Wieviel Leid kann ein Mensch eigentlich ertragen
In einer Winternacht in Winnipegs North End beobachtet Stella etwas Unfassbares - und gerät selbst mitten in ein Geflecht aus Gewalt, Zweifel und Ungerechtigkeit. Die Geschichte entfaltet sich aus der Perspektive mehrerer Frauen, deren Leben, Beziehungen und Familiengeschichten miteinander verknüpft sind.Ich bin anfangs nur schwer hineingekommen, vermutlich weil mir die indigene Thematik bisher fremd war. Doch die Stärke, Durchsetzungsfähigkeit und Überlebenskraft der Frauenfiguren haben mich dann wirklich beeindruckt. Gleichzeitig war es teilweise anstrengend, den Überblick über die Verwandtschaftsverhältnisse und die zahlreichen Spitznamen zu behalten - das hat den Lesefluss deutlich gebremst.Wer sich auf die komplexe, eindringliche Welt der kanadischen Ureinwohnerinnen einlassen kann und bereit ist, aufmerksam mitzudenken, findet hier eine Geschichte voller Mut, Schmerz und Widerstandskraft.Fazit: Ein beeindruckender Roman mit starken Frauen, der durch Komplexität und Perspektivenvielfalt herausfordert - aber nicht immer leicht zugänglich ist.