Inhalt: Alice befindet sich seit 10 Jahren in einem verfallenen Hospital. Durch die ihr verabreichten Medikamente ist ihre Erinnerung getrübt, in ihren Albträumen taucht allerdings öfter ein Mann mit Kaninchenohren auf. Als ein Feuer im Hospital ausbricht, ergreift Alice - gemeinsam mit dem Axtmörder Hatcher - die Chance und flieht. Doch Alice und Hatcher sind nicht die Einzigen, die freigekommen sind: Mit ihnen konnte der bösartige Jabberwock entkommen - und nur Alice kann seine Macht eindämmen...Persönliche Meinung: "Finsternis im Wunderland¿ ist ein Fantasybuch von Christina Henry. Es handelt sich um den Auftakt der "Die Chroniken von Alice¿-Reihe, die derzeit aus drei Bänden besteht. Wie der Name der Reihe schon andeutet, handelt es sich bei "Finsternis im Wunderland¿ um eine Adaption von "Alice im Wunderland¿. Diese Adaption ist allerdings um einiges dunkler: Die Handlungsorte von "Finsternis im Wunderland¿ sind nicht bunt und spielerisch wie im Original, sondern dystopisch und düster. Die Welt ist unterteilt in die "Neue Stadt¿ und die "Alte Stadt¿. Während in der "Neuen Stadt¿ Recht und Ordnung herrschen, wird die "Alte Stadt¿ durch rivalisierende Menschenhändler/Bandenchefs dominiert, die insbesondere die weibliche Bevölkerung drangsalieren und missbrauchen (Es gibt einzelne Szenen, die wirklich stärkerer Tobak sind, sodass ich den Roman nicht für jüngere Zielgruppen empfehlen kann). Leider bleibt diese Welt im luftleeren Raum: Wie es zur Trennung von Neuer und Alter Stadt kam, wie die Beziehung der beiden Städte ist und wie die Menschenhändler an die Macht kamen, bleibt offen. Alice und Hatcher befinden sich ausschließlich in der Alten Stadt, durchstreifen diese, um ein Artefakt zu finden, mit dem der Jabberwock gebannt werden kann. Dabei bekommen sie es mit den Bandenchefs zu tun, die verfremdete Versionen von "Alice im Wunderland¿-Figuren sind: So treffen sie u.a. auf die Raupe, den Grinser und das Kaninchen. Strukturell ist die Handlung daher - ähnlich wie die Vorlage - eine Aneinanderreihung von Episoden. Spannung entsteht insbesondere dadurch, dass sowohl Alice als auch Hatcher Erinnerungslücken besitzen: Was in ihrer Vergangenheit passiert ist, ist ihnen nicht vollends bekannt, sodass es zu einzelnen überraschenden Wendungen kommt. Insgesamt hat mich "Finsternis im Wunderland¿ zwiegespalten zurückgelassen: Die Grundidee ist originell, die Welt atmosphärisch dystopisch beschrieben und einzelne Umwidmungen der bekannten "Alice¿-Figuren kreativ. Gleichzeitig waren für mich aber einzelne Szenen - ohne Not - zu drastisch, der entworfenen Welt fehlte an Substanz und die Handlung wirkte stellenweise monoton.