Die versammelten Fallstudien vermessen das Spannungsfeld von Partizipation und Ausgrenzung in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten. Wie machten die Stadtbewohner Ansprüche auf Mitbestimmung geltend und welche Spielräume für kontroverse Debatten nutzten sie? Wie wurde öffentliche Einigkeit und Harmonie inszeniert oder sogar von der Obrigkeit erzwungen? Welche Formen der Normabweichung wurden eher toleriert, welche provozierten dagegen harte Sanktionen? Und wie viel religiöse Differenz hielt die städtische Lebenswelt aus? Aufgrund ihrer vergleichsweise dichten Quellenüberlieferung, etwa in Gestalt von Kriminalquellen, können alteuropäische Städte als Laboratorien für die exemplarische Untersuchung von Handlungsspielräumen und gesellschaftlichem Konfliktmanagement genutzt werden.
Alteuropäische Städte: Laboratorien für die Untersuchung von Handlungsspielräumen und Konfliktmanagement
Anhand von ausgewählten Fallstudien vermisst Gerd Schwerhoff das Spannungsfeld von Partizipation und Ausgrenzung in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten. Wie machten die Stadtbewohner Ansprüche auf Mitbestimmung geltend und welche Spielräume für kontroverse Debatten nutzten sie? Wie wurde öffentliche Einigkeit und Harmonie inszeniert oder sogar von der Obrigkeit erzwungen? Welche Formen der Normabweichung wurden eher toleriert, welche provozierten dagegen harte Sanktionen? Und wie viel religiöse Differenz hielt die städtische Lebenswelt aus? Aufgrund ihrer vergleichsweise dichten Quellenüberlieferung, etwa in Gestalt von Kriminalquellen, können alteuropäische Städte als Laboratorien für die exemplarische Untersuchung von Handlungsspielräumen und gesellschaftlichem Konfliktmanagement genutzt werden.