen die Nanny sogar mit in den Urlaub nach Griechenland. Zwischendurch bekommt man kleine Eindrücke vom Gefühlsleben von Louise, Myriam und Paul. So erfährt man als Leser, dass nicht alles so schön und glücklich ist, wie es dem ersten Anschein nach dargestellt wird. An manchen Stellen fand ich die Geschichte etwas langatmig, doch durchaus spannend. Mir stellt sich die Frage, ob es wirklich die Nanny war, die zu so einer Tat fähig ist, oder ob sie selbst nur ein Opfer ist?
Dramatischer Prolog, abgründig und traurig
von Hannelore Bayer - 07.09.2017
Myriam und Paul sind jung verheiratet und haben zwei Kinder. Myriam wird immer unglücklicher, sie möchte wieder als Anwältin arbeiten. Der ganze Haushalt,die zwei Kinder und die kleine Wohnung lasten auf ihr, obwohl der kleine Adam noch ihr ausdrückliches Wunschkind war um länger daheimbleiben zu können. Sie gehen auf die Suche nach einer Nanny. Eine Bekannte rät ihnen Louise eine fünfzigjährige Witwe. Die Kinder sind begeistert. Louise schafft es in Kürze sich unentbehrlich zu machen. Sie hält neben den Kindern den Haushalt in Schwung, kocht Freitags für die Freunde der Familie. So langsam aber sicher werden alle Louise süchtig. Sie darf mit nach Griechenland in den Urlaub fliegen und wird wie eine Freundin behandelt.Die Kinder lieben ihre Nanny. Alle erleben nur die Louise während der Woche. IhrLeben am Wochenende in der Miniwohnung bleibt unentdeckt, wird nicht nachgefragt. Durch Einschübe und Aussagen früherer Bekannten, ihres Vermieters und von ihrer Stelle zuvor, kriegen wir als Leser einiges mit. Louise stammt aus keinem guten Elternhaus, ihr Bildungsstand ist nicht gerade hoch.Sie war verheiratet mit Jaques, der sie zur Witwe machte und dessen nicht gerade kleine Schulden sie heute noch abbezahlt. Ihre Tochter fliegt vom Gymnasium wegen schlechten Benehmens. Die Wohnung ist ein Loch. All diese Gründe lassen sie an Myriam, Paul, Adam und Mila klammern. Durch sie fühlt sie sich in ein besseres Leben gezogen. Doch dann fängt sie an zu übertreiben, macht Vorschriften, bildet sich Sachen ein.So langsam geht sie vor allem Myriam auf die Nerven und sie beschließen ihr zu kündigen. Das das ein großer Fehler war, merken sie, als sie ihre Kinder tot auffinden. Fazit: Mir hat die Geschichte und der Schreibstil sehr gut gefallen.Louises Abgründe werden eindringlich dargestellt, sodaß sich bei mir ein gewisses Verstehen ihrer Handlungsweise eingestellt hat. Natürlich nur bis zur Ermordung der Kinder. Bei den Eltern wird gut dargestellt, die anfängliche Zerrissenheit von Myriam und ein gewisses Wurstigkeitsgefühl den Kindern gegenüber, weil sie ja beide glücklich in ihrem Beruf sind. Sie haben sich ja förmlich ergeben nur um arbeiten zu können. Ihnen war das Restleben von Louise ziemlich egal, solange es ihnen gut ging, das heißt, sie ihrer Arbeit nachgehen konnten und verwöhnt wurden durch Louises Haushaltskünste. Ein sehr empfehlenswertes Buch mit interessanten Charakteren und einem Riesenproblem.
Erschreckend und traurig
von Kerstin Klaar - 07.09.2017
Dann schlaf auch du von Leila Slimani ist ein Roman, wobei ich fast sagen würde dass er zu einem Thiller neigt, der im letzten Jahr sogar mit dem französischen Literaturpreis Prix Goncourt ausgezeichnet wurde. Für Myriam und Paul scheint das Glück perfekt, sie sind eine glückliches Ehepaar und haben zwei bezaubernde Kinder. Damit beide , vor allem Myriam, ihrer beruflichen Karriere nachgehen können, suchen sie ein Kindermädchen, durch die dieser Wunsch in Erfüllung gehen könnte. In der fünfzigjährigen Louise glauben sie die perfekte Nanny gefunden zu haben. Doch weit gefehlt, denn anstatt sich auch Mal auf das Familienleben zu besinnen überlassen sie alles Louise, welches sich als großer Fehler erweisen wird. Nach dem grausigen Prolog, stellt sich die Frage, wie es soweit kommen konnte. Louise ist nicht nur für die Kinder ein Segen, sie hält auch den Haushalt auf Vordermann. Denn Karriere machen, bedeute das das Familienleben einen faden Beigeschmack bekommt. Die Beziehungen untereinander leidet nämlich, was nicht ausbleibt, wenn man dieses nicht pflegt. Da sie dagegen nichts unternehmen geraten sie unmerklich immer weiter in den Strudel der Abhängigkeit von Louise. Wie kann man so blind sein , und nicht erkennen das mit der Nanny etwas nicht stimmt. Louises Vergangenheit ist alles andere als gut verlaufen, der Bildungsstand ist nicht sehr hoch, sie hat früh ein ungewolltes Kind bekommen, sie ist nach einer lieblosen Ehe Witwe und muss auch noch für die Schulden ihres toten Mannes aufkommen. Irgendwann stören sich die beiden an Louises Herkunft und würden gerne eine andere Möglichkeit finden. Doch da sie sich unentbehrlich gemacht hat, fällt es nicht leicht. Bis zum tragischen Moment, wo es für alle Entscheidungen zu spät ist. Meine Meinung: Ich lese, neben meinem Lieblingsgenre Historische Romane, immer wieder gerne Krimis oder Thiller. Die Leseprobe hat mich so angesprochen, dass ich mich für dieses Buch entschieden haben. Ich wurde nicht enttäuscht, der Schreibstil ist flüssig und hat einen guten Aufbau. Immer wieder fließen Äußerungen oder Meinungen Dritter , die Louise auf irgend eine Art gekannt haben und es einem so erschließt warum es zu dieser grausigen Tat gekommen sein könnte. Ein wirklich empfehlenswertes Buch.
Die Fassade bröckelt
von cabotcove - 06.09.2017
Myriam und Paul könnten kaum noch glücklicher sein: sie haben eine schöne Wohnung im 10. Pariser Arrondissement und zwei süsse Kinder. Fehlt nur noch die Nanny, die sie ein wenig unterstützen soll... Mit Louise ist scheinbar die perfekte Nanny gefunden, wie aus dem Bilderbuch... Sie ist schnell unersetzlich. Doch wie genau kennt man sie eigentlich ? Immerhin vertraut man ihr doch das Wertvollste an: die eigenen Kinder... Myriam und Paul ahnen nichts von den Abgründen und der Verletzlichkeit der 50-Jährigen - bis die Tragödie über die Familie hereinbricht... Der Originaltitel "Chanson douce" (=süsses Lied) passt hier ebenso gut wie der deutsche "Dann schlaf auch Du". Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt. Die kleinen Kinder auf dem Karussell haben ja einen direkten Bezug zur Geschichte, das ist also nicht nur passend, sondern auch noch sehr geschmackvoll, besonders wie hier in schwarz-weiß, mit dem prägnanten Titel mittig in der roten Raute. Myriam und Paul erleben den absoluten Albtraum aller Eltern und Schuld ist natürlich auch ein Thema hier. Immerhin hat man sich die Frau selbst ins Haus geholt und damit die Tragödie ein Stück weit selbst verschuldet ? Ich kann gut nachvollziehen, wie einen das quälen muss, auch wenn mir gottlob so etwas noch nicht passiert ist und hoffentlich auch niemals passieren wird. Sowas wünscht man niemandem. Wie soll man damit fertigwerden ? Leila Slimani¿s Schreibstil ist sehr "leise", aber er wird trotzdem "gehört". Sie hat eine sehr schöne Erzählweise und bringt dem Leser dieses Thema sehr behutsam und niveauvoll näher. Und doch ist die Geschichte auch eindringlich und "nachhallend". Ein ganz besonderes Buch, das auch noch nachdenklich macht, wenn man die Buchdeckel längst wieder zugeklappt hat...
Literarische Sensation!
von lesebiene - 05.09.2017
Inhalt :  Myriam und Paul leben in der Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement ein augenscheinlich perfektes Leben. Sie als absolutes Traumpaar, mit zwei entzückenden kleinen Kindern, doch schon bald müssen beide feststellen, dass der Alltag alles andere als leicht zu meistern ist. Myriam droht als junge Mutter in die Depression zu stürzen, als einziger Ausweg erscheint die Flucht ins Arbeitsleben. Als sie  dann die tüchtige und wie aus dem Bilderbuch stammende Nancy Louise einstellen, merken die Eltern nicht, wie die so perfekt erscheinende Louise immer mehr die Fäden zusammen hält und das Leben der kleinen Familie immer mehr unter Kontrolle hat. Was als liebreizendes und zuvorkommendes Verhalten beginnt, endet in der Tragödie, die über die französische Familie hereinbricht.  Denn die 50 jährige Louise ist vereinsamt und hat Abgründe von denen niemand zu träume wagt.....  Meinung:  Die französisch marokkanische Autorin Leïla Slimani ist mit dem Buch Dann schlaf auch du ein psychologisches Meisterwerk gelungen. Mit größter und feinfühliger Erzählkunst schafft es die Schriftstellerin, den Leser von Seite eins in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Als grandiose Erzählerin, verschafft sie dem Leser ihrer Geschichte eine Berg und Talfahrt, denn was als augenscheinlich so klassische und ruhige Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich auf nur 222 Seiten, zu einem psychologisch auf höchstem Niveau spielenden Thriller, wahrscheinlich der beste in diesem Jahr. Wie präzise und talentiert es die Autorin vermag, aus dem alltäglichen, das anschleichende Grauen zu erschaffen, welches sich über den Alltag der Pariser Familie legt, ist fantastisch und sucht in diesem Genre wirklich verzweifelt seines gleichen.  Selten habe ich als Leserin einen so psychologisch interessanten, spannenden und gleichzeitig, erzählerisch so ausgefeilten und literarischen Erzählstil erlebt, wie in diesem Buch. Ganz großes Kino, begeisternd und zu tiefst erschütternd.  Fazit:  Leïla Slimani ist eine Autorin, deren Namen man sich merken sollte, für mich das beste Buch des Genres in diesem Jahr.  Eine literarische Sensation, die man sich nicht entgehen lassen sollte !
Die tragische Wandlung einer Nounou
von Nijura - 04.09.2017
Myriam und Paul haben zwei entzückende Kinder, sie sind eine kleine heile Familie. Als Myriam beschließt wieder arbeiten zu gehen, suchen die beiden das perfekte Kindermädchen. In Louise scheinen sie dieses gefunden zu haben. Die Nounou umsorgt liebevoll die beiden Kinder, kümmert sich um den Haushalt und kocht auch noch, die Eltern sind begeistert. Bald ist sie unentbehrlich. Doch Louise hat viele Probleme von denen die Eltern nichts wissen. Und so steuert sie unaufhaltsam auf einen Abgrund zu und reißt die kleine Familie mit sich ins Verderben. Meine Meinung: Von Anfang an hat mich das Buch gefesselt. Gleich am Beginn wird die furchtbare Katastrophe geschildert, die die Eltern und somit auch mich als Leser niederschmettert. Erst danach wird schrittweise geschildert, wie es zu dem Schicksalsschlag kommen konnte. Das Ganze fängt harmlos an und mit der Zeit bemerkt man, dass etwas unheimlich schief läuft. Der Schreibstil ist sicher nicht jedermanns Sache, ich hatte das Gefühl von oben herab auf das Geschehen herunter zu schauen ohne dabei besonders emotional eingebunden zu sein. Dennoch passt es hervorragend zu der Erzählung. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es war durchgängig spannend und sehr interessant. Fazit: Ein bemerkenswertes Buch über eine alleingelassene Frau, die keinen Halt mehr findet. Klare Leseempfehlung.
Beklemmend...
von Dora - 04.09.2017
"Das Baby ist tot." Mit diesem grausamen Satz beginnt das Buch bzw. die Geschichte um Miriam und Paul und deren Kinder Mia und Adam¿ und natürlich deren "Nounou" Louise¿ Miriam und Paul sind junge Eltern und während sich Paul um seine Arbeit kümmert, bleibt Miriam mit den Kindern zuhause. Bald jedoch stellt sich der Alltag ein und Miriam möchte wieder in ihrem Job als Anwältin arbeiten. So suchen sie eine Nanny und werden in der 50jährigen Louise fündig. Sie scheint das perfekte Kindermädchen zu sein, das neben der Kinderbetreuung noch allerhand weitere Dinge im Haushalt übernimmt. Und so schleicht sich Louise immer mehr in die Familie und wird immer unentbehrlicher für sie, ohne das Paul und Miriam etwas davon ahnen. Wir wissen wie die Geschichte endet, das sagt uns bereits der erste Satz des Buches. Und trotzdem hofft man irgendwie, dass sich alles doch noch irgendwie zum Guten wendet¿ Der nüchterne Schreibstil von Slimani lässt die Geschichte in meinen Augen noch beklemmender erscheinen als diese es ohnehin schon ist. Wir begleiten Louise in aktuellen Situationen, aber auch in ihrer Vergangenheit und erfahren so, wie aus der liebenswürdigen Nanny eine kaltblütige Mörderin wird (Kein Spoiler, steht ebenfalls am Buchanfang). Doch ist Louise wirklich so kaltblütig oder nur ein Opfer dieser Gesellschaft? Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Eine absolut lesenswerte, wenn auch traurige Geschichte, die ich vielleicht niemandem ans Herz legen würde, der gerade seine Kinder in die Obhut anderer (fremder) Menschen gibt¿
Chronologie eines menschlichen Absturzes
von Diamondgirl - 02.09.2017
Das Buch beginnt mit der Tötung zweier Kinder durch ihr Kindermädchen. Im weiteren Verlauf wird geschildert, wie sich das Drama entwickeln konnte. Die Mutter der Kinder bekommt die Chance zum Wiedereinstieg in ihren Beruf als Rechtsanwältin (der Vater arbeitet als Musikproduzent) geboten und ergreift diese. Da beide Eltern berufstätig sein wollen und die Kinder noch sehr klein sind ergibt sich der Wunsch nach einem Kindermädchen. Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen finden sie Louise. Scheinbar ein Traum - zu schön um wahr zu sein! Louise betreut nicht nur die Kinder, sondern wird so etwas wie die gute Seele des Haushalts, während die Eltern sich jeder für sich beruflich entfalten . Der Rest des Buchs beschreibt den Weg bis zur Eskalation. Steinchen für Steinchen wird aus der (fast) perfekten Mauer entfernt, die Louise umgibt. Beleuchtet wird dabei nicht nur das frühere Leben von Louise, sondern auch ihr Weg in die absolute Einsamkeit. Wenn man das Buch liest, sind auch im Vorfeld schon deutliche Risse erkennbar, die teils aus Bequemlichkeit, teils aus Unachtsamkeit ihrer Mitmenschen nicht zur Kenntnis genommen werden. Dadurch, dass man schon von Anfang an weiß, worauf es hinausläuft, erkennt man die Zeichen wahrscheinlich wesentlich besser. Leila Slimani fügt in einem meiner Meinung nach sehr sensiblen und berührenden Schreibstil die einzelnen Schritte bis zu der Tötung der Kinder mosaikartig zusammen. Ein Buch das nachhaltig beeindruckt und m. E. auch so verstanden werden kann, dass mehr Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit im täglichen Leben durchaus eine gute Idee sind - nicht nur, wenn es solche Taten zu verhindern gilt. Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen, wenn auch nicht herausragend. Aber in dieser Hinsicht bin ich zugegebenermaßen in letzter Zeit etwas verwöhnt worden. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Nur einen Krimi oder gar Thriller darf man hier nicht erwarten, nur weil 2 Kinder ermordet wurden.
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