Uta Seeburg legt hier in meinen Augen einen der schönsten Weihnachtskrimis überhaupt vor.Wer möchte nicht die Adventszeit inmitten einer idyllischen Schneelandschaft, eingekuschelt mit Keksen und heißer Schokolade verbringen ? Das zumindest war Kommissar Gryszinskis Plan, als er mit Frau und Kind - und seiner Haushälterin Frau Brunner! - zu einer Bekannten ins beschauliche Berghall fährt und mit seinen zahlreichen Bräuchen und Sagen eine ganz andere Welt kennenlernt.Bis es beim wilden Krampuslauf zu einer Rangelei unter den maskierten Gestalten kommt - und am nächsten Tag in der hauseigenen Räucherkammer eine Krampus-Leiche liegt.Es gilt den Täter zu finden - doch wo fängt man da bei zwanzig Krampussen an? Noch dazu in einer zusammengeschweißten Dorfgemeinschaft?Auch wenn dieser historische Krimi nicht durch seine Spannungskurven besticht, so ist es die Atmosphäre der Geschichte, die mich fesseln konnte. Die Abgeschiedenheit, das Brauchtum, der viele Schnee und das Bergpanorama. Für mich als Oberbayern-Liebende ein absolutes Highlight.Uta Seeburg versteht es, die Schauplätze so detailreich und nicht überladen zu beschreiben, dass die Geschichte und ihre Charaktere, und ganz besonders die vielen Leckereien der Brunner, sich zum Greifen nah anfühlten.Was mir etwas Schwierigkeiten bereitete waren die Ermittlungsarbeiten, die bei der Fülle an weihnachtlicher Herrlichkeit etwas unter den Tisch fielen. Und auch die Lösung des Falls war mehr Nebensächlichkeit als denn spannungsreich erwartetes Finale.Aber wisst ihr was? Ich habe diesen Krimi sehr genossen.Kein blutrünstiges Blutvergießen, keine überkandidelte Action, sondern eine traditionsreiche Dorfgemeinde, Gemütlichkeit, Rückbesinnung zu unseren christlichen Wurzeln. Und dazu die Unschuld eines kleinen Kindes inmitten all der Herrlichkeit.Das hier war mein erster Krimi der Autorin, doch Band 4 hat mir so gut gefallen, dass ich die gesamte Reihe näher betrachten und lesen möchte :)