»Im Grunde kann ich mich an das Gefühl, betrunken zu sein, nur noch erinnern. Meine zum Standard gewordenen drei Promille sind jetzt meine Nüchternheit. Alles, was darüber hinausgeht, vergesse oder verdränge ich.« (Seite 36)
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Beim vorliegenden Buch handelt es sich dem Pressetext des Verlages zufolge um das zutiefst persönliche Debüt eines trockenen Alkoholikers. Mit entwaffnender Ehrlichkeit, brutaler Offenheit und in mal kurzen, mal längeren Abschnitten schildert Daniel Wagner seinen Weg, schreibt bewegend darüber, wie er es nach dreißigjähriger Alkoholabhängigkeit geschafft hat, trocken zu werden und bis heute zu bleiben.
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»Auch wenn ich trocken bin, das Leben, das ich führe, führe ich auf der Basis von Alkohol. Ohne es zu merken habe ich mein Leben in seine Hände gegeben und er wird es mir nie wieder vollständig zurückgeben. Hand in Hand in eine gemeinsame Zukunft. Und ich hasse das.« (Seite 12)
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Dieses Buch hat mir nicht die Augen geöffnet, ich weiß selbst ganz genau um die Gefahren von Alkohol und Drogen. Dennoch hat es mich erschreckt, wie oft ich mich wiedererkannt habe in manchen Beschreibungen, obwohl ich sicherlich kein Alkoholproblem habe. Daniel Wagner zieht sich vor den Leserinnen und Lesern förmlich aus, kehrt sein Innerstes nach außen, und schildert auch Situationen, die absolut beschämend gewesen sein müssen und dies auch im Nachhinein sind. Dies ist richtig und wichtig, um zu verstehen, wie es soweit gekommen ist und wie es passieren konnte, dass er fast gestorben ist. Nicht, dass dies zur Einsicht geführt hätte, die länger auf sich warten ließ. Ein großartiger und mutiger Bericht von einem, der gesundet ist und doch für immer krank bleiben wird. Respekt, Daniel, ich ziehe meinen imaginären Hut vor dir!