Vier Geschwister, Ende 30 bis Anfang 40, darunter ein Profisportler, ein Schriftsteller und eine Oscar-nominierte Schauspielerin - und trotz ihrer engen Beziehung in der Kindheit besteht aktuell fast kein Kontakt mehr. Ein gemeinsamer Wochenendtrip soll dies ändern, doch jeder bringt seine ganz eigenen Probleme mit auf die Reise und eine von ihnen hütet dazu noch drei Geheimnisse, die nun aufgedeckt werden sollen.
Zunächst mochte ich es sehr, dass man auch wirklich alle vier Perspektiven verfolgen kann, so steht keiner der Geschwister komplett im Fokus, sondern man lernt alle gut kennen. Ich hatte tatsächlich auch keinen Favoriten, alle Perspektiven hatten ihren ganz eigenen Charme und ich habe alle gleich gerne gelesen.
Immer wieder werden durch diese Perspektivwechsel auch Brücken zwischen den Geschwistern gespannt und man kann Gemeinsamkeiten und Verbindungen besser erkennen, was ich ganz schön geschrieben fand.
Generell hat mir der Schreibstil gut gefallen, es gab zwar keine sprachlichen Highlights, dafür bin ich durch die Seiten geflogen und konnte es entspannt lesen. Im Mittelteil gab es kleinere Längen, insgesamt war das Tempo aber durchaus angenehm.
Die Handlung selbst ist nicht großartig spannend, auch die Überraschungen und Geheimnisse konnte man eigentlich recht gut vorhersehen. Von daher sollte man es nicht lesen, wenn man auf so etwas Wert legt - stattdessen sollte man Gefallen an Familienbeziehungen und Geschwisterinteraktionen haben, denn diese stehen eindeutig im Fokus.
Es gibt emotionale Momente, viele witzige Stellen und Rückblicke in die Kindheit, während derer mir die Charaktere auch ans Herz gewachsen sind und auch wenn man sich das Ende denken konnte, fand ich den Weg dorthin doch sehr unterhaltsam.
Als Einzelkind war das Buch ein schöner Ausflug in die Welt einer größeren Familie und ich hätte gerne noch mehr Zeit mit dieser Familie verbracht.