Inhalt:
Im Herzwald leben die Einhörner fröhlich in den Tag hinein, fressen Glücksklee, Kekse und Zuckerwattewolken und sind ganz li-la-lieb und gli-gla-glücklich.
Doch eines von ihnen sticht aus der Masse hervor, denn es sagt zu allem einfach "Nein!"
Kurzerhand wird es für die anderen Einhörner zum NEINhorn!
Dem NEINhorn wird es irgendwann zu bunt und es büchst aus.
Auf seinem Abenteuer trifft es die verrücktesten Tiere: ein Waschbär, der nie richtig zuhört, ein Hund, dem alles egal ist, und eine Prinzessin, die allem und jedem widerspricht.
Der Kinderbuch-Klassiker von Marc-Uwe Kling als "Super-Spezial-Deluxe-Ausgabe" mit vielen Pop-up-Effekten.
Altersempfehlung:
ab 5 Jahre
Covergestaltung, Illustrationen und Pop-up-Elemente:
Obwohl das NEINhorn in einer kunterbunten und zuckersüßen Blase inmitten von Blumen sitzt, schaut es grummelig und brummig.
Ansonsten ist das Cover dunkel und unauffällig. Hervorstechen das "NEIN" im Titel sowie die böse blickenden Augen des NEINhorns.
Vor- und Nachsatz des Buches schmückt eine Karte, um die Reise des NEINhorns besser nachverfolgen zu können.
Das Buch ist wunderschön und regenbogenbunt illustriert.
Die Gestaltung der Tiere gefällt sehr. Der WASbär ist zuckersüß und flauschig, der NAhUND knuffig mit typischem Hundeblick und irgendwie ein wenig trantütig.
Bis hierhin ist das Pop-up-Buch identisch mit der "normalen" Ausgabe.
Mein Eindruck zur Umsetzung als Pop-up-Buch:
Die Erwartungen an das druckfrisch erschienene Pop-up-Buch waren entsprechend hoch ... und wurden nicht enttäuscht:
Als Hingucker sind auf jeder Doppelseite Elemente verschiedener Größen eingeklebt, so dass beim Aufblättern die jeweilige Szene aufgefächert wird und beim Umblättern mühelos wieder in sich zusammenfällt.
Teilweise sind die Gebilde derart filigran und verschachtelt, dass es an ein Wunder grenzt.
Besonders beeindruckend ist der gigantische Turm mit der herabschauenden KönigsDOCHter.
Es finden sich aber auch kleine Effekte, z. B. Klappen und Hebel (das NEINhorn wälzt sich im Matsch) und ein Rad, um den NEIN-DOCH-Dialog zum Leben zu erwecken.
Die Umsetzung ist genial, rundum gelungen und abwechslungsreich.
Mein Eindruck zur Geschichte:
Das Abenteuer wird zu Beginn in der Einhorn-Regenbogen-Seifenblasen-Zuckerwatte-Welt noch in Reinform erzählt.
Etwas, das dem NEINhorn neben diversen anderen Dingen gehörig auf die Nerven geht.
Das NEINhorn verabschiedet sich von den Einhörnern und wälzt sich erst einmal ordentlich im schwarzen Schlamm. Ab diesem Zeitpunkt ist Schluss mit Dichterei und es kann endlich tun und lassen, was es möchte!
Es macht sich auf den Weg nach Nirgends. Denn eigentlich will es nirgends hin.
Das NEINhorn trifft am Fluss einen freundlichen Waschbären, der eigentlich ein WASbär ist. Das kleine Kerlchen ist zum Schießen komisch, denn er hört schlecht UND hört nie zu, sodass irrsinnig lustige Dialoge zustande kommen.
Neben dem NEINhorn ist er mein absoluter Lieblingscharakter und auch von den Illustration her mein Favorit.
Sämtliche Dialoge sind so aberwitzig, dass man sofort an Louis de Funes denken muss:
"Nein! Doch! Oooh!"
Hier natürlich: "Nein! Doch! Was?"
Am Ende darf sich jeder selbst die Moral der Geschichte ausdenken; denn auf die Frage "Braucht die Geschichte noch eine Moral?" hat das NEINhorn natürlich mit "Nein!" geantwortet.
Eltern bekommen mit viel Humor einen Spiegel vorgehalten und Kinder erkennen, dass man eben nicht mit der Masse schwimmen muss, dass man auch "Nein!" sagen darf zur Zuckerwatte-Welt ... und sich stattdessen genüsslich im Schlamm wälzen kann!
Ein Lesespaß für Jung und Alt und ein klarer Fall für den "Witzig"-Stempel!
Fazit:
Ein rundum gelungenes Lesevergnügen in mehrfacher Hinsicht:
Eine Geschichte zum Schmunzeln, Kichern und von-der-Couch-fallen vor lauter Lachen.
Noch dazu zauberhaft illustriert und dank der Pop-up-Elemente unglaublich eindrucksvoll.
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Rezensierte Ausgabe: Das NEINhorn - Pop-up-Buch" aus dem Jahr 2025