Auf "When Shadows Darken the Sun" von Nina Schilling bin ich zunächst wegen der wunderschönen Gestaltung aufmerksam geworden. Auch die Idee mit dem Taghof, dem Nachthof und den Tag- und Nachtspielen klang vielversprechend, selbst wenn sie nicht unbedingt etwas völlig Neues verspricht.
Besonders gefallen haben mir der angenehme Schreibstil und die atmosphärischen Beschreibungen des Nachthofs. Auch die wiederkehrenden Gegensätze, mit denen die Autorin arbeitet, sowie die Schattenpanther und Lichtwölfe fand ich sehr gelungen.
Leider hatte ich insgesamt aber häufig das Gefühl, vieles in ähnlicher Form schon unzählige Male gelesen zu haben. Viele typische Tropes wirkten auf mich eher wie eine Checkliste als wie eine natürliche Entwicklung.
Die Liebesgeschichte konnte mich leider auch nicht wirklich überzeugen. Das Buch wird mit Enemies to Lovers beworben, für mich trifft das allerdings nicht zu. Zwar stehen ihre Höfe auf gegnerischen Seiten doch zwischen Cass und Nox herrscht von Beginn an eine gegenseitige Anziehung. Daher gingen mir manche Entwicklungen letztendlich zu schnell.
Die Tag- und Nachtspiele waren grundsätzlich spannend, wurden aber recht schnell abgehandelt. Zudem blieben die Nebenfiguren für mich zu blass, die Hauptfiguren zu stereotypisch und einige Wendungen waren leider sehr vorhersehbar.
Das Rad kann natürlich nicht immer neu erfunden werden, aber hier hatte ich oft das Gefühl, dieselbe Geschichte schon mehrfach gelesen zu haben.
"When Shadows Darken the Sun" lässt sich zwar angenehm lesen und bietet eine schöne Aufmachung, inhaltlich konnte es mich aber leider nicht vollständig überzeugen. Ich hätte das Buch gerne geliebt, am Ende blieb für mich jedoch der Eindruck einer sehr klassischen, vorhersehbaren Romantasy, die sich stark auf bekannte Muster und Stereotype stützt.