Nach dem Tod ihres Mannes sieht sich Christien alleine mit ihren gemeinsamen, inzwischen erwachsenen Söhnen und den Töchtern aus einer vorherigen Beziehung ihres Mannes einer zunächst unüberwindbaren Aufgabe konfrontiert.
Der Leere, die sie nach dem Tod ihres Mannes empfindet, steht ein volles Haus gegenüber. Ein Haus, dass früher das blühende Leben beherbergte. Ein Haus, in dem sich Freunde und Familie zum gemeinsamen Essen und Feiern getroffen hatten. Ein Haus, in dem Künstler ein- und ausgingen. Ein Haus, das ein Zufluchtsort für viele andere und nicht zuletzt für die Familie war. Ein Haus, das auch jetzt voll ist; aber nicht mehr voll Leben, sondern voll Zeug.
Christien steht einer unüberwindbaren Aufgabe gegenüber. Was soll mit dem Haus geschehen? Was soll mit ihr geschehen?
Im Trauerprozess blickt sie zurück auf das gemeinsame Leben mit ihrem Ehemann A. Ein Leben, von dem sie dachte, dass es ein erstrebenswertes Leben gewesen war. Ein Leben, in dem sie sich als Frau verwirklichen konnte. In dem sie die Rolle der Ehefrau, der Mutter aber auch der erfolgreichen Professorin eingenommen hatte. Ein Leben, mit dem sie sehr zufrieden gewesen war, so scheint es.
Doch bei näherer Betrachtung und dem Versuch ihre Liebe zu ordnen, oder vielmehr einzuordnen, erkennt sie mehr und mehr, dass doch vieles Fassade gewesen war. Dass sich die Eheleute im Laufe der Jahre auseinander gelebt hatten, dass jeder seinen eigenen Interessen nachgegangen ist.
Und sie wollten sich nicht eingestehen, dass diese Lebensform das Paar auseinander gebracht hatte. Dass vieles nur noch eine Gewohnheit war. Der Kitt, der diese Beziehung zusammen gehalten hatte.
Nach und nach erkennt Christien, dass sie mit diesem alten Leben aufräumen muss. Sowohl im Äußeren, aber auch im Inneren: Nach und nach löst sie sich von ihrer alten Rolle. Sie beginnt wieder, zu leben. Sie beginnt, wieder die alte Christien zu sein.
Und auch das Haus macht diese Veränderung mit. Nach und nach traut sie sich an die vielen Kisten, Bücher, Schallplatten und vieles mehr, das ihr gemeinsames Leben mit A ausgemacht hatte. Und nach und nach öffnet sie Zimmer für Zimmer ihr Haus, gestaltet es um und langsam wird es vom gemeinsamen Haus zu ihrem Haus.
Es trägt nun ihre Handschrift. Und es beginnt, sich wieder zu öffnen: für Gäste Freunde und für die erwachsenen Kinder. Gemeinsam mit dem Haus öffnet sich auch Christien wieder für ihre Freunde und Familie und sieht ihrer Zukunft zuversichtlich entgegen.
Ein Buch, das Trauernden zeigen kann, dass nach dem Tod zwar das Leben weitergeht, aber man selbst erst wieder zu sich finden muss.