Rosa und Nikolas lernen sich im Treppenhaus ihres Wohnhauses kennen, denn seine Mutter wohnt nur ein Stockwerk tiefer und ist entzückt von der potentiellen Schwiegertochter. Rosa und Nikolas verstehen sich auf Anhieb gut, auch wenn Rosas Selbstzweifel immer ein wenig dazwischenfunken. Dazu kommt, dass Nikolas nur wenig von sich preisgibt und viele von Rosas Fragen unbeantwortet lässt. Dennoch schweben sie auf Wolke sieben, wenn sie Zeit miteinander verbringen. Bevor Nikolas sein Versprechen einlösen kann, über Vergangenes zu sprechen und Rosa seine Freunde vorzustellen, stirbt er bei einem Unfall - nach nur drei Monaten Beziehung.
Rosa ist derart perplex, dass sie alles zu hinterfragen beginnt. In Gesprächen mit Menschen, die Nikolas länger kannten, versucht sie herauszufinden, wer ihr Freund war und welche Geheimnisse er vor ihr verborgen hat.
Der Roman wir aus der Sicht von Rosa erzählt, beginnend vom Kennenlernen von Nikolas bis zu Trennung durch seinen viel zu frühen Tod.
Das Gefühlschaos von Rosa ist dabei nachvollziehbar dargestellt. Sie ist frisch verliebt in einen unglaublich gut aussehenden, solventen Mann, verspürt aber dass er sie auf Distanz hält und sie nicht komplett in ihr Leben lässt. Als er sich zu öffnen beginnt, erfolgt der Unfall und Rosa bleibt mit vielen offenen Fragen zurück. Nach seinem Tod hinterfragt sie sogar, ob es überhaupt Liebe war und ob sie genug um ihn trauert. Die Begegnungen mit anderen Menschen, die mitunter nur widerwillig mit ihr sprechen, zeigen ihr unterschiedliche Bilder von Nikolas.
Die Geschichte ist nicht so traurig und emotional wie erwartet, denn statt einer romantischen jungen Liebe, Trauer und Trauerbewältigung rückt die Frage in den Vordergrund, wie gut man den Menschen kennt, den man liebt.
Der Wechsel zwischen gegenwärtiger Suche nach Antworten und den Erinnerungen an die Liebe zu Nikolas sorgt für spannende Momente, was Rosa über Nikolas herausfinden könnte und offenbart tatsächlich Geheimnisse, die Rosa erst einmal verarbeiten muss und neue Unsicherheit schüren.
"Eine Liebe ohne Sommer" erzählt von einer Liebesgeschichte, die über die erste Phase der Verliebtheit kaum hinausgekommen ist. Sie handelt von einer Frau auf der Suche nach Antworten, von Unsicherheiten und Selbstzweifel, aber auch von Freundschaft und den Herausforderungen im Job. Mit den unterschiedlichen Begegnungen ist es eine abwechslungsreiche, lebendige und unterhaltsame Geschichte, die auf die zwischenmenschlichen Beziehungen zu Geliebten, Freunden, Familie und Nachbarn abstellt.
Obzwar das Ende durchaus befriedigend ist, da Rosa Antworten auf ihre Fragen findet und Abschied nehmen kann, fühlt es sich mit den gefundenen Freundschaften und Nikolas Abschiedsgeschenk doch etwas zu euphemistisch an.