Willkommen in der Welt der Reichen und Privilegierten: Die Hamptons bieten die Kulisse für Luxus, legendäre Sommerpartys und tief vergrabene Skandale. Inmitten dieser glitzernden Oberschicht-Blase prallen Welten aufeinander. Das klassische "Reich gegen Arm"-Thema zieht sich durch die Dynamik der Protagonisten, während versucht wird, den Schein einer makellosen Familie zu wahren. Doch hinter den Kulissen brodelt es: Es wird geflüstert, taktiert und vor allem viel über dunkle Geheimnisse gesprochen, die die mühsam aufrechterhaltene Fassade der Hamptons-Elite zum Einsturz bringen könnten.Wer sich von "Hamptons Prestige" tiefgründige Dialoge oder ein literarisches Meisterwerk erhofft, wird leider schnell auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Schreibstil von Maren Vivien Haase ist in diesem Auftaktband sehr einfach gehalten und lässt die nötige Eleganz vermissen, die man von einem High-Society-Setting eigentlich erwartet. Die Gespräche zwischen den Charakteren plätschern oft sehr oberflächlich dahin und kratzen nur an der Oberfläche, wodurch es schwerfällt, eine echte, tiefe Bindung zu den Figuren aufzubauen.Ein gelungener Aspekt ist jedoch das "Reich gegen Arm"-Motiv. Das Ausloten der sozialen Unterschiede ist ganz nett umgesetzt und sorgt für eine interessante Dynamik. Das Buch schafft es hierbei recht gut, den Leser in ein moralisches Dilemma zu stürzen: Man schwankt beim Lesen selbst ständig hin und her, wen der Charaktere man eigentlich mag und wer einem zutiefst unsympathisch ist. Diese Zerrissenheit hält das Interesse trotz der flachen Dialoge aufrecht.Das größte Manko ist allerdings das Erzähltempo in Bezug auf den Plot. Das Buch lebt davon, dass ständig von großen, bahnbrechenden Geheimnissen gesprochen wird. Es wird angeteasert, angedeutet und geraunt - aber aufgelöst wird in diesem ersten Band bisher so gut wie nichts. Das sorgt über weite Strecken für Frustration, weil die Handlung dadurch etwas auf der Stelle tritt. Erst zum Schluss zieht die Kurve an und es kommt endlich etwas echte Spannung auf, die einen durch die letzten Seiten trägt."Hamptons Prestige - Sparks and Scandals" krankt leider an den typischen Schwächen eines reinen Vorbereitungsbandes. Die oberflächlichen Gespräche und der sehr simple Schreibstil dämpfen das Lesevergnügen. Weil die Spannung zum Ende hin aber noch einmal anzieht und man nach all dem Gerede nun endlich wissen möchte, was hinter den ganzen angedeuteten Geheimnissen steckt, bleibt man zumindest gespannt zurück, wie der Autorin die Auflösung im zweiten Band gelingen wird. Ein nettes Buch für zwischendurch, aber mit viel Luft nach oben.