Männer in Kamelhaarmänteln

Kurze Geschichten über Kleider und Leute.
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"Wir vergessen die Namen, die Geschichten, aber fast nie vergessen wir die Kleider." - Die große Erzählerin Elke Heidenreich über die schönste Nebensache der Welt

Elke Heidenreich kennt sich aus, mit Jacke und Hose, Rock und Hut - vor allem aber mit d … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Männer in Kamelhaarmänteln
Autor/en: Elke Heidenreich

ISBN: 3446268383
EAN: 9783446268388
Kurze Geschichten über Kleider und Leute.
Hanser, Carl GmbH + Co.

21. September 2020 - gebunden - 221 Seiten

Beschreibung

"Wir vergessen die Namen, die Geschichten, aber fast nie vergessen wir die Kleider." - Die große Erzählerin Elke Heidenreich über die schönste Nebensache der Welt

Elke Heidenreich kennt sich aus, mit Jacke und Hose, Rock und Hut - vor allem aber mit den Menschen. Gut aussehen wollen alle, aber steckt nicht noch viel mehr dahinter? Warum sind einem die Jugendfotos im Faltenrock so peinlich? Warum kauft man sich etwas, was einem weder passt noch steht? Wenn Elke Heidenreich von Kleidern erzählt, dann erzählt sie vom Leben selber: von sich mit sechzehn, von Freundinnen und Freunden, von Liebe und Trennung, erzählt Geschichten, komisch und traurig wie nur sie es kann, in denen jeder sich wiedererkennt: sei's in ausgeleierten Jeans, sei's in der wunderbaren Bluse, die schon keine Farben mehr hat, oder schlimmstenfalls im Kamelhaarmantel.

Portrait

Elke Heidenreich lebt in Köln. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und arbeitete bei Hörfunk und Fernsehen. Bei Hanser erschienen zuletzt Rudernde Hunde (mit Bernd Schroeder, Geschichten 2002), Der Welt den Rücken (Geschichten 2012), Alte Liebe (mit Bernd Schroeder, Roman 2009), Passione (Liebeserklärung an die Musik 2009), Alles kein Zufall (Kurze Geschichten 2016) und Männer in Kamelhaarmänteln (Kurze Geschichten 2020). Im Kinder- und Jugendbuch veröffentlichte sie Nero Corleone kehrt zurück (mit Quint Buchholz, 2011), Nurejews Hund (mit Michael Sowa, 2013), Erika (mit Michael Sowa, 2015) und Erika meets Nero Corleone (Elke Heidenreichs schönste Geschichten, E-Book 2016).
 
 

Pressestimmen

"Ein Bild von Frida Kahlo im Herrenanzug ist auf dem Umschlag von diesem wunderschönen Erzählband zu sehen, der noch viele Schrankfächer mit überraschenden Geschichten von Kleidungsstücken aus edlem Kaschmir, verführerischer Spitze und praktischer Baumwolle enthält. ... Direkt, ungeschminkt, frei von der Leber weg - so kennt und schätzt man Elke Heidenreich und so sind auch ihre Geschichten über Kleider und Leute." Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 13.10.20

"Dieses Buch steckt nicht nur voller überraschender Szenen und Anekdoten, sondern liefert auch Anregungen für die eigene Erinnerung." Claudia Voigt, Der Spiegel, 10.10.20

"'Männer in Kamelhaarmänteln' ist alles,was ein aus 60 autobiografischen Episoden zusammengefügtes Buch über Kleidung idealerweise sein sollte. Witzig, sinnlich, sentimental. Todtraurig stellenweise. Gscheit, na klar. Und dabei immer, immer: persönlich." Tanja Rest, Süddeutsche Zeitung, 05.10.20
Bewertungen unserer Kunden
Typisch Elke Heidenreich
von Kathrin - 18.10.2020
Elke Heidenreich bleibt ihrem Stil auch in diesem Buch treu und hat punktet hierbei mit der Vielfalt der Geschichten. Mir gefällt vor allem, dass sie es schafft, bei mir Emotionen während des Lesens zu wecken und ich mal lache, mal traurig und dann wieder nachdenklich werde. Ich kenne es nur aus sehr wenigen Büchern, dass mich diese so sehr berühren und derart unterschiedliche Facetten bieten. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und mir gefällt, dass die Geschichten zwischen realen und fiktiven Szenen wechseln. Dennoch haben mich einige Geschichten nicht 100%ig überzeugt, weil mir unter Anderem der Bezug zum Thema gefehlt hat. Insgesamt ist es ein gelungenes Buch, dem ich gerne 4 von 5 Sterne vergebe.
Typisch Heidenreich
von Tanja - 17.10.2020
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten. Diese enthalten ein paar Fakten zur Geschichte der Mode. Vor allem aber ist es eine unterhaltsame Sammlung von Episoden und Erinnerungen aus Elke Heidenreichs Leben. Dabei stellt sie wieder einmal klar, dass ihr Leben alles andere als langweilig ist und dementsprechend unterhaltsam ist das Buch. Die Geschichten sind in der Regel nur zwei Seiten lang. Trotzdem erzeugen sie eine hohe Emotionalität. Ich glaube, so intim hat Heidenreich bisher noch nicht über sich geschrieben. Sogar mit alten Fotos von ihr sind manche der Geschichten bestückt. Die Emotionalität geht von lustig über romantisch bis hin zu traurig und moralisch. Nie wissen die Lesenden, was sie unter der nächsten Überschrift erwartet. Dadurch liest sich das Buch einfach wie im Flug. Ich musste aufpassen, jede Erzählung kurz sacken und nachwirken zu lassen, damit mir nichts entgeht. Über viele kann ich auch jetzt noch schmunzeln und denke daran, wenn ich vor meinem Kleiderschrank stehe. Es ist ein Buch, das sowohl Unterhaltungswert als auch Tiefgang hat. Ein Buch für alle Heidenreich Fans und solche, die es werden wollen.
Unterhaltsam, lebensklug, menschlich - ein Kleinod an Miniaturen
von Elke Seifried - 11.10.2020
Ich muss zu meiner Schande gestehen ich habe zuvor noch nie ein Buch von Elke Heidenreich gelesen und bin aber deshalb jetzt umso glücklicher, hier zugegriffen zu haben, denn das wird mit Sicherheit nicht mein letztes aus ihrer Feder bleiben, so begeistert war ich. Als Leser erhält man in "Männer in Kamelhaarmänteln" jede Menge fein geplauderter Erinnerungen, Gedanken, Anekdoten und Miniaturen über Kleider und Leute, die in die Abschnitte Rot, Gold, Grün, Schwarz, Weiß und Coda gliedert sind. Die meisten Geschichten sind zwei, drei Seiten lang, eine längere und ab und an auch mal kurze, die nicht einmal eine Seite füllen, finden sich ebenfalls. Sie eigenen sich daher natürlich perfekt für den kleinen Lesehunger zwischendurch, ich aber konnte ganz schnell nicht mehr von diesem tollen Büchlein lassen. Kein Wunder eigentlich, denn durch viele persönliche Bilder und den unverwechselbaren Humor der Autorin hält man ein wahres Kleinod in Händen. Der Schreibstil von Elke Heidenreich macht einfach Spaß und so war es mir ein enorm großes Vergnügen diese Sammlung kurzer, knackiger Texte zu lesen. Selbstironisch, pointiert, humorvoll, stellenweise aber auch berührend, bietet sie breite Abwechslung und macht das Lesen äußerst kurzweilig. All die erzählten Episoden wirken mehr als authentisch, habe ich mich doch auch als Leser so oft selbst darin wiedergefunden, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Klar habe ich auch schon Kleidung gekauft und dann nie angezogen, habe aus dem Urlaub Dinge mit nach Nachhause gebracht, die im Schrank oder gar der Tonne verschwunden sind, und ja auch ich empfinde Umkleidekabinen als Kammern des Schreckens. Viele Fotos lockern die Geschichten auf, lassen die Autorin bei der Einschulung mit dünnen Zöpfchen sehen, zeigen sie im mottenzerfressenen gepunkteten, schwarzen Seidenkleid ihrer Mutter aus dem Jahr 1935 bei der Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele oder auf einem Bildchen aus dem Automaten mit dem neu erworbenen Hut, den sie sich als hoffentlich bald Autorin zur Belohnung für die Abgabe ihres ersten Buchmanuskripts gegönnt hat. Das ist toll, keine Frage und wertet das Büchlein in meinen Augen sehr auf. Die Autorin beschreibt zudem so anschaulich, dass sie noch viele Bilder mehr in meinem Kopf entstehen hat lassen. Hatte ich so z.B. einen Loriot in seinem beigen Anzug, einen Rühmann oder natürlich auch Sissi in ihrem himmelblauen Ballkleid mit den vielen Rosen sofort vor Augen. Ganz oft hat mich Elke Heidenreich auch herzhaft zum Lachen und Schmunzeln gebracht, wenn sie z.B. davon erzählt, wie sie nach einer Rede, vor der sie so großes Lampenfieber hatte, auf der Toilette zufällig ein Gespräch zweier Damen mit angehört, bei dem es heißt, "Die Heidenreich, g¿scheit ist sie ja schon.", "Ja aber fesch ist sie nicht", "Nein, das stimmt, fesch ist sie nicht..." und ich mir die Gesichter der beiden ertappten Damen lebendig vor mir ausmalen konnte, als sie aus der Kabine kam und ihnen entgegnet, "Aber fesch sind doch Sie." Ich mache mir nicht besonders viel aus Mode und so hat mir die Autorin, die selbst ja nicht als Modeikone bekannt ist, dies auch weiß und das hier ganz oft selbstironisch zum Ausdruck bringt, ganz oft aus der Seele gesprochen. Da wird schon mal bei einem schiefen Kleid, hinten länger als vorne war auch mal Mode, die Schere angesetzt, es werden Fragen wie "Muss ein Schuh vorne spitz sein? Ist der Fuß nicht rund?" gestellt oder es wird ein Zitat von Oscar Wilde herangezogen, "Mode ist eine Form von Hässlichkeit, so unerträglich, dass wie sie alle sechs Monate ändern müssen." Gut hat mir auch gefallen, dass man in den Anekdoten und Geschichtlein ganz viel über die Autorin als Mensch erfährt, denn sie plaudert hier viel aus dem privaten Nähkästchen und lässt auch die peinlichen Dinge und die, die sie belasten nicht aus. Von einer Mama, die sich schon mal am Fundamt eine neue Wintermütze für lau besorgt, liest man hier ebenso wie das galt, "... dann war ich im Grunde ununterbrochen verliebt. Ich stand ständig in irgendwelchen Flammen für irgendwelche Herren, meistens Musiker, meistens Nichtsnutze,.." oder Dinge wie, "Meine Mutter umarmte uns zu wenig, mein Vater zu viel, aber nicht uns. Und dann war ich endlich vierzehn und suchte mir andere, die mich umarmten,¿" Zudem lobend erwähnen muss ich auch noch, dass ich bei der Lektüre reichlich lernen konnte, was ja immer willkommen ist. So wurde z.B. in Frankreich erst am 31. Januar 2013 ein Gesetz offiziell aufgehoben, das es Frauen verbot sich in der Öffentlichkeit mit Hosen zu zeigen oder auch die Entwicklung der Schaufensterpuppe war mir völlig neu. Ebenfalls gefallen hat mir dass sich unheimlich viele Zitate finden. "Und Oscar Wilde selbst blieb lebenslang seine Motto treu: [[Wenn man dich schlecht benehmen möchte, sollte man dies in schmeichelhafter Kleidung tun.[[ oder Erich Kästners Gedicht sind nur zwei Beispiele dafür. Wer nun wissen will, ob Karl Lagerfeld bei einem Interview aus Versehen oder aus Absicht eine schwarze und eine blaue Socke trug, wer auf dem Cover im Kamelhaarmantel steckt, die Autorin diese Mäntel ganz schrecklich findet oder warum goldene Manschettenknöpfe besonders unerotisch sind, muss selber lesen. Ich kann das Büchlein auf jeden Fall nur wärmstens empfehlen.
Unterhaltsam, lebensklug, menschlich - ein Kleinod an Miniaturen
von Elke Seifried - 11.10.2020
Ich muss zu meiner Schande gestehen ich habe zuvor noch nie ein Buch von Elke Heidenreich gelesen und bin aber deshalb jetzt umso glücklicher, hier zugegriffen zu haben, denn das wird mit Sicherheit nicht mein letztes aus ihrer Feder bleiben, so begeistert war ich. Als Leser erhält man in "Männer in Kamelhaarmänteln" jede Menge fein geplauderter Erinnerungen, Gedanken, Anekdoten und Miniaturen über Kleider und Leute, die in die Abschnitte Rot, Gold, Grün, Schwarz, Weiß und Coda gliedert sind. Die meisten Geschichten sind zwei, drei Seiten lang, eine längere und ab und an auch mal kurze, die nicht einmal eine Seite füllen, finden sich ebenfalls. Sie eigenen sich daher natürlich perfekt für den kleinen Lesehunger zwischendurch, ich aber konnte ganz schnell nicht mehr von diesem tollen Büchlein lassen. Kein Wunder eigentlich, denn durch viele persönliche Bilder und den unverwechselbaren Humor der Autorin hält man ein wahres Kleinod in Händen. Der Schreibstil von Elke Heidenreich macht einfach Spaß und so war es mir ein enorm großes Vergnügen diese Sammlung kurzer, knackiger Texte zu lesen. Selbstironisch, pointiert, humorvoll, stellenweise aber auch berührend, bietet sie breite Abwechslung und macht das Lesen äußerst kurzweilig. All die erzählten Episoden wirken mehr als authentisch, habe ich mich doch auch als Leser so oft selbst darin wiedergefunden, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Klar habe ich auch schon Kleidung gekauft und dann nie angezogen, habe aus dem Urlaub Dinge mit nach Nachhause gebracht, die im Schrank oder gar der Tonne verschwunden sind, und ja auch ich empfinde Umkleidekabinen als Kammern des Schreckens. Viele Fotos lockern die Geschichten auf, lassen die Autorin bei der Einschulung mit dünnen Zöpfchen sehen, zeigen sie im mottenzerfressenen gepunkteten, schwarzen Seidenkleid ihrer Mutter aus dem Jahr 1935 bei der Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele oder auf einem Bildchen aus dem Automaten mit dem neu erworbenen Hut, den sie sich als hoffentlich bald Autorin zur Belohnung für die Abgabe ihres ersten Buchmanuskripts gegönnt hat. Das ist toll, keine Frage und wertet das Büchlein in meinen Augen sehr auf. Die Autorin beschreibt zudem so anschaulich, dass sie noch viele Bilder mehr in meinem Kopf entstehen hat lassen. Hatte ich so z.B. einen Loriot in seinem beigen Anzug, einen Rühmann oder natürlich auch Sissi in ihrem himmelblauen Ballkleid mit den vielen Rosen sofort vor Augen. Ganz oft hat mich Elke Heidenreich auch herzhaft zum Lachen und Schmunzeln gebracht, wenn sie z.B. davon erzählt, wie sie nach einer Rede, vor der sie so großes Lampenfieber hatte, auf der Toilette zufällig ein Gespräch zweier Damen mit angehört, bei dem es heißt, "Die Heidenreich, g¿scheit ist sie ja schon.", "Ja aber fesch ist sie nicht", "Nein, das stimmt, fesch ist sie nicht..." und ich mir die Gesichter der beiden ertappten Damen lebendig vor mir ausmalen konnte, als sie aus der Kabine kam und ihnen entgegnet, "Aber fesch sind doch Sie." Ich mache mir nicht besonders viel aus Mode und so hat mir die Autorin, die selbst ja nicht als Modeikone bekannt ist, dies auch weiß und das hier ganz oft selbstironisch zum Ausdruck bringt, ganz oft aus der Seele gesprochen. Da wird schon mal bei einem schiefen Kleid, hinten länger als vorne war auch mal Mode, die Schere angesetzt, es werden Fragen wie "Muss ein Schuh vorne spitz sein? Ist der Fuß nicht rund?" gestellt oder es wird ein Zitat von Oscar Wilde herangezogen, "Mode ist eine Form von Hässlichkeit, so unerträglich, dass wie sie alle sechs Monate ändern müssen." Gut hat mir auch gefallen, dass man in den Anekdoten und Geschichtlein ganz viel über die Autorin als Mensch erfährt, denn sie plaudert hier viel aus dem privaten Nähkästchen und lässt auch die peinlichen Dinge und die, die sie belasten nicht aus. Von einer Mama, die sich schon mal am Fundamt eine neue Wintermütze für lau besorgt, liest man hier ebenso wie das galt, "... dann war ich im Grunde ununterbrochen verliebt. Ich stand ständig in irgendwelchen Flammen für irgendwelche Herren, meistens Musiker, meistens Nichtsnutze,.." oder Dinge wie, "Meine Mutter umarmte uns zu wenig, mein Vater zu viel, aber nicht uns. Und dann war ich endlich vierzehn und suchte mir andere, die mich umarmten,¿" Zudem lobend erwähnen muss ich auch noch, dass ich bei der Lektüre reichlich lernen konnte, was ja immer willkommen ist. So wurde z.B. in Frankreich erst am 31. Januar 2013 ein Gesetz offiziell aufgehoben, das es Frauen verbot sich in der Öffentlichkeit mit Hosen zu zeigen oder auch die Entwicklung der Schaufensterpuppe war mir völlig neu. Ebenfalls gefallen hat mir dass sich unheimlich viele Zitate finden. "Und Oscar Wilde selbst blieb lebenslang seine Motto treu: [[Wenn man dich schlecht benehmen möchte, sollte man dies in schmeichelhafter Kleidung tun.[[ oder Erich Kästners Gedicht sind nur zwei Beispiele dafür. Wer nun wissen will, ob Karl Lagerfeld bei einem Interview aus Versehen oder aus Absicht eine schwarze und eine blaue Socke trug, wer auf dem Cover im Kamelhaarmantel steckt, die Autorin diese Mäntel ganz schrecklich findet oder warum goldene Manschettenknöpfe besonders unerotisch sind, muss selber lesen. Ich kann das Büchlein auf jeden Fall nur wärmstens empfehlen.
Unterhaltsam, lebensklug, menschlich - ein Kleinod an Miniaturen
von Elke Seifried - 11.10.2020
Ich muss zu meiner Schande gestehen ich habe zuvor noch nie ein Buch von Elke Heidenreich gelesen und bin aber deshalb jetzt umso glücklicher, hier zugegriffen zu haben, denn das wird mit Sicherheit nicht mein letztes aus ihrer Feder bleiben, so begeistert war ich. Als Leser erhält man in "Männer in Kamelhaarmänteln" jede Menge fein geplauderter Erinnerungen, Gedanken, Anekdoten und Miniaturen über Kleider und Leute, die in die Abschnitte Rot, Gold, Grün, Schwarz, Weiß und Coda gliedert sind. Die meisten Geschichten sind zwei, drei Seiten lang, eine längere und ab und an auch mal kurze, die nicht einmal eine Seite füllen, finden sich ebenfalls. Sie eigenen sich daher natürlich perfekt für den kleinen Lesehunger zwischendurch, ich aber konnte ganz schnell nicht mehr von diesem tollen Büchlein lassen. Kein Wunder eigentlich, denn durch viele persönliche Bilder und den unverwechselbaren Humor der Autorin hält man ein wahres Kleinod in Händen. Der Schreibstil von Elke Heidenreich macht einfach Spaß und so war es mir ein enorm großes Vergnügen diese Sammlung kurzer, knackiger Texte zu lesen. Selbstironisch, pointiert, humorvoll, stellenweise aber auch berührend, bietet sie breite Abwechslung und macht das Lesen äußerst kurzweilig. All die erzählten Episoden wirken mehr als authentisch, habe ich mich doch auch als Leser so oft selbst darin wiedergefunden, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Klar habe ich auch schon Kleidung gekauft und dann nie angezogen, habe aus dem Urlaub Dinge mit nach Nachhause gebracht, die im Schrank oder gar der Tonne verschwunden sind, und ja auch ich empfinde Umkleidekabinen als Kammern des Schreckens. Viele Fotos lockern die Geschichten auf, lassen die Autorin bei der Einschulung mit dünnen Zöpfchen sehen, zeigen sie im mottenzerfressenen gepunkteten, schwarzen Seidenkleid ihrer Mutter aus dem Jahr 1935 bei der Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele oder auf einem Bildchen aus dem Automaten mit dem neu erworbenen Hut, den sie sich als hoffentlich bald Autorin zur Belohnung für die Abgabe ihres ersten Buchmanuskripts gegönnt hat. Das ist toll, keine Frage und wertet das Büchlein in meinen Augen sehr auf. Die Autorin beschreibt zudem so anschaulich, dass sie noch viele Bilder mehr in meinem Kopf entstehen hat lassen. Hatte ich so z.B. einen Loriot in seinem beigen Anzug, einen Rühmann oder natürlich auch Sissi in ihrem himmelblauen Ballkleid mit den vielen Rosen sofort vor Augen. Ganz oft hat mich Elke Heidenreich auch herzhaft zum Lachen und Schmunzeln gebracht, wenn sie z.B. davon erzählt, wie sie nach einer Rede, vor der sie so großes Lampenfieber hatte, auf der Toilette zufällig ein Gespräch zweier Damen mit angehört, bei dem es heißt, "Die Heidenreich, g¿scheit ist sie ja schon.", "Ja aber fesch ist sie nicht", "Nein, das stimmt, fesch ist sie nicht..." und ich mir die Gesichter der beiden ertappten Damen lebendig vor mir ausmalen konnte, als sie aus der Kabine kam und ihnen entgegnet, "Aber fesch sind doch Sie." Ich mache mir nicht besonders viel aus Mode und so hat mir die Autorin, die selbst ja nicht als Modeikone bekannt ist, dies auch weiß und das hier ganz oft selbstironisch zum Ausdruck bringt, ganz oft aus der Seele gesprochen. Da wird schon mal bei einem schiefen Kleid, hinten länger als vorne war auch mal Mode, die Schere angesetzt, es werden Fragen wie "Muss ein Schuh vorne spitz sein? Ist der Fuß nicht rund?" gestellt oder es wird ein Zitat von Oscar Wilde herangezogen, "Mode ist eine Form von Hässlichkeit, so unerträglich, dass wie sie alle sechs Monate ändern müssen." Gut hat mir auch gefallen, dass man in den Anekdoten und Geschichtlein ganz viel über die Autorin als Mensch erfährt, denn sie plaudert hier viel aus dem privaten Nähkästchen und lässt auch die peinlichen Dinge und die, die sie belasten nicht aus. Von einer Mama, die sich schon mal am Fundamt eine neue Wintermütze für lau besorgt, liest man hier ebenso wie das galt, "... dann war ich im Grunde ununterbrochen verliebt. Ich stand ständig in irgendwelchen Flammen für irgendwelche Herren, meistens Musiker, meistens Nichtsnutze,.." oder Dinge wie, "Meine Mutter umarmte uns zu wenig, mein Vater zu viel, aber nicht uns. Und dann war ich endlich vierzehn und suchte mir andere, die mich umarmten,¿" Zudem lobend erwähnen muss ich auch noch, dass ich bei der Lektüre reichlich lernen konnte, was ja immer willkommen ist. So wurde z.B. in Frankreich erst am 31. Januar 2013 ein Gesetz offiziell aufgehoben, das es Frauen verbot sich in der Öffentlichkeit mit Hosen zu zeigen oder auch die Entwicklung der Schaufensterpuppe war mir völlig neu. Ebenfalls gefallen hat mir dass sich unheimlich viele Zitate finden. "Und Oscar Wilde selbst blieb lebenslang seine Motto treu: [[Wenn man dich schlecht benehmen möchte, sollte man dies in schmeichelhafter Kleidung tun.[[ oder Erich Kästners Gedicht sind nur zwei Beispiele dafür. Wer nun wissen will, ob Karl Lagerfeld bei einem Interview aus Versehen oder aus Absicht eine schwarze und eine blaue Socke trug, wer auf dem Cover im Kamelhaarmantel steckt, die Autorin diese Mäntel ganz schrecklich findet oder warum goldene Manschettenknöpfe besonders unerotisch sind, muss selber lesen. Ich kann das Büchlein auf jeden Fall nur wärmstens empfehlen.
Eine wahre Freude!
von G. Schad (Hugendubel Landshut) - 18.09.2020
Geistreich, witzig und überraschend kurzweilig! So erzählt uns Elke Heidenreich von Kleidern und Menschen. Setzen Sie sich hin und beobachten Sie. Eine wahre Freude!
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