In Die unmögliche Rückkehr kehrt Amélie Nothomb gemeinsam mit einer Freundin nach Japan zurück, jenes Land, das sie seit ihrer Kindheit tief geprägt hat. Die Reise führt sie an Orte ihrer Vergangenheit, weckt Erinnerungen und konfrontiert sie gleichzeitig mit der schmerzhaften Erkenntnis, dass sich nicht nur das Land verändert hat, sondern auch der eigene Blick darauf. Dabei geht es weniger um eine klassische Handlung als um Gedanken, Gefühle und Beobachtungen rund um Nostalgie, Heimat und das Gefühl, einem geliebten Ort gleichzeitig nah und fremd zu sein.
Das Buch lebt vor allem von seiner melancholischen Stimmung und der sehr persönlichen Erzählweise. Dabei wird schön die tiefe Verbundenheit der Autorin zu Japan spürbar und die Sehnsucht nach einem Ort, der in ihrer Erinnerung fast zu etwas Mythischem geworden ist. Diese Mischung aus Liebe, Verlust und Entfremdung verleiht dem Text eine stille emotionale Kraft. Der Schreibstil ist dabei poetisch, leicht und gleichzeitig nachdenklich und viele Passagen laden dazu ein, kurz innezuhalten. Vor allem wenn man selbst einmal Heimweh, Fernweh oder Nostalgie erlebt hat, findet man sich in vielen Gedanken wieder. Allerdings ist das Buch eher ein autobiografischer Reisebericht als ein klassischer Roman und man findet keine klare Handlung oder größere Spannung. Manche Gedanken wirken sehr selbstbezogen, und nicht jede Beobachtung entfaltet die gleiche Tiefe. Auch die Begleiterin Pep ist teilweise etwas anstrengend und nimmt stellenweise viel Raum ein. Dennoch entfaltet das Buch gerade durch seine leisen Töne und seine ehrliche Melancholie einen besonderen Reiz. Es geht weniger darum, etwas Großes zu erzählen, sondern vielmehr um das Gefühl, nach etwas Verlorenem zu suchen, das sich nicht mehr zurückholen lässt.
Ein ruhiges, poetisches und sehr persönliches Buch über Erinnerung, Sehnsucht und die Unmöglichkeit, in die eigene Vergangenheit zurückzukehren. Kein typischer Roman, sondern eher eine melancholische Reise durch Gedanken und Gefühle.