Ein intensiver Lebensbericht, der Mut macht, Gott das Ruder im Leben zu überlassen
Alkoholiker - wohl jeder ist schon einem begegnet. Wie reagiert man? Geht man schnell weiter, schaut beschämt weg? Selbst schuld? Er muss ja nur aufhören zu trinken?Nun, ganz so einfach ist es nicht. Ich bin froh, dass ich das Buch von Jürgen Schönnagel lesen durfte. Er ist Alkoholiker, trinkt nicht regelmäßig aber wenn, dann quasi bis zur Besinnungslosigkeit. Es dauert eine Weile bis er begreift, dass er Hilfe braucht.Er wächst in der DDR auf, geht regelmäßig zur Sonntagsschule, erlebt aber auch staatliche Repressalien und verliert in der Jugendzeit seinen Glauben. Sein Elternhaus ist ihm in der Kindheit keine Hilfe.Irgendwann ist der Alkohol so wichtig in seinem Leben, dass er ohne ihn nicht mehr auskommt. Er gerät in politische Haft. Doch dann führt ihn eine Begegnung mit Jesus zurück zum Glauben.Was danach kommt - darüber kann man nur staunen. Er sieht seinen Platz weiter bei den "Ausgestoßenen", er wird Ansprechpartner und Helfer für Alkoholiker, auch wenn er dabei viel Gegenwind aus seiner Gemeinde erfährt. Er baut nach und nach mit die AGAS-Arbeit auf, die sich nach der Wende dem "Blauen Kreuz" anschließt.Diese Arbeit wird ihn sein Leben lang begleiten.Dieses Buch hält einem bildlich vor Augen, was Gott aus einem Leben machen kann, wenn man ihn nur lässt.Mir hat auch gut gefallen, dass den Lesern alles erklärt wird. Was ist z.B. ein Jugendwerkhof, was war der Prager Frühling, wie war die Situation der Christen in der DDR - all das würde Fragen aufwerfen, die Antworten vermitteln ein gutes Hintergrundwissen.Das Buch ist absolut lesenswert - ein Lebensbericht der Mut macht, Gott das Ruder im Leben zu überlassen.