Ohne Umschweife: Highlight incomming!
Erklärung:
Wenn man nach 550 Seiten des ersten Bandes schimpfend das Buch zu Seite legt, weil die Fortsetzung erst im Juli erscheint, man aber der Story noch keinen Deut überdrüssig ist, hat das schon einen gewissen Aussagewert!
Wer hier einen wilden Ritt erwartet, bekommt ihn - phasenweise schnellte mein Adrenalinpegel in die Höhe und ich konnte nicht aufhören zu lesen.
Doch gilt das nicht für das komplette Buch. Hier ist auch viel Geduld gefragt, denn Hill nimmt sich - ganz wie sein Vater - viel Zeit um ein genaues Bild zu kreieren.
Leider muss ich bei der Beschreibung ein wenig rumeiern, damit ich nicht zu viel vorweg nehme, doch kann man es durchaus so sehen, dass "King Sorrow" mehrere kleine Unterbücher beherbergt - und jedes davon kurbelt eine Dynamik an, die den Leser völlig in einen Bann zu ziehen vermag.
Schon in "Fireman" liebte ich diese Erzählkunst; hier wird kein schneller Plot dem Leser vor die Füße gekotzt, hier werden Charaktere und Situationen so deutlich erschaffen, dass ich jetzt schon weiss, dass Arthur, Gwen, Allie, Van, Donna und Colin mir nach dem Ende entsetzlich fehlen werden.
Damn, allein bis Juli zu warten fällt mir jetzt schon schwer!
Konzentrieren wir uns auf diesen Freundeskreis:
Eine Hand voll Studenten im beschaulichen Maine. Auf den ersten Blick haben sie nicht viel gemeinsam, und dennoch werden sie zu Freunden. Eine Herausforderung des Lebens bringt die Truppe dazu, sich aus Spaß und Verzweiflung mit Hilfe eines okkulten Rituals Hilfe zu verschaffen.
Nichts ahnend, was sie da ins Leben rufen, geschweige denn, was der Preis für die vermeintliche Hilfe ist..
So eine intensive, aber auch authentische friendship-story habe ich seit "Es" nicht mehr gelesen.
Hier sind die guten Leutchen gerade so noch Kinder, die man auf dem Weg in die Erwachsenenwelt begleitet ( - man startet übrigens im Jahre 1989 und kommt gen Ende des Buches Ende der '90er an).
Während des Verlaufs wird der Druck auf das Gespann deutlich, der Leser sieht die Auswirkungen über die Jahre, wodurch die Geschichte schon fast zu einer Art Drama wird.. und mich wirklich gespannt darauf macht, was in den Folgejahren noch passieren wird.
Doch ein großer Unterschied zu "Es" ist natürlich, dass man hier nur ansatzweise Horror hat - wir bewegen uns mehr im Fantasybereich.
Nicht zuletzt durch den Namensgeber "King Sorrow".
Das ist übrigens für mich eine absolut coole, wenn aber auch grausame Socke. :D
Durch den King wird nahezu alles bedient: Grauen. Humor. Spannung. Leid.
Fun fact: ich wiederhole mich, aber.. ich lechze nach mehr!
"King Sorrow" gehört für mich zu den Büchern, die immer weiter gehen könnten!
Kleiner Wermutstropfen:
Das Buch umfasst knapp 600 Seiten. Ca 50 davon sind allerdings eine Leseprobe zum zweiten Band. Daher endete diese Reise noch abrupter für mich.