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Der Krieg in den Gründungsmythen europäischer Nationen und der USA

Buch (kartoniert)
Fast alle Nationalstaaten sind aus Kriegen hervorgegangen. Auch die Nationen, die durchweg älter als ihre Staaten sind, sahen ihre Ursprünge vielfach in Kriegen. Um solche Mythen geht es in diesem Buch: Welche Rolle haben Kriege in den Gr&... weiterlesen
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Der Krieg in den Gründungsmythen europäischer Nationen und der USA als Buch
Produktdetails
Titel: Der Krieg in den Gründungsmythen europäischer Nationen und der USA
Autor/en: Stig Förster, Friedrich Wilhelm Graf, Burkhard Gladigow, Georg Elwert, Gesine Krüger

ISBN: 3593373688
EAN: 9783593373683
Herausgegeben von Nikolaus Buschmann, Dieter Langewiesche
Campus Verlag GmbH

16. Februar 2004 - kartoniert - 420 Seiten

Beschreibung

Fast alle Nationalstaaten sind aus Kriegen hervorgegangen. Auch die Nationen, die durchweg älter als ihre Staaten sind, sahen ihre Ursprünge vielfach in Kriegen. Um solche Mythen geht es in diesem Buch: Welche Rolle haben Kriege in den Gründungsmythen von Nationen und Nationalstaaten gespielt? Verweist ein besonders kriegsträchtiges Mythenarsenal auf eine erhöhte Kriegsmächtigkeit in der Politik dieser Nation? Untersucht wird dies für die USA und Europa, die Spannweite reicht von den westeuropäischen »Modellnationen« bis zu den jüngsten Nationskämpfen auf dem Balkan.

Inhaltsverzeichnis

1;Inhalt;6 2;Vorwort;10 3;Teil I Krieg als Mythos Mythenkriege Wirkungen und Funktionen von Krieg und Gewalt;12 3.1;Krieg im Mythenarsenal europäischer Nationen und der USA;14 3.2;Gewalt in Gründungsmythen;24 3.2.1;1. Mythische Konflikte und Konfliktlösungen;24 3.2.2;2. Kämpfe um das Königtum im Himmel;26 3.2.3;3. Mythos als Reflexionsmedium: Die Logik der Kämpfe und der Kampffolgen;28 3.2.4;4. Stadtgründungsmythen: Das Beispiel Rom;30 3.2.5;5. Neuere und neueste Religionsgeschichte der Gewaltdiskussion;33 3.2.6;6. Zusammenfassung: Mythos und Theodizee;37 3.3;Mythenbildung und totaler Krieg;40 3.3.1;1. Krieg und Mythenbildung;40 3.3.2;2. Der Mythos vom totalen Krieg;42 3.3.3;3. Die Weltkriege und Formen nationaler Mythenbildung;50 3.4;Der Arier-Mythos;57 3.4.1;1. Einleitung: Der Arier in der Sprache der nationalsozialistischen Rassenpolitik;57 3.4.2;2. Die Entdeckung des Ariers in der romantischen Wissenschaft: Friedrich Schlegel Alles, alles stammt aus Indien ;60 3.4.3;3. Arier und Semiten in den Rassentheorien des 19. Jahrhunderts: C. O. Müller, Gobineau, Bluntschli, Nietzsche;65 3.4.4;4. Weiße Europäer und dunkle Bengalen: Der homo europaeus und Max Müllers Aryan brotherhood;73 3.4.5;5. Der Mythos des Nordens: Der Arier als nordischer oder nordisch bedingter Mensch;79 3.4.6;6. Sparta als arisch-nordischer Kriegerstaat: Gottfried Benns Dorische Welt und Helmut Berves Sparta-Buch;85 3.4.7;7. Die Arier-/Indogermanen-Ideologie und die Achse Berlin- Rom im Zweiten Weltkrieg;90 3.4.8;8. Black Athena: Der Arier als Ausdruck der European arrogance in der amerikanischen Kulturdebatte der 1980er und 1990er Jahre;95 4;Teil II Gründungsmythen moderner Nationalstaaten;98 4.1;Im Kanonenfeuer müssen die Stämme Deutschlands zusammen geschmolzen werden;100 4.1.1;1. Nationsbildung als säkulares Heilsgeschehen;100 4.1.2;2. Mythologische Vorbilder: antinapoleonischer Befreiungskampf und Dreißigjähriger Krieg;106 4.1.3;3. Die Erbfeindschaft als gemeinschaftsstiftender Komplementärmyt
hos;110 4.1.4;4. Das Schlachtfeld als Geburtsstätte der Nation;116 4.2;Vergessene Kriege ;121 4.2.1;1. Einleitung;121 4.2.2;2. Historisches Gedächtnis koloniale Phantasien;124 4.2.3;3. Kriegsbewältigung Afrikapolitik;129 4.2.4;4. Globalisierte Erinnerung Deutschland als Kolonialmacht;134 4.3;Treue bis in den Tod;139 4.3.1;1. Gebaute Mythen;139 4.3.2;2. Teutschlands Errettung der Generalmythos der Befreiungskriege ;144 4.3.3;3. Erstarkung und Vermehrung deutschen Sinnes;148 4.3.4;4. Contre la France;149 4.3.5;5. Biedres Volk! In angestammter Treue Hältst Du an Dein altes Fürstenhaus ;153 4.3.6;6. Ein treues Heer, ein ganzes treues Volk vereint in Treue bis in den Tod ;155 4.3.7;7. Ich schwöre Treue dem Könige ;161 4.3.8;8. Die Legitimitätskrise des Königtums die Monarchie in der Defensive;163 4.3.9;9. Biedres Volk! Dich verlocket nicht das falsche Neue;166 4.3.10;10. Wir wollen Teutsche sein und Bayern bleiben!;171 4.3.11;11. Das Verhältnis von Mythos und Realität;171 4.4;Mythos und Geschichte: eine Nationalgeschichte mit eigenen Vorzeichen;176 4.4.1;1. Die sich wandelnde Instrumentalisierung von Mythen Wilhelm Tell;179 4.4.2;2. Konkurrierende Geschichtsbilder im frühen 19. Jahrhundert;180 4.4.3;3. Bürgertum und bürgerlich auf schweizerisch;182 4.4.4;4. Die Bedeutung der Schlachtenerinnerungsfeiern;184 4.4.5;5. Integration und Konflikt im Staatenbund;187 4.4.6;6. Föderale Einheit;190 4.5;Der Krieg als ambivalenter italienischer Gründungsmythos ;194 4.5.1;1. Von Machiavelli bis zur Gegenwart: Arbeit am Gründungsmythos;195 4.5.2;2. Das Problem der eigenen Waffen: der lange Atem des Machiavelli;197 4.5.3;3. Die napoleonische Erfahrung;201 4.5.4;4. Demokraten und Gemäßigte;203 4.5.5;5. 1866: ein durch verlorene Schlachten gewonnener Krieg;206 4.5.6;6. Der Tod des Vaterlandes?;208 4.5.7;7. Schlußbetrachtung;213 4.6;Die tschechisch-nationale Mythisierung der Hussitenkriege in der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts;214 4.6.1;1. Mythen als Basiselemente kollektiver Id
entität;214 4.6.2;2. Hus und ika als Nationalhelden positive Konnotierung der Heldenfiguren;222 4.6.3;3. Das tschechische Volk als heroisiertes Kollektivsubjekt;226 4.7;Flamen, feiert die Schlacht der Goldenen Sporen!;234 4.7.1;1. De Leeuw van Vlaanderen Manifest des flämischen Nationalismus;241 4.7.2;2. Ein Denkmal für die Heroen von 1302;247 4.7.3;3. Die doppelte Einweihung des Denkmals;253 4.7.4;4. In Vlaanderen Vlaamsch!;256 4.7.5;5. Vom Brügger Ereignis zum flämischen Gründungsmythos;258 4.7.6;6. Nationale Identifikation durch innerstaatliche Mythentrennung;266 4.8;Kriegerische Gründungsmythen im republikanischen Selbstbild Frankreichs ( 1871 1914);269 4.8.1;1. roman de la nation (J. Revel): historiographische Kontinuitätskonstruktionen;270 4.8.2;2. Historiker in der republikanische Erinnerungspolitik der Dritten Republik;272 4.8.3;3. 1789 und Gallomanie in republikanischen Geschichtsbildern;275 4.8.4;4. Krieg im Kampf um Gründungsmythen: Historikerstreit in der Dritten Republik;280 4.8.5;5. Friedliche Republik republikanischer Abgrenzungsdiskurs gegen Deutschland;284 4.9;Gods Own Nation: der gerechte Krieg im Selbstbild der USA;287 4.9.1;1. Zur Allgegenwart populärer Nationalmythen;287 4.9.2;2. Basisplot: zur Struktur amerikanischer Nationalmythologie;290 4.9.3;3. Erlösernation: theologischer Dualismus in der amerikanischen Nationalmythologie;297 4.9.4;4. Zum Verhältnis von nationalmythische Denken und Krieg seit der Amerikanischen Revolution;306 4.10;Bürgerkrieg zur Konstruktion eines Gründungsmythos im frühen Sowjetrußland ( Ural 1917 1922);321 4.10.1;1. Beschleunigungsfaktoren der Mythisierung im revolutionären Rußland;323 4.10.2;2. Warum konnte der Bürgerkrieg zum Gründungsmythos werden?;325 4.10.3;3. Bürgerkriegsmythos als staatliche Veranstaltung;327 4.10.4;4. Instrumentalisierung des Gründungsmythos von unten;330 4.10.5;5. Fazit;331 4.11;Die Polen: zum Wandel historischer Selbst- und Fremdbilder einer Opfernation seit dem Zweiten Weltkrieg;332 4.11.1;1.
Einführung;332 4.11.2;2. Der Einfluß des Zweiten Weltkriegs auf das Deutschenbild;333 4.11.3;3. Der Zweite Weltkrieg als Gründungsmythos Volkspolens;336 4.11.4;4. Die Selbstdarstellung der polnischen Kommunisten;338 4.11.5;5. Der Einfluß des Zweiten Weltkriegs auf das Russenbild der Polen;339 4.11.6;6. Die Instrumentalisierung des Antideutschtums;340 4.11.7;7. Der kommunistische Anschlag auf die Kriegserinnerung und seine Konsequenzen;341 4.11.8;8. Die konkurrierenden Interpretationen des Krieges;342 4.11.9;9. Die nachlassende Funktionalität des Deutschland- Negativklischees nach 1970;344 4.11.10;10. Die Deutungen des Zweiten Weltkriegs nach der Wende;345 4.11.11;11. Der Umschwung bei den Auto- und Heterostereotypen;347 4.11.12;12. Schlußbemerkungen;348 4.12;Die Genozidnation: serbische Kriegs- und Nachkriegsbilder;352 4.12.1;1. Genozid-Fiktionen in den Vergangenheitsbildern des zerfallenden Jugoslawien;352 4.12.2;2. Das erste serbische Golgatha: zur Sonderstellung des Kosovo- Krieges 1389 in den Selbst- und Fremdbildern der Serben;355 4.12.3;3. Der Zweite Weltkrieg und seine Mythisierung;358 4.12.4;4. Gegenerinnerungen und Genozid-Topos seit den achtziger Jahren;361 4.12.5;5. Was 1389 auf dem Amselfeld geschah und was daraus gemacht wurde;365 4.12.6;6. 1389 1991: Wiederbelebung des Kosovo-Mythos und jugoslawischer Staatszerfall;370 4.12.7;7. Wirklichkeitsverweigerung im Mythos;372 4.13;Europäische Kriege eine europäische Erinnerung;373 4.13.1;1. Krieg und Nation;375 4.13.2;2. Krieg und Politik;383 4.13.3;3. Krieg und Trauer;388 4.13.4;4. Ausblick;398 4.14;Der Troianische Krieg in der Legitimation vom archaischen Griechenland bis zur Türkei der Gegenwart;399 4.14.1;1. Der Troianische Krieg als Archetyp kriegerischer Gründungsmythen;399 4.14.2;2. Der Troia-Mythos in der Rezeption der Antike und des Mittelalters;401 4.14.3;3. Das geschichtspolitische Ringen um den Ursprung der türkischen Nation;407 4.14.4;4. Zusammenfassung;417 5;Autorenverzeichnis;420


Portrait

Dieter Langewiesche ist Prof. für Neuere Geschichte an der Universität Tübingen, Nikolaus Buschmann, Dr. phil., ist dort wiss. Assistent am Hist. Seminar.

Leseprobe

Kriegerische Gründungsmythen im republikanischen Selbstbild Frankreichs (18711914) (S. 268-269)

Heinz-Gerhard Haupt

Die Gründungsmythen des republikanischen Frankreich scheinen auf den ersten Blick ebenso gewalttätig und mit Kriegen verbunden zu sein wie die anderer europäischer Länder. Die Niederlage von Vercingétorix in seinem Kampf gegen die römischen Besatzer, der Sieg Philippe Auguste in der Schlacht von Bouvines, der Widerstand von Jeanne dArc gegen die Engländer, der Sieg in Valmy über die Truppen der europäischen Konterrevolution, all diese historischen Ereignisse gehörten in unterschiedlichem Ausmaß zu den Themen der Geschichtsschreibung und Erinnerungspolitik, mit denen die Republikaner seit 1877 die Gegenwart in der historischen Kontinuität verorteten und aus den vergangenen Ereignissen entweder Stolz und Selbständigkeit oder aber Tröstungen für Rückschläge oder Niederlagen empfingen.

Diese doppelte Funktion hat die historische und sozialwissenschaftliche Mythenforschung in den Mittelpunkt ihres Interesses gerückt. Mythen haben die Funktion, gegen das Dunkel der Vergangenheit [abzugrenzen] und einen mythisch-historischen Anfang [zu] markieren.

Damit greifen sie auf ein ursprüngliches Ereignis zurück, aus dem dann die Gegenwart und Zukunft der eigenen Gesellschaft abgeleitet wird. Jan Assmann hat diese Funktion des Mythos fundierend genannt, denn: sie stellt Gegenwärtiges in das Licht einer Geschichte, die es sinnvoll, gottgewollt, notwendig und unabänderlich erscheinen läßt. Aber diese Rechtfertigung der Gegenwart ist nicht nur das Ergebnis einer teleologischen Geschichtserzählung, sondern kann auch wie Assmann formuliert kontrapräsentistisch angelegt sein: Sie geht von einer Defizienz-Erfahrung der Gegenwart aus und beschwört in der Erinnerung eine Vergangenheit, die meist Züge eines Heroischen Zeitalters annimmt.

Von diesen Erzählungen her fällt ein ganz anderes Licht auf
die Gegenwart: Es hebt das Fehlende, Verschwundene, Verlorene, an den Rand Gedrängte hervor und macht den Bruch bewußt zwischen einst und jetzt. Aber Mythen können auch kritisch benutzt werden. Andreas Dörner hat unterstrichen, daß Sinn gegenüber der gegebenen auch eine potentielle Welt als höherwertig auszeichnen (kann). Mythen sind dann als Medien der Delegitimation, der Abwertung und symbolischen Zerstörung von politischen Strukturen einsetzbar.

1. roman de la nation (J. Revel):
historiographische Kontinuitätskonstruktionen


Im folgenden soll an einigen Beispielen gezeigt werden, wie kriegerische Gründungsmythen in unterschiedlichen Konstellationen verschiedenartig definiert und formuliert wurden und ob und wie sie sich mit dem republikanischen Selbstverständnis vereinbaren ließen. In der Forschung hat dieser Zusammenhang vor allem durch Pierre Noras monumentales Werk der lieux de mémoire eine besondere Beleuchtung erhalten. Bekanntlich hat Nora mit der Republik als Akteur und Ort der Gedächtnispolitik begonnen, bevor dann andere Bände der Nation und den verschiedenen Versionen Frankreichs gewidmet waren. Die Bedeutung der Republik hat Nora folgendermaßen definiert: La République opère un redoublement de mémoire, dans la mesure où, régime politique devenu notre seconde nature, elle nest pas un simple fragment de notre mémoire nationale, mais sa redéfinition synthétique et son aboutissement . Unter den Gegenstandsbereichen, in denen diese Umformulierung stattgefunden hatte, privilegiert Nora neben Symbolen, Denkmälern und Erinnerungsfeiern besonders die Pädagogik, denn la République tout entière est un apprentissage etson histoire est celle dune acculturation.
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