Haus der Drachen ist ein düsterer, fesselnder Fantasyauftakt, der mich von den ersten Seiten an in seinen Bann gezogen hat. Im Mittelpunkt steht Kerrigan, eine bemerkenswert starke Protagonistin, die trotz Angst, Verlust und ständiger Bedrohung nicht aufhört zu kämpfen. Ihre Herkunft und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten zwingen sie dazu, vorsichtig zu leben und niemandem vollständig zu vertrauen ein Spannungsfeld, das die Geschichte durchgehend trägt.
Besonders überzeugt hat mich die vielschichtige Figurenzeichnung. Freundschaften fühlen sich nie vollkommen sicher an, Antagonisten sind nicht eindimensional, und jede Begegnung scheint ein verborgenes Risiko zu bergen. Hervorzuheben ist vor allem der geheimnisvolle Prinz des Hauses der Schatten, zwischen dem und Kerrigan eine spürbare, langsam wachsende Spannung entsteht. Das Slow-Burn-Element ist intensiv, atmosphärisch und sehr gut dosiert.
Die Welt ist düster, gefährlich und von Machtstrukturen geprägt, in denen Herkunft und Magie über Wert oder Wertlosigkeit entscheiden. Drachen, Visionen und politische Intrigen fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein und sorgen für eine konstant hohe Spannung, ohne die Figurenentwicklung zu überlagern.
Emotional scheut die Geschichte keine dunklen Themen und zeigt eindrucksvoll, wie sehr Vergangenheit und Trauma das Handeln der Charaktere beeinflussen. Gerade diese Tiefe macht Kerrigan zu einer glaubwürdigen und nahbaren Heldin.
Insgesamt ist Haus der Drachen ein atmosphärisch dichter Fantasyroman mit starken Charakteren, düsterer Stimmung und einem vielversprechenden Auftakt, der neugierig auf die Fortsetzung macht. Wer komplexe Figuren, Slow Burn und eine gefährliche Welt liebt, sollte dieses Buch definitiv auf dem Schirm haben.