Als Aella ihren Abschluss als Spionin des Königreichs schafft, wird sie umgehend in ein Elite-Team mit einem Auftrag höchster Wichtigkeit berufen. Gemeinsam sollen sie sich ins Nachbarreich einschleusen und dort einen Diebstahl begehen. Ihr Anführer ist ausgerechnet Raven, mit dem sie eine kurze Vergangenheit hatte, bevor er wortlos verschwunden ist. Zudem ahnt niemand, dass Aellas Tarnung als Prinzessin ihres Reiches der Wahrheit entspricht. Verstoßen von ihrer Familie muss sie nun zurück in diese Rolle schlüpfen und die Gunst des Prinzen erringen. Doch nichts an dieser Mission gestaltet sich so einfach, wie Aella und ihr Team sich das vorgestellt haben ...
»Songbird of the Sorrows« ist eine Geschichte mit sehr spannender Grundidee. Die verschiedenen Reiche und wie sie zustande kamen/worauf sie basieren und auch die Bevölkerung und ihre (magischen) Fähigkeiten fand ich sehr spannend. Ich habe auch echt schnell gut reingefunden. Der Schreibstil ist dabei sehr einnehmend. Eher bedächtig, sanft, er nimmt sich Zeit für die Momente, und das fand ich durchaus gelungen und sehr angenehm zu lesen und man konnte gut ins Buch eintauchen.
Das World Building blieb mir auf Dauer jedoch etwas zu oberflächlich, man hat bis auf die Anfänge wenig über die Reiche erfahren, das Buch spielte sich zum Großteil im Palast und mit Belanglosem ab. Dazu eine Art Wettbewerb mit Prüfungen, wie man sie mittlerweile sehr häufig in Fantasy findet, nur dass diese trotz Gefahr irgendwie unspektakulär blieben, also nichts wo ich emotional aufgeregt gewesen wäre. Gleichzeitig fand ich wiederum das Setting des Palasts gut und lebhaft geschildert, die Feste und die Personen, auf die Aella da trifft, sehr interessant.
Nur leider wirkte aber der Plan des angeblichen "Elite"-Teams auf mich eher stümperhaft und wenig logisch, als hätte niemand das Ganze bis zum Ende gedacht. Daher war das "Ergebnis" auch nicht unbedingt überraschend. Auch hab ich die Liebesgeschichte zwischen Aella und Raven nicht so gefühlt, da war kein Spark für mich, und die Vorgeschichte etwas ungelenk.
Das klingt jetzt negativer als beabsichtigt, ich hab ja das Buch gern gelesen. Zum einen wegen oben besagtem Schreibstil. Es war kein intensiver Sog, aber ich hab immer wieder gern zum Buch gegriffen, weil es sich so gut lesen ließ. Dazu machten mich die Charaktere grundsätzlich auch alle echt neugierig und sie haben Potenial, das in den immerhin noch zwei Fortsetzungen weiter entfaltet werden kann. Ich glaube, in dieser Geschichte steckt noch ganz viel Spannendes drin, und auch wenn Band 1 für mich ein wenig schleppend dahingehend war, merkt man doch den Aufbau von etwas Größerem. Es gab auch immer wieder Momente und Szenen, die ich echt cool fand. Und der Cliffhanger macht sehr neugierig, wohin sich die Handlung als nächstes bewegen wird.
Also auch wenn ich Kritik habe und für mich bei dieser Geschichte definitiv noch Luft nach oben gewesen wäre Band 1 hat Lust gemacht, die Geschichte weiterzuverfolgen, weshalb ich den nächsten Band unbedingt lesen möchte!
3,5 Sterne