Was für ein Buch, das einen mitten ins Meer katapultiert, ohne nass zu werden und trotzdem kratzt es an den Augen, wenn man an die Zukunft denkt. Die Botschaft der Meere ist so ein Werk, bei dem die Bilder zuerst die Zunge raushängen lassen: über 200 Unterwasserfotos, die nicht nur zeigen, wie schön Korallen leuchten oder wie elegant ein Rochen durch die Tiefe gleitet, sondern die einem ins Gewissen flüstern. Mann, dieser Bildband schafft es, zwischen Wow-Moment und leiser Wut zu wechseln und das auf eine Art, die weder belehrend noch pathetisch wirkt.
Die Texte der mehr als 45 Beiträger lesen sich wie Postkarten von Leuten, die das Meer lieben und für es kämpfen. Neugier trifft hier auf Expertise: Ein Taucher erzählt von einem Wal, der ihm fast die Atemmaske geklaut hätte und im nächsten Absatz landet ein Meeresbiologe bei harten Fakten über Plastikstrudel. Genau diese Mischung macht das Buch menschlich. Kleine, persönliche Anekdoten neben klaren Handlungsempfehlungen das bleibt hängen. Beim Lesen hat sich öfter ein Gedanke eingeschlichen: Wenn Menschen so vernetzt sind wie Riffe, sollten sie vielleicht auch so fürsorglich sein.
Humor ist vorhanden, meistens trocken, manchmal schmunzelt man laut (erste Seite: ein Fisch, der offenbar schlechte Laune hat). Doch der Kern bleibt ernst: Die Ozeane brauchen Hilfe, jetzt. Und das Buch bietet mehr als Betroffenheits-Ästhetik es liefert Hoffnung, kleine Schritte und konkrete Ideen, wie man anfangen kann. Perfekt für das Sofa, das Büro oder als Geschenk für jemanden, der immer behauptet, Meer interessiert mich nur im Sommer.
Kurz: Dieser Band ist ein Weckruf in wunderschönem Gewand. Bilder, die bleiben; Geschichten, die bewegen; und ein Ton, der sagt: Handeln lohnt sich und zwar mit Herz, Verstand und einem Augenzwinkern. Wer dieses Buch durchblättert und danach nichts tut, hat entweder ein Herz aus Stein oder eine sehr schlechte Ausrede. Für alle anderen: Lesen, staunen, mitmachen.