Was für ein Ritt und das schon auf den ersten Seiten. Rebel Fire packt einen bei der Kehle, bevor man richtig Luft holen kann. Kurara ist keine passable Heldin zum Anlehnen, sie ist eine, bei der man die Fingernägel an der Seitenkante mitliest; clever, scharf, und trotzdem so verletzlich, dass der eigene Herzschlag mit ihr mitläuft (ja, das passiert mir selten bei Jugendfantasy).
Beim Lesen auf dem Sofa: Tochter wedelt mit dem Tablet, flüstert Nicht schon wieder ein Cliffhanger! und lacht dann fies, als der nächste Drop kommt. Kurze Pause. Waaas? Du hast doch nicht wirklich? Ich: Doch. Und jetzt drück die Stelle nicht weg! Solche Buddyread-Momente machen das Buch erst richtig groß: gemeinsames Schnaufen, Augenrollen, und dieses kleine triumphale Ha! Hab ichs doch gewusst nach jeder überraschenden Wendung.
Die Welt aus Papiermagie und Luftschiffen ist liebevoll ausgearbeitet keine überladene Karte, sondern spürbare Details: das Rascheln von Papierflügeln, der Ölgeruch in Maschinenräumen, das Knirschen von Geheimnissen unter den Sohlen. Action kommt punktgenau, die Kämpfe sind klar choreografiert und jederzeit lesbar (auch für ungeduldige Mitleser). Die Autorin baut Spannung wie ein Origami-Meister: Falten für Falten, bis plötzlich ein Phönix daraus auffliegt.
Humor sitzt an den richtigen Stellen, oft dunkel und trocken, manchmal albern genau die Mischung, bei der man laut auflacht und sich kurz darauf wieder die Augen reibt. Emotional trifft das Buch stark, ohne ins Rührstück abzudriften. Das Ende lässt Hoffnung glimmen und gleichzeitig die Zähne knirschen perfekt für Band zwei.
Kurz gesagt: Wer Luftschiffe, clevere Protagonistinnen und magische Konsequenzen mag, sollte dieses Buch einplanen. Buddyread-Pflicht mit nervigen, liebenswerten Mitlesern inklusive.