Dieses Buch hat mich leise, aber nachhaltig verändert. Während der Lektüre von Barbara Strohscheins Werk wurde mir immer wieder bewusst, wie selten wir einander wirklich anerkennen - und wie viel Kraft genau darin liegt. Was zunächst wie ein einfaches Kommunikationsprinzip klingt, entfaltet im Verlauf der Seiten eine erstaunliche Tiefe. Ich habe mich dabei selbst oft ertappt: in alten Mustern, in schnellen Urteilen, in dem Wunsch, recht zu behalten, statt verbunden zu bleiben.Besonders eindrücklich waren für mich die geschilderten Tiefeninterviews mit Klimaskeptikern. Strohschein beschreibt diese Begegnungen nicht belehrend, sondern mit einer spürbaren Neugier und Offenheit. Gerade dadurch entsteht etwas, das man in gesellschaftlichen Debatten kaum noch kennt: echtes Zuhören. Diese Passagen haben mir gezeigt, dass Anerkennung keine Zustimmung bedeutet, sondern den Mut, den anderen als Menschen ernst zu nehmen - auch dann, wenn man seine Haltung nicht teilt.Was das Buch für mich so wertvoll macht, ist seine Alltagstauglichkeit. Die vielen Beispiele aus Familie, Arbeitswelt und öffentlichem Diskurs haben mir immer wieder konkrete Bilder geliefert, wie ich selbst anders reagieren könnte: weniger abwehrend, weniger kämpferisch, dafür präsenter und klarer. Ich hatte mehrfach das Gefühl, dass sich beim Lesen innerlich etwas entspannt - als würde der ständige Druck, mich behaupten zu müssen, langsam weicher werden.Am Ende blieb bei mir ein starkes Gefühl von Hoffnung. Nicht im naiven Sinn, sondern als leise, realistische Zuversicht: Wenn Anerkennung tatsächlich so praktiziert wird, wie Strohschein sie beschreibt, dann können selbst verhärtete Fronten wieder menschlich werden. Dieses Buch ist für mich kein Ratgeber im klassischen Sinn, sondern eine Einladung, das eigene Miteinander neu zu betrachten - und vielleicht ein wenig mutiger, freundlicher und echter zu gestalten.