Welch wunderbare Lektüre, die unweigerlich zum Nachdenken anregt. Nachdenken über die gute alte Zeit. Doch was genau ist dieses konservative Denken eigentlich? Konservatives Denken, also auf Bewahrung des Bestehenden gerichtetes Denken, hat es schon immer gegeben. Entstanden ist es im 18. Jahrhundert, als Gegenbewegung der Französischen Revolution. Heute liegt dem Konservatismus der Gedanke zu Grunde, an bewährter, historisch gewachsener Tradition festzuhalten. Konservativ zu sein bedeutet jedoch keinesfalls, dass man "altbacken" ist, sondern vielmehr Orientierung und Stabilität, in einer Zeit rasanter Veränderungen. Nicht nur die Welt hat sich verändert, sondern auch der Mensch. Wir leben in einer digitalen Welt. Persönliche Kontakte, die man einst noch schätzte, sind zur Rarität geworden. Alles läuft nur noch über die sogenannten "Sozialen Medien". Man hat jetzt Stöpsel im Ohr, das Smartphone jederzeit griffbereit, um ja überall und jederzeit erreichbar zu sein. Für jeden Mist gibt es eine APP, nicht jedoch für Gegenseitigen Respekt. Jeder ist sich nur noch selbst der nächste. Früher war die Frau für Haushalt und Kinder da, der Mann ging arbeiten und das Geld hat gereicht. Heute heißt der Papa im Zeichen der LGBTQ Bewegung vermutlich Jaqueline, Mutti hat 2 Nebenjobs und die Kohle reicht vorne und hinten nicht. "Zigeunerschnitzel" heißt jetzt "Paprikaschnitzel", aus "Mohrenköpfen" wurden "Schaumküsse". Die guten alten "Winnetou Filme" sind verpönt, Weihnachtsmärkte heißen heute "Genußmärkte*, wenn sie nicht gar ganz abgesagt werden, da die geforderten Sicherheitsauflagen zu teuer sind. Doch solange im Fernseher Fußball läuft und genug Bier im Kühlschrank ist und durch die Leichtgläubigkeit der Masse niemand die permanente Abkenkung des Systems bemerkt, befinden sich viele im Modus des "betreuten Denkens". Denn fängt der Mensch erst einmal an selbst zu denken, dann stellt er Fragen. Wer Fragen stellt, beginnt zu zweifeln und wer erst einmal zweifelt, der läßt sich schwer manipulieren. So sollte sich heute jeder die Frage stellen, ob er lieber den bequemeren Weg geht und zu allem "Ja" und "Amen" sagt, oder eher den steinigen Weg, um am Ende zu erkennen welch innere Befriedigung das ist.