Ein Winter in Paris

Roman. Originaltitel: Un hiver à Paris.
Buch (gebunden)
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Ein Ereignis, das alles verändert für den Pariser Studenten Victor ... Ein sensibler und zärtlicher Roman von Bestsellerautor Jean-Philippe Blondel
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Ein Winter in Paris als Buch (gebunden)

Produktdetails

Titel: Ein Winter in Paris
Autor/en: Jean-Philippe Blondel

ISBN: 3552063773
EAN: 9783552063778
Roman.
Originaltitel: Un hiver à Paris.
Übersetzt von Anne Braun
Zsolnay-Verlag

24. September 2018 - gebunden - 188 Seiten

Beschreibung

Victor hat die Provinz hinter sich gelassen und ist zum Studium nach Paris gezogen. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, der Druck an der Uni ist hoch. Victor ist einsam und fühlt sich unsichtbar. Einzig mit Mathieu, einem Jungen aus dem Kurs unter ihm, raucht Victor hin und wieder eine Zigarette. Als Mathieu in den Tod springt, verändert sich für Victor alles. Plötzlich wird er, der einzige Freund des Opfers, sichtbar. Seine Kommilitonen interessieren sich plötzlich für ihn, und langsam entwickelt er zu Mathieus Vater eine Beziehung, wie er sie zu seinem eigenen Vater nie hatte. "Ein Winter in Paris" ist ein sensibles und zärtliches Buch über das, was uns Menschen zusammenhält.

Portrait

Jean-Philippe Blondel wurde 1964 im französischen Troyes geboren, wo er auch heute als Autor und Englischlehrer mit seiner Familie lebt. Sein Roman 6 Uhr 41 (Deuticke 2014) wurde ein Bestseller. Auf Deutsch erschienen außerdem die Romane "Zweiundzwanzig", "Direkter Zugang zum Strand", bei Deuticke This is not a love song (2016), Die Liebeserklärung (2017) und Ein Winter in Paris (2018).

Pressestimmen

"Auf knapp 200 Seiten schafft Blondel das Kunststück, die Gefühlswelt einer Generation mit authentischen Charakteren plastisch werden zu lassen - hier ist es die der späten Babyboomer-Jahrgänge im Frankreich der 1980er. In Victor und seinem Mäandern zwischen den Polen Provinz und Paris, den Gebildeten und dem Rest der Republik, der unerbittlichen Leistungsgesellschaft und sich abschottenden elitären Milieus, werden sich auch hierzulande viele Leserinnen und Leser wiedererkennen." Heinz Gorr, BR2 Favoriten, 29.01.19

"Blondels Roman ist ein kleines Lehrstück über gesellschaftliche Verhältnisse, die er meisterhaft entlarvt." Heike Kunert, Lesart Dezember 2018

"Die Charaktere sind facettenreich angelegt; die Situation unmittelbar nach Mathieus Selbstmord lässt Blondel kunstvoll regelrecht zu Eis gefrieren. So kurz dieser Roman ausfällt, er liefert eine Fülle Denkanstöße zu der Frage, ob man seinen Wurzeln treubleiben oder sie verleugnen soll." Michael Kuhlmann, SWR 2 Lesenswert, 07.12.18

"Blondel gelingt es wunderbar, die Verwirrung der Gefühle zu schildern." Britta Helmbold, Ruhr Nachrichten, 24.10.18
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Jens M.
von Jens M. - Hugendubel Buchhandlung Frankfurt am Main Steinweg - 08.01.2019
Der neuen Blondel ist sicher der melancholischste, aber wieder voller empathischer Alltagsbeobachtung. Victor studiert in Paris, fühlt sich in der Metropole zunächst fremd und als Außenseiter. Sein einziger Freund ist Mathieu, der Einzelgänger. Als Mathieu sich zu Tode stürzt, wird Victor kürzlich zum Mittelpunkt ... Und freundet sich mit Mathieus Vater an.
Michaela B.
von Michaela B. - Hugendubel Buchhandlung Mainz Am Brand - 22.11.2018
Einfühlsam! Durch den plötzlichen Tod seines Mitstudenten gerät der Außenseiter Victor plötzlich in den Mittelpunkt und wird von allen akzeptiert und wahrgenommen. Ein schöner Roman über diesen Lebensabschnitt eines Studenten, der seinen Weg ins Leben findet.
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Wiesbaden Kirchgasse - 22.10.2018
Besonders beeindruckt hat mich, mit welch klarer Sprache Blondel tiefe Emotionen und Stimmungen kreiert. Dieser melancholische und doch hoffnungsvolle Roman hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen.
Bewertungen unserer Kunden
Der Freund des Opfers
von Gisel - 20.12.2018
Victor hat es geschafft, er ist zum Studium nach Paris gegangen. Einsam ist er bereits im ersten Jahr des Studiums, sein soziales Leben tendiert gegen Null. Erst im zweiten Jahr kann er sich die Freundschaft mit einem anderen Jungen vorstellen, Mathieu. Als der überraschend in den Tod springt, verändert sich alles für Victor. Er wird plötzlich als Freund des Opfers wahrgenommen, wird sichtbar für die anderen Schüler, für die Lehrer. Als Mathieus Vater in die Stadt kommt, schließt er sich Victor an. Gemeinsam tragen sie eine Weile das Wissen um Mathieus Tod. In eher dürren Worten entwirft der Autor Jean-Philippe Blondel die Welt, in der Victor und Mathieu als Außenseiter zu bestehen haben. Während Victor irgendwie versucht, dem Druck etwas entgegenzusetzen, schafft Mathieu das nicht. Doch es ist Victor, der nach dem Tod des Kommilitonen ins Rampenlicht tritt, der nun endlich als Schüler und Mensch wahrgenommen wird. Und es ist gerade die Wortkargheit des Buches, die die Tragödie dieser Geschichte umso mehr herausarbeitet. Der Leser fühlt, dass die Protagonisten aneinander vorbei reden (und dies auch fühlen), und dennoch kann keiner aus seiner Rolle heraus. Obwohl das Buch mit seinen 189 Seiten eher dünn geraten ist, entfacht es sehr schnell eine ganze Welt voller Emotionen, zeigt diese auf, lässt sie den Leser schmecken. Damit entsteht eine Geschichte, die bis ins Innerste berührt, ja teilweise verstört. Dafür vergebe ich vier von fünf Sternen und empfehle das Buch sehr gerne weiter.
Der Freund des Opfers
von nil_liest - 19.12.2018
Durch und durch französisch ist dieser Text! Im Mittelpunkt als Handlungsort steht ein Pariser Lycée, in der die Schüler einen Vorbereitungskurs auf die Uni absolvieren nach dem Abitur. Einige mit dem Ziel um den berühmten Concours zu bestehen, eine staatliche Prüfung um in den Staatsdienst aufgenommen zu werden, zB Lehrer. Der Protagonist, Victor, stammt aus der Provinz, wodurch ein zweiter Themenkomplex in den Text fließt: französische Provinz vs. Paris! Eine Hassliebe, die der Autor Jean-Philippe Blondel hier wunderbar raus arbeitet. Und das Hauptthema des Romans ist der Suizid eines Mitstudenten aus einer anderen Klasse, Mathieu. Ein Roman der von unerwarteten Beziehungen handelt, Verknüpfungen die sich durch Zufälle, positive wie negative, im Leben ergeben. Das Buch könnte auch den Titel "Der Freund des Opfers" heißen und den Inhalt mehr auf den Punkt bringen als der Titel "Ein Winter in Paris". Jean-Philippe Blondel hat schon einige gute Werke vorgelegt, die ich allesamt wärmstens empfehlen kann. Vor allem "6 Uhr 41" war aus seiner Feder mein Favorit. Das Buch hat eine sehr persönliche Note. Jean-Philippe Blondel verarbeitet hier einen Stoff den erst selbst erlebt hat in seiner eignen Zeit an einem Lycée in Paris in den 80er Jahren. Ein Selbstmord in der Nachbarklasse, ein Schrei der mental nie verhallt. Daher ist es auch etwas anders im Ton als die anderen seiner Romane, das Buch wirkt an mancher Stelle wie ein gedankenverlorenes Erzählen des Autors und hat eine düstere Färbung. Aber, wie alle Roman von ihm, ist die Sprache wunderbar, wie immer. Wie auf Seite 138: "Es ist besser, ein Meister der Illustrationen zu werden als der Spielball seiner Umwelt." Fazit: Das erste Drittel hat mich angestrengt, das zweite irritiert und das letzte versöhnt.
Wunderbar und eindringlich
von KrimiElse - 16.12.2018
Jean-Phillippe Blondel hat mit seinem Roman "Ein Winter in Paris" eine kleine literarische Perle geschaffen, die fasziniert und bedrückt. Blondel erzählt in seinem ruhigen und sehr eindringlichen Roman die überaus einsame und stille Geschichte von Viktor, einem unsichtbaren Außenseiter, der erst durch den Freitod eines vermeintlichen Freundes von seinen Kommilitonen an einer Pariser Eliteschule wahrgenommen wird. Viktor kam aus der Provinz nach Paris, stammt aus einer relativ bildungsfernen Familie und belegt einen Vorbereitungskurs einer Eliteschule, den Pariser Concours, die unter großem Leistungsdruck und auch elitärem Druck Studenten-Nachwuchs für renommierte Universitäten produzieren. Viktor ist einsam dort, und einzig Mathieu, ein Junge aus dem Kurs unter ihm, trifft sich regelmäßig auf eine Zigarette mit ihm. Als Mathieu im Treppenhaus der Eliteschule in den Tod springt, hat Viktor plötzlich alle Aufmerksamkeit, zwischenmenschliche Beziehungen verschieben sich zu seinen Gunsten, Viktor wird sichtbar und interessant als der vermeintliche Freund des Opfers. Komplett abgenabelt von sozialen Verpflichtungen gegenüber seiner Familie in der provinziellen Heimat lässt sich Viktor in dieses neue Leben fallen und droht dabei, verloren zu gehen. Blondel schafft es auf unheimliche Weise, den schulischen Druck und das Konkurrenzdenken, das elitäre Schweigen und die Ignoranz gegenüber Außenseitern, das Stehen am gesellschaftlichen Rand einer Eliteschule zu vermitteln. Die Sehnsucht nach Anerkennung und Gesellschaft bringt seinen Protagonisten dazu, die Aufmerksamkeit zu genießen, sich zugehörig zu fühlen und anzupassen. Die harsche Kritik, die Blondel am elitären Pariser Bildungssystem übt, wird durch das Schweigen aller - Professoren und Studenten - nach Mathieus Freitod sehr eindringlich unterstrichen. Nichts verändert sich, und außer dem gesellschaftlichen Zuspruch, den Viktor von vielen Seiten genießt, bleibt alles beim alten - der Leistungsdruck und die Angst vor Versagen und Exmatrikulation prägen den Schul-Alltag weiterhin. Zwischenmenschliche Beziehungen werden im Roman zum Selbstläufer, abgenabelt vom Ursprung, Viktor findet endlich, wonach er sich immer sehnte, und es fühlt sich beim Lesen dennoch kalt, künstlich und falsch an. Gefangen in der ihm geschenkten Aufmerksamkeit aus höhergestellten Gesellschaftsschichten verliert Viktor seinen Weg und fast sich selbst. Am Ende verdichtet Blondel in einem wunderbaren Bogen mittels eines Gesprächs die Handlung, lässt seinen zappelnden Protagonisten von der elitären Angel und zurück ins wahre Leben entkommen. Er bleibt für immer geprägt, so wie ich als Leser auch, nach dieser faszinierenden, spannenden und kritikreichen Lektüre.
Ein Roman mit Distanz: räumlich, zeitlich und menschlich
von yesterday - 13.12.2018
Die Stärke von Jean-Philippe Blondel ist es, auf wenigen Seiten, mit wenigen Zeilen, ein ganzes Leben zu erzählen. Und das nicht einfach als Nacherzählung, als Bericht, sondern in einer Intensität und Gefühlsblase, dass man meint, zu ersticken, weil sie so intensiv ist. Hier lässt er auf knapp 200 Seiten seinen Protagonisten Victor als gefestigten Familienvater eine kurze Episode aus seinem Leben Revue passieren. Gerade einmal erwachsen, fand sich der angehende Lehrer in Paris wieder. Er kommt aus der Provinz, muss sich zurechtfinden, verzichtet auf allzu viel sozialen Umgang und lernt lieber. Bis jener Winter kommt, der sein und das Leben einiger weniger anderer stark prägen wird. Seines am stärksten. Der Selbstmord eines Kommilitonen lässt viele Aspekte auf einmal zu: Kritik an den Lehrmethoden, Kritik am französischen (Elite-)Bildungssystem, Kritik an Familien, Eltern, die Kinder unter Druck setzen oder in eine Richtung drängen. Aber neben all dem sucht Victor auch Schuld bei sich - obwohl er den Mitstudenten kaum gekannt hat. Durch die Ereignisse werden die Probleme, die Entbehrungen, die das harte Vorbereitungsstudium verlangt, für ihn erst real. Ist das noch das richtige Weg für ihn? Real werden ganz zufällig auch die Studenten um ihn herum. Sie merken, dass ihn das Geschehene sehr mitnimmt, öffnen sich ihm gegenüber und er lernt, das umgekehrt zu tun. Der Roman packt viel an Gefühlen zwischen zwei Buchdeckel und lässt in so viele Facetten Raum für Interpretation und Vermutungen, dass - will man alles genau analysieren, durchdenken - das Lesen ganz schön herausfordernd werden kann. Aber Achtung: es ist keine komplett abgeschlossene Geschichte mit einem klassischen Ende, sondern einfach ein Fragment aus Victors Leben, geschildert in mehreren Episoden. Zwar grundsätzlich chronologisch, aber dennoch auf ungewöhnliche Weise erzählt. Victor selbst ist einfach nicht der umgänglichste Typ und gerne etwas reservierter, daher wirkt auch das Buch mitunter so. Wer damit gut zurechtkommt, kann sich auf eine herausfordernde Reise ins Paris von 1984 freuen.
"Ich vermisste plötzlich alles, was nicht stattgefunden hatte."
von StefanieFreigericht - 08.12.2018
"Ich vermisste plötzlich alles, was nicht stattgefunden hatte." S. 128 Ein Schrei. Kurz. Durchdringend. Ein dumpfer Knall. S. 31 Schreiben mithilfe von Zeilenwechseln. Ein Selbstmord. Es ist für Victor, den Ich-Erzähler, das zweite Jahr der Vorbereitungsklasse für den Zugang, den Concours, auf eine der französischen Elite-Universitäten, Paris. Victor kommt aus der Provinz, der erste Student aus seiner Familie. Ich begriff schnell, dass mir die Zugangscodes fehlten: kulturell, sprachlich und die Kleiderordnung betreffend. S. 20 Victor wollte gerade Mathieu einladen, Vielleicht wäre es ganz nett, meinen Vorschlag anzunehmen und in den nächsten Ferien mal zusammen auszugehen. Genau. Sicher ganz amüsant. Unterhaltsam und inspirierend. Kein Stöhnen und kein Zaudern. Ich musste diese Richtung einschlagen, um das zu werden, was ich nie war - beliebt. S. 38 Er selbst ist für die Kommilitonen unsichtbar - erst nach dem Selbstmord von Mathieu, mit dem er nur beim Rauchen einige Worte wechselte, wird er für die anderen sichtbar, interessant. Jean-Philippe Blondel nutzt Satzlängen, für das Überlegen, das Zaudern, das Sich-Selbst-Bekräftigen, er nutzt Zeilensprünge, er schreibt in sehr poetischen, eindringlichen Bildern. Victor ist ein Suchender auf ihm unbekannten Wegen, ohne viel eigene Initiative "Und außerdem bewege ich mich in einem Umfeld, das weder meine Eltern noch mein Bruder jemals kennenlernen werden . Ich ebne mir meinen Weg." "Und mich hast du unterwegs aufgelesen und nimmst mich ein Stück mit?" "Ich würde eher sagen, dass du am Steuer sitzt, oder?" S. 76 Ich fand das Buch beim Lesen wunderbar, direkt danach und dann nochmals im Rückblick. Für mich ist das ein Text zum langsamen Lesen, zwischendurch hinlegen und hinterher darüber nachsinnen. Der Stil ist poetisch, aber leicht lesbar, den Grundton fand ich melancholisch, definitiv Winter, nicht Sommer, November, dann Februar, wie in der Handlung, melancholisch, aber nicht deprimierend. Victor ist erst unsichtbar, dann sichtbar als jemand anderes, Projektionsfläche. Dennoch bleibt er fähig, das Geschehene zu beurteilen, zum Beispiel im Gespräch mit Mathieus Vater, im für mich schönsten Satz aus dem Buch: "Zeitweise zog er sich innerlich zurück, dann war Ebbe, und ich konnte am Strand der Sätze spazieren gehen, die wir ausgetauscht hatten, die Spuren im Sand betrachten, bevor sie weggespült wurden, den Geräuschen des Windes lauschen, das Gesagte noch einmal überdenken." S. 113 Ein wunderschönes Buch über die offenen Fragen des Lebens, gleichzeitig ein Buch über die Unterschiede zwischen Paris und dem Umland, soziale Zugehörigkeiten. Unter https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/ein-winter-in-paris/978-3-552-06377-8/ findet sich ein Interview zum Hintergrund. 5 Sterne.
Des Einen Tod erweckt den Anderen zum Leben
von RedCat - 29.11.2018
Wunderschön! Dieser Roman ist wieder eine Glanzleistung von Jean-Philippe Blondel. Von "6 Uhr 41" war/bin ich auch begeistert. Und auch von diesem Roman, welcher in einer wunderschönen, klangvollen, eleganten und anspruchsvollen Sprache geschrieben ist, bin ich fasziniert. Blondel schafft es hervorragend mit bildlichen Vergleichen, Gefühle und Situationen zu beschreiben - absolute poetische Sprachgewandtheit. Der aus der Provinz stammende knapp 19-jährige Victor ist zum Studieren nach Paris gekommen. Dort ist er jedoch ein Eigenbrödler, ein Außenseiter. Er stammt aus einfachen Verhältnissen, die meisten anderen seiner Kommilitonen gehören zur gehobenen sozialen Schicht. Im zweiten Schuljahr lernt er eher zufällig den schüchternen Mathieu aus dem ersten Jahrgang kennen - sie verbindet die Vorliebe für die gleiche Zigarettenmarke, so dass sie gelegentlich gemeinsam eine Zigarette rauchen und miteinander ins Gespräch kommen. Bevor jedoch die Freundschaft enger wird, wählt Mathieu, der dem Leistungsdruck der Schule nicht gewachsen ist, den Freitod. Victor macht vor allem einen Lehrer, welcher seine Schüler entwürdigend behandelt und drangsaliert, für Victors "Sprung in die Tiefe" verantwortlich. Diese Tragödie ist ein radikaler Wendepunkt in Victors Leben. Schlagartig wird er von den anderen Studenten beachtet; er rückt in den Mittelpunkt des Interesses seiner Mitstudenten. Er sonnt und aalt sich in dieser neuen Rolle. Er, der nun etwas Besonderes ist, lebt auf und genießt das Ausgehen und das Feten feiern in vollen Zügen. Auch Mathieus Vater sucht Kontakt zu ihm, da er mehr über Mathieu erfahren möchte. Beide treffen sich häufig, anfangs in Paris, später in einem kleinen Küstenort im Südwesten Frankreichs. Jeder braucht immer mehr den anderen. Während der Eine einen Vaterersatz sucht, sucht der Andere einen Sohnersatz. Beide finden sich gegenseitig, sie vertrauen einander, geben sich auch Geborgenheit, die sie sonst so vermisst haben. Es ist ein Geben und Nehmen. Sie reden viel, manch Wichtiges bleibt aber ungesagt, es werden nicht alle Tiefen ergründet. Erst ein kurzes Gespräch mit der Mutter von Mathieu - ein knappes halbes Jahr nach dem Freitod - bringt viel Klarheit in das Leben von Mathieu; aber auch Victor bekommt eine andere Sichtweise auf das, was war. Victor erkennt zudem voller Erstaunen, dass Menschen oft ganz anders sind als er geglaubt hat sie zu sehen. Hierzu ein schönes, bildliches Zitat: " Ich wusste, dass es Sie überraschen würde, die Welt bewegt sich unmerklich, die Erde dreht sich, ohne dass ihre Bewohner es merken; und dasselbe gilt manchmal auch für die Menschen" (S.176). Bei Blondel ist es vor allem die sprachliche Raffinesse, die den Roman zu was Besonderem macht. Mit seinen knapp 200 Seiten ist er eine wunderbare Wochenendlektüre. "Ein Winter in Paris" mag zwar schnell und zügig gelesen sein, aber auch wenn man das Buch zuklappt, spürt man, dass die Magie nachwirkt und zum Nachdenken anregt. Absolut lesenswert!
Winter in Paris
von Pedi - 26.11.2018
Der französische Autor Jean-Philippe Blondel, Jahrgang 1964, schreibt seit 2003 sehr schmale, ruhige und sehr persönliche Romane, von denen mittlerweile sechs auf Deutsch erschienen sind. Es sind Texte, die man gemeinhin als "typisch französisch" bezeichnet. Dies und vielleicht auch die Tatsache, dass sie hier bei uns in verschiedenen Verlagen veröffentlicht wurden, sind möglicherweise der Grund dafür, dass sie eher wenig beachtet geblieben sind. Neuere Französische Literatur wird in Deutschland in jüngerer Zeit gerne als innovativ, frisch, provokant, politisch wahrgenommen. All das sind Blondels Romane nicht. Blondel erzählt gerne leise Geschichten, von jungen und mittelalten Männern in ganz bestimmten, oft nur wenige Stunden oder Tage umfassenden Situationen. Das ist mal der Roadtrip mit Freunden an die amerikanische Pazifikküste um eine persönliche Tragödie zu überwinden ("Zweiundzwanzig"), mal das unverhoffte Zusammentreffen zweier einstiger Liebender in einem Vorortzug ( "6 Uhr 41") oder ein Besuch bei den Eltern ("This is not a lovesong"). Von diesen Situationen ausgehend schweifen die Gedanken des Erzählers in die Vergangenheit. So ist es auch in "Ein Winter in Paris". Hier ist es der Brief eines Mannes, der für kurze Zeit im Leben des Erzählers Victor eine bedeutende Rolle gespielt hat, der eine Erinnerungswelle auslöst. Patrick Lestaing ist der Vater eines Jungen, mit dem sich Victor während der Vorbereitungskurse zum Lehrerexamen angefreundet hatte. Ein Jahr unter ihm, aber genauso einsam in den Reihen der "höheren Söhne und Töchter" an diesem renommierten Pariser Lycée, und genauso unter dem enormen Leistungsdruck hier, besonders hinsichtlich des Bestehens des berüchtigten "Concours", der Aufnahmeprüfung zur Grande ècole, leidend, fühlte Victor zum ersten Mal eine gewisse Nähe zu einem der Mitschüler. Doch eines Morgens musste er den Selbstmord Mathieus miterleben. Dieser stürzte sich während des Unterrichts im Treppenhaus der Schule zu Tode. Neben seinem eigenen Schock und Kummer trug Victor in der Folgezeit auch noch eine ganze Menge der Trauer von Mathieus Vater, der sich ihm annäherte. Dies und die widerstreitenden Gefühle, die er erlebte, als er merkte, dass er plötzlich für seine Mitschüler interessant geworden war, "der Freund des Selbstmörders", sogar den beliebtesten Studenten als Freund gewann, verwirrten den jungen Mann. Dazu kam das angespannte Verhältnis zu den eigenen Eltern und dem Bruder in der Provinz, von denen er sich nie richtig anerkannt gefühlt hatte. Nun, dreißig Jahre später, Victor ist mittlerweile Schriftsteller, ergreift er vielleicht die Gelegenheit, sein Verhalten von damals geradezurücken. Wie stets benötigt Jean-Philippe Blondel keine zweihundert Seiten, um diese Geschichte zu erzählen. Und wie immer ist er sehr nah an Autobiografischem. Sein Erzählen ist knapp, sensibel, zart und auf den ersten Blick sehr leicht daherkommend. Immer steckt dahinter aber eine tiefe Melancholie, immer werden auch die ganz großen Fragen gestellt. Was ich in einer französischen Kritik zu "Zweiundzwanzig" einmal las gilt eigentlich für alle Bücher Blondels, auch wenn sie zeitweise durchaus auch heiter sind: Es ist wie bei einer Wunde: Am Anfang spürt man nichts. Aber später, wenn man dieses imponierende Buch geschlossen hat, dann leidet man. Es ist allerdings ein angenehmes Leiden, eines, dass bewirkt, dass die Lektüre dieser schmalen Romane nicht so schnell in Vergessenheit gerät.
Warum beendete Mathieu sein Leben?
von Langeweile - 25.11.2018
Victor,aus sehr einfachen Verhältnissen stammend, kommt zum Studium nach Paris. An der Elite Uni fühlt er sich unter den Kommilitonen nicht wohl, weil sie alle aus gehobenen Verhältnissen stammen.Der Leistungsdruck ist enorm,die Lehrer sind unerbittlich, besonders der Französischlehrer Clauzet ist ein gnadenloser Zyniker. Im zweiten Jahr bekommt er Kontakt zu Mathieu, einem stillen jungen Mann. Die beiden unterhalten sich in den Raucherpausen und er erfährt einiges aus seinem Leben. Er beschließt ihn an seinem Geburtstag zum Essen einzuladen. Doch dazu kommt es nicht, denn Mathieu beendet sein Leben mit einem Sprung aus dem Fenster. Plötzlich ist Victor für seine Kommilitonen interessant, da er als einziger Kontakt zu dem Selbstmörder hatte. Auch der Vater des Opfers sucht Kontakt zu ihm und es entwickelt sich eine Beziehung, die er zu seinem Vater nie hatte. Meine Meinung: Auf eine leise und dennoch eindringliche Weise schildert der Autor den Lebensweg von Victor. Dabei zeichnet er ein gnadenlos ehrliches Gesellschaftsbild, indem er nicht nur das französische Schulsystem,den enormen Leistungsdruck,sondern auch den Umgang der Gesellschaft mit Außenseitern beschreibt. Auch der Umgang mit Homosexualität, welche damals noch ein großes Tabuthema war, wird eindrücklich geschildert. Wie Victor trotz vieler Schwierigkeiten einen angesehenen Platz im Leben findet und auch im privaten Bereich glücklich wird , steht im Mittelpunkt dieses kurzen,aber inhaltsreichen Romans. Für Leser , mit der Liebe zu leisen Tönen, sehr empfehlenswert.
Victor
von Castilleja - 30.10.2018
Victor stammt aus der Provinz - das sind alle Orte außer Paris. Aus welcher Stadt, weiß man nicht. Er kommt nicht aus einer Akademikerfamilie, aber er bereitet sich in Paris in einer Vorbereitungsklasse auf den concours vor. Ganz auf sich gestellt, ohne Verbindungen, ohne den Rückhalt der Familie, ohne ein Leben, in dem Kultur einen hohen Stellenwert hat, kämpft er sich durch. Und ist dennoch einsam. Das erste Jahr ist hart, vor allem ein Lehrer macht ihm das Leben schwer. Zu Beginn des zweiten Jahres gibt es erste Anknüpfungspunkte zu einer Freundschaft, doch durch ein Unglück wird diese jäh unterbrochen. Und dieser Vorfall beschäftigt Victor auch noch viele Jahre später im Rückblick, als er längst Romanautor und Lehrer geworden ist. Vor allem der Schreibstil des Autors konnte mich hier überzeugen, die Geschichte wird eher in leisen Tönen erzählt. Doch sie enthält so viele Aspekte über die Gesellschaftsschichten Frankreichs. Es passiert gar nicht so viel, aber dennoch habe ich den Roman gerne gelesen.
Wie ein Winter ein ganzes Leben verändert
von c._awards_ya_sin - 28.10.2018
Als junger Mann kommt Victor nach Paris. Dort macht er ein Vorbereitungsjahr für das Studium der Geisteswissenschaften. Doch leider fehlen ihm Kontakte. Es besteht keine Bindung zu Frunden in der Provinz, noch knüpft er Kontakte zu seinen Kommilitonen. Und auch von den Lehrern fühlt er sich missachtet. Doch dann lernt er Mathieu kennen. Dieser ist ebenso isoliert wie Victor und sehr sensiebel. Victor sieht die Chance zu einer Freundschat, etwas das beide gut gebrauchen können, doch soll es dazu nicht kommen. Denn Mathieu springt. Die Einsamkeit an der Universität war zu viel für ihn. Dieses Ereignis nimmt Victor mit. Es verändert ihn. Und so kommt er zu der Erkenntnis, dass Sein und Schein nicht immer übereinstimmen. Es geht den anderen nicht immer so gut wie es scheint und man selbst hat doch kein so schlechtes Leben wie es scheint. Blondel nimmt uns auf diese Erkenntnisreise Victors mit. Wir merken die Veränderung des jungen Provinzlers in der Großstadt. Fühlen mit ihm. "Romane haben die Eigenschaft, den Leser dazu zu verführen, auf den Schlaf zu verzichten. So heißt es in diesem Buch. Und genau dass ist mit mit Victors Geschichte passiert. Manchmal sind es eben grade die leisen Töne, die einen nicht loslassen.
Sehr bewegend geschrieben!
von S.I. - 26.10.2018
Das Buch über Victor, der aus der Provinz undeinfachen Verhältnissen stammt und nun in Paris studiert, ist ein Einzelgänger und im 2. Studienjahr nun endlich daran, eine Freundschaft aufzubauen - zu Mathieu, Student im 1. Jahr und ebenfalls Einzelgänger. Doch bevor die beiden mehr miteinander teilen als wenige Worte in den Raucherpausen, springt Mathieu in den Tod. Für Victor, der als erster am Unglücksort ist, ändert sich damit fast alles... Die Sprache, in der dieses 189 Seiten starke Buch geschrieben ist, ist oft bildlich bis poetisch; siehe folgendes Zitat: "Zeitweise zog er sich innerlich zurück, dann war Ebbe, und ich konnte man Strand der Sätze spazieren gehen, die wir ausgetauscht hatten, die Spuren im Sand betrachten, bevor sie weggespült wurden, den Geräuschen des Windes lauschen, das Gesagte noch einmal überdenken." Die Gedanken von Victor, seine Gefühle und seine Wandlung in den Monaten nach dem Tod Mathieus sind bewegend beschrieben; man fühlt mit. Ein intensives Buch, das nachklingt!
Der Freund des Opfers
von Martin Schult - 22.10.2018
Victor kommt aus ganz einfachen Verhältnissen, aber es gelingt ihm durch viel Fleiß sein Studium in Paris anzutreten. Von Beginn des Studiums an gilt er als Außenseiter und ist quasi ohne Chance einen der begehrten Plätze zum weiteren Studium zu ergattern. Sein Ehrgeiz ist geweckt, und er führt ein einsames Leben mit seinen Büchern, um für die Prüfung gewappnet zu sein. Er findet in Paris keinerlei Beachtung. Für viele überraschend schafft Victor die hohe Hürde, ohne dass aller-dings seine Wahrnehmung davon profitieren könnte. Ein traumatisches Ereignis an der Universität ändert jedoch sein Leben von einen Tag auf den anderen... Jean-Philippe Blondel hat aus meiner Sicht mit Ein Winter in Paris einen sehr emotionalen und berührenden Roman geschrieben. Er erzählt die Geschichte in einer sehr gefühlsbetonten Art und Weise, die mich in den Bann gezogen hat. Auf den verhältnismäßig wenigen 188 Seiten packt er so viele Emotionen in die Zeilen, dass so mancher Schmöker von 600 Seiten oder mehr blass erscheint. Gerade die Veränderung seiner Wahrnehmung bei anderen ist dem Hauptprotagonisten ein Rätsel und stellt sein Leben in Frage. Eine Person die ihm weitestgehend fremd war, ihm seiner eigenen Person im Verhalten sogar sehr ähnlich erschien, verändert sein Leben so nachhaltig. Die Begegnungen mit dem trauernden Vater ermöglichen ihm eine Konfrontation mit seinem eigenen Leben und den vorgelebten Verhaltensweisen. Die Welt erschließt sich Victor neu und er setzt aufgrund seiner neuen Erfahrungen alle Werte auf den Prüfstand. Dabei gelingt es Jean-Philippe Blondel sehr pointiert auf den Punkt zu schreiben, was das Buch zu einem echten Leseerlebnis macht. Ein Winter in Paris ist für mich eine der Leseentdeckungen in diesem Jahr. Eine berührende Geschichte packend und authentisch erzählt. Ich halte das Buch für unbedingt lesenswert, empfehle es daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.
Sehr außergewöhnlich und faszinierend! Ein Roman, den man nicht so schnell vergi
von Gina1627 - 18.10.2018
Victor liebt die Aussagekraft und die Bedeutung von Worten und wusste auf dem Gymnasium schon, dass er einmal in Paris am Lycée D. Geisteswissenschaften studieren wollte und hat alles dafür getan, dass sein Traum in Erfüllung geht. Sein Abschied von seiner Familie und seinem provinziellen Zuhause fiel ihm nicht schwer, doch sein Leben und Lernen in Paris hatte er sich etwas anders vorgestellt. Er fühlt sich einsam und ausgegrenzt, da er nicht dem Klischee seiner Kommilitonen entspricht. Ein bisschen Abwechslung bieten ihm nur die gelegentlichen Raucherpausen und Unterhaltungen mit Mathieu, einem jungen Mann aus der Stufe unter ihm. Doch dann geschieht plötzlich etwas Unfassbares. Mathieu begeht aus Verzweiflung Selbstmord und Victor wird, als vermeintlicher Freund von ihm, auf einmal interessant für seine Mitmenschen. Als dann auch noch Mathieus Vater Patrick Lestaing in sein Leben tritt, ändert sich für ihn auf einmal alles. "Ein Winter in Paris" war mein erstes Buch von Jean-Philippe Blondel und es war eine ganz neue Leseerfahrung für mich. Seine unheimlich fesselnde Erzählweise, sein faszinierender und poetischer Sprachgebrauch, seine detailreichen Schilderungen von Victors Gedanken und Beobachtungen und seine berührenden Szenen haben mich unglaublich begeistert. Es ist ein total entspanntes Lesen gewesen, bei dem man sich so vorkam, als wäre man ein gebannter Zuschauer von einem Ein-Mann-Theaterstück, bei dem man dem Schauspieler voller Faszination beim Erzählen an den Lippen hängt. Sparsam wird am Anfang mit Emotionen umgegangen, doch im Laufe der Geschichte wird es immer aufwühlender, bedrückender und es macht einen nachdenklich. Eine unglaubliche Anziehungskraft geht hier von einem einzelnen Menschen aus, der man sich nicht entziehen kann. Der Start ins Buch zeigt auf, dass Victor gefühlt alles erreicht hat, was er sich erträumt und vorgenommen hat und er beginnt, aufgrund eines sehr persönlichen und offenen Briefes von Patrick Lestaing an ihn, auf sein bisheriges Leben zurückzublicken. Seine Rolle als Außenseiter wird hier in einer Perfektion dargestellt und es macht einen nachdenklich, wie ein Mensch fast ein Jahr lang ohne Kommunikation so durchs Leben gehen kann. Seine Sinne entwickeln sich anders und ich habe Victors Beobachtungsgabe unheimlich bewundert. Er saugt förmlich die Emotionen und Verhaltensweisen seiner Mitmenschen auf. Mit Mathieus Tod beginnt sich sein Blickwinkel auf einmal zu ändern. Hier beleuchtet der Autor vortrefflich, welche Auswirkungen ein starres Schulsystem hat, wem man wohlmöglich die Schuld an Mathieus Verzweiflungstat geben kann, wer Schuldgefühle hat, warum Menschen auf einmal aufeinander zugehen, man Halt bei anderen Personen sucht, einem die Nähe zu viel werden kann und man wachgerüttelt werden muss, damit man ein eigenständiges und erfülltes Leben führen kann. Ein Leben, das voller Liebe, Sorgen, Ängsten und einer Leidenschaft fürs Schreiben besteht. Die Geschichte regt einen unglaublich zum Nachdenken an. Mein Fazit: "Ein Winter in Paris" war ein Lesegenuss! Jean-Philippe Blondel ist ein sehr besonderer Schriftsteller mit einem unglaublichen Feingefühl für Menschen, das er mit Victor hervorragend zum Ausdruck bringen konnte. Für so einen begeisternden Roman kann ich nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen und sie jedem ans Herz legen, der leise und eindringliche Töne liebt und das wichtige im Leben der Menschen zu erkennen weiß. Hochverdient vergebe ich hier sehr gerne 5 Sterne.
Erwachsenwerden
von raschke64 - 15.10.2018
Victor ist 18, als er nach Paris für ein zweijähriges hartes Studium kommt. Er stammt aus eher einfachen Verhältnissen und geht zu seinen Eltern etwas auf Distanz. In Paris ist er ein Außenseiter unter den Studenten. Er lebt in einem Wohnheim am Stadtrand und hat kaum Kontakt zu seinen meist aus Paris stammenden reichen Mitschülern. Erst im 2. Studienjahr lernt er beim gemeinsamen Rauchen Mathieu etwas kennen. Bevor daraus eine Freundschaft wird, begeht Mathieu Selbstmord und für Victor wird vieles anders. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Beschreibungen des Lebens von Victor sind gleichzeitig realistisch, poetisch und traurig. Man merkt sehr deutlich die Entwicklung von Victor. Seine oft noch unsicheren Vorstellungen werden mehr und mehr genauer. Seine Zeit in Paris nutzt er zum Lernen, weniger für sein Studium, mehr für sein späteres Leben. Als Leser kann man dem gut folgen. Mir hat die einfache direkte Sprache gut gefallen, ich empfand das Buch als sehr bereichernd.
Auf der Suche nach sich selbst
von Christina P. - 08.10.2018
Ein Leserbrief eines früheren Bekannten veranlasst den Schriftsteller und Lehrer Victor dazu, sich an den Winter in Paris vor 30 Jahren zu erinnern. Der Winter, welcher einen wichtigen Wendepunkt seines Leben darstellte... Damals musste Victor als 18-jähriger Student miterleben, wie sein Kommilitone Mathieu in den Tod sprang. Ein junger Mann, mit dem er in der Pause zusammen Zigaretten rauchte und der vielleicht ein guter Freund hätte werden können. Fortan änderte sich das Leben des bisher für alle unsichtbaren Einzelgängers und zwang Victor, nach und nach sich selbst zu finden. Sehr einfühlsam beschreibt der Autor, wie der aus der Provinz kommende Victor zunächst am elitären und strengen Pariser Lycée D. sowohl um gute Noten als auch um Anerkennung der Kommilitonen kämpft - mit leidlichem Erfolg. Als melancholischer Einzelgänger, den kaum jemand wahrnimmt, gerät er jedoch nach dem Tod des Kommilitonen als Freund des Opfers ins Blickfeld seiner Mitstudenten ebenso wie des Vaters des Verstorbenen und erliegt vorerst der Verlockung der Aufmerksamkeit. Und so beginnt für Victor die Suche nach sich selbst, nach echten Freunden und nach seinen wahren Wünschen fürs Leben. Eine Suche, bei der er mehrfach die falsche Richtung einschlägt, bis er letztlich erkennt, welches Leben er wirklich leben will. Ein ruhiges und einfühlsames Buch, welches Einblick in das Leben eines sensiblen und verschlossenen jungen Mannes gewährt, der zunächst gefangen ist in den Erwartungshaltungen der anderen, neidisch auf diejenigen blickend, welche den Schritt wagten und sich ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalteten. Zudem fand ich beim Lesen sehr interessant, wie unterschiedlich die Personen, die Lehrer und Mitschüler, auf Mathieus Tod reagierten. Ein Buch, bei welchem mir jedoch, obwohl aufs Wesentliche reduziert, stellenweise die Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Entwicklungsstufen Victors fehlten. Dennoch und trotz seines geringen Umfangs ein bewegendes Buch über eine Stufe des Erwachsenwerdens.
Ein warmherziger, weiser, wunderbarer Roman
von Anonym - 08.10.2018
Haushaltsauflösung und Umzug zwangen mich dazu, den Roman zunächst beiseite zu legen. Endlich komme ich nun dazu, ihn zu lesen und das in einem Rutsch. Warum fühle ich mich dem achtzehnjährigen Protagonisten Victor sofort so eng verbunden? Ich entdecke mich in ihm wieder, wir sind eindeutig seelenverwandt. Aus der Provinz kommend, im verwirrend-verstörenden Universitätsbetrieb angekommen, hoher Druck und das Gefühl, alleingelassen, unsichtbar zu sein. Victor scheint es nicht zu stören, dass im ersten Jahr keiner mit ihm redet. Dann endlich ist ein Freund in Sicht. Man redet wenig miteinander, raucht in den Pausen zusammen, immerhin. Doch Mathieu ist der Situation am Lycée D. nicht gewachsen, er leidet unter der kaltschnäuzigen Art der Lehrenden. Sein Freitod bietet Victor ironischerweise die Chance, Kontakte zu gewinnen, zu Mitstudierenden und vor allem zu Mathieus Vater, dem der Tod seines Sohnes schmerzlich zusetzt. Als Freund des Opfers ist Victor plötzlich gefragt und begehrt. Wie Jean-Philippe Blondel die weitere Entwicklung des jungen Mannes beschreibt, ist geradezu meisterlich gelungen! In völlig unaufgeregtem-unspektakulärem Schreibstil lässt er uns Leser Victors weiteren Weg begleiten und teilhaben an der persönlichen Entwicklung und der Reifung seines Charakters. Das Buchcover ist äußerst treffend gewählt. Was könnte die Situation und die Gefühlslage des jungen Victor besser widerspiegeln? Ein Lesevergnügen der besonderen Art, bestens geeignet für stille Herbstabende.
Paris-Provinz
von Anonym - 07.10.2018
Thematisch geht es in diesem kurzen Roman um den Selbstfindungsprozess eines jungen Mannes, nachdem ein Mitschüler Selbstmord begangen hat. Aber es ist auch eine Anklage an das französische Eliteschulsystem. Jeder kann kostenfrei nach dem Abitur studieren, wenn man jedoch eine berufliche Höchstqualifikation mit Arbeitsplatzgarantie anstrebt, muss man nach einem (sehr) guten Abitur in eine 2-jährige Vorbereitungsklasse aufgenommen werden, legt danach eine nationale Prüfung ( concour) ab, wonach nur die Besten in eine Grande Ecole ( Eliteuniversität) aufgenommen werden. Victor,der aus der Provinz stammt, geht in so eine Vorbereitungsklasse in Paris und findet unter seinen Mitschülern keinerlei Kontakt, wohl auch, weil diese meist aus sehr vermögenden Familien stammen. Er leidet unter Einsamkeit, der Anonymität der Großstadt und,vor allen Dingen,unter den Stress und der Angst, es nicht schaffen. Seine Eltern verstehen sein neues Leben nicht. Die Lehrer sind wenig mitfühlend und arrogant. Ein Lehrer jedoch macht den Schülern, welche er für unzulänglich hält, das Leben zur Hölle, indem er sie ständig erniedrigt und vor der ganzen Klasse bloßstellt. Viktor hatte einen lockeren Kontakt zu einem Mitschüler entwickelt. Mathieu kann dem Druck und dem Mobbing durch besagten Lehrer aber nicht standhalten und stürzt sich in den Tod. Jetzt wird Victor als der 'Freund' des Opfers hofiert. Man lädt ihn zu Feiern ein und unterhält sich mit ihm. Durch Kontakt zu dem Klassenbesten aus einer Pariser Elitefamilie erfährt er, wie auch dieser dem klassenspezifischen Erwartungsdruck seiner Eltern ausgesetzt ist und leidet. Ein Mädchen aus der Oberschicht findet ihn plötzlich interessant, aber eher als Spielzeug aus dem falschen sozialen Kontext. Das macht sie ganz klar deutlich. Außerdem hat sie ständige Launen. Er kann also hinter die geschönte Fassade der Pariser 'Reichen und Schönen' blicken und kommt immer mehr zu der Einsicht, dass er selbst glücklich und frei in der Provinz als Aushilfslehrer und Schriftsteller sein möchte.Victor nimmt zwar am concour teil, vergeigt ihn jedoch bewust. Victor wird aus der Bahn geworfen, kann seine Krise durch Kontakt zu Mathieus Vater und seinen provinzialen Umfeld aber meistern. Blondel schildert äußerst kritisch und realistisch den Schulalltag an so einer Vorbereitungsschule. Der Leser kann sich sehr gut in die Situation hineinfinden, denn der Protagonist spricht offen über seine Gefühle und Probleme.
Außenseiter
von Bibliomarie - 07.10.2018
Victor hat die Aufnahmeprüfungen ins elitäre Pariser Lycée D. geschafft. Der Erste aus seiner doch recht bildungsfernen Familie. In Paris findet er sich als Außenseiter wieder. Er hat weder den gesellschaftlichen noch den kulturellen Hintergrund seiner Mitschüler, er findet keinen Kontakt und zieht sich völlig zurück. Er erlebt den Unterricht wie ein Beobachter von außen. Als er zur Überraschung der Lehrer und Mitschüler das erste Jahr bestanden hat, trifft er auf Mathieu, ebenfalls aus der Provinz, ebenfalls Außenseiter, sie wechseln einige belanglose Sätze, treffen sich zum Rauchen im Schulhof. Doch Mathieu ist dem Druck nicht gewachsen, er stürzt sich während des Unterrichts aus dem Fenster. Victor ist fast als Erster am Ort des Suizids und nun wird er zum ersten Mal wahrgenommen. Lehrer und Mitschüler betrachten in als einzigen Freund Mathieus und suchen plötzlich Kontakt und Gespräch. Er nimmt diese Aufmerksamkeit wahr und er genießt sie auch, obwohl ihm klar ist, dass sie nicht seiner Person gelten. Lediglich bei Paul, dem Klassenprimus, spürt er echtes Interesse. 30 Jahre später erhält der Schriftsteller Victor einen Brief von Mathieus Vater, dieser Brief löst die Erinnerungskette an die Zeit am Lycée aus, die das Buch beinhaltet. Ungemein feinfühlig und genau berichtet der Autor Blondel von der Entwicklung eines jungen Menschen, der durch ein Ereignis aus der festgeordneten Lebensplanung gerissen wird. Es sind nur wenige Monate, die er seinen Protagonisten Victor begleitet, aber er nimmt den Leser mit in die Gedanken - und Gefühlswelt des jungen Mannes. Seine Wahrnehmung der Umwelt ändert sich, er reift an den Ereignissen. Dieser Prozess der Selbstreflektion hat mich sehr berührt, mir den Menschen Victor sehr nah gebracht. Der kurze Roman hat mich gepackt, ich bin richtig eingetaucht und habe bemerkt, dass mich der Text nicht loslässt. Immer wieder bin ich gedanklich bei der Geschichte, das finde sehr bemerkenswert. Für mich ist das Buch eine Literaturperle in diesem Herbst. Ein kurzes, aber sehr intensives Leseerlebnis.
Hochgenuss pur
von dj79 - 04.10.2018
"Romane haben die Eigenschaft, den Leser dazu zu verführen, auf den Schlaf zu verzichten. Lautlos steht er wieder auf, um die Person nicht zu stören, die neben ihm schläft. Er geht ins Wohnzimmer runter, macht das Licht an, legt sich aufs Sofa und gibt sich geschlagen. Die Prosa hat den Kampf gewonnen. Jeder Widerstand wäre zwecklos." ( S. 183) Jean-Philippe Blondel gelingt genau dieser Effekt mit seinem Roman, in dem er mit wunderschöner Sprache Victors Werdegang am Lycée D. in Paris skizziert. Der aus einfachen, provinziellen Verhältnissen stammende junge Mann navigiert in dieser elitären Umgebung stets am Rand der Schlucht des Scheiterns. Just in dem Moment als Victor Hoffnung aufbaut, der Einsamkeit und dem Scheitern zu entkommen, springt Mathieu Lestaing, sein einziger sozialer Kontakt in Paris, in den Freitod. Weil er der einzige war, der Mathieu kannte, steht Victor plötzlich im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Ich konnte mich schon nach wenigen Seiten mit Victor identifizieren, seinen Wunsch, der Provinz zu entwachsen, seine Zielstrebigkeit, die Entfremdung gegenüber seinen Eltern, die mit Fortschreiten seines Studiums zunimmt. Er war mir nicht nur in seiner natürlichen, ungekünstelten Art und in seinem Auftreten gegenüber Kommilitonen und Lehrkräften sympathisch, Victor hat mich mit seiner Gedankenwelt, seinen Zweifeln, die er mit ungebrochenem Ehrgeiz bekämpft, tief berührt. Die gemeinsame Zeit mit Mathieus Vater, Patrick Lestaing, der mit Victors Hilfe zunächst dessen Freitod verstehen wollte, hatte in meiner Wahrnehmung etwas Heil bringendes für beide. Ihre Gespräche als Teil der Trauerbewältigung, der Erfahrungsaustausch und der gegenseitig bedingungslos gezollte Respekt lassen sowohl Victor als auch Patrick herausfinden, was sie für ihr weiteres Leben wirklich wollen. Eingebettet ist die Geschichte um Victor in eine wunderbar bezaubernde Sprache. Ich habe des Öfteren Abschnitte wiederholt gelesen, nicht des Verständnisses wegen, sondern weil ich den Genuss des Lesens erneut erfahren wollte. Ich empfinde diese liebevolle Symbiose aus verwendeten Satzkonstruktionen und Stilmitteln als wahre Kunst. Aus meiner Sicht ist "Ein Winter in Paris" eine literarische Praline, ein Genuss, auf den Literaturfans nicht verzichten sollten. Nach dem Lesen "... war Ebbe, und ich konnte am Strand der Sätze spazieren gehen, die wir [das Buch und ich] ausgetauscht hatten, die Spuren im Sand betrachten, bevor sie weggespült wurden, den Geräuschen des Windes lauschen, das Gesagte noch einmal überdenken." (S. 113) "Ein Winter in Paris" zählt zu meinen Favoriten in 2018, also ganz klare Leseempfehlung.
Sweet Nothings
von melange - 03.10.2018
Zum Inhalt: Victor ist im zweiten Jahr an einer Schule in Paris, die auf das Studium vorbereiten soll. Aus der Provinz kommend, ist er ein Außenseiter und freundet sich mich Mathieu an, welcher sich in einer ähnlichen Lage befindet. Mathieu nimmt sich nach einem Streit mit einem Lehrer das Leben. Durch diesen Umstand wird Victor plötzlich interessant, - für seine Mitschüler wie auch für Mathieus Vater. Mein Eindruck: Ja, die Sprache Blondels hat etwas Feines und Berührendes. Und das muss sie auch haben, denn eigentlich passiert in dem Buch nach dem sehr dramatischen Beginn nicht mehr viel. Ein Junge wird erwachsen, dabei hat er ein paar Begegnungen mit anderen jungen Menschen und einem verzweifelten Vater, hört viel zu, denkt sich seinen Teil und die Tage gehen ins Land. Bis der Winter nach knapp 200 Seiten sein Ende hat, glücklicherweise, denn noch mehr Tristesse wäre wohl zu viel der Langeweile gewesen. Und irgendwie wird auch nicht klar, was die tiefere Intention der Geschichte sein soll, denn hier ist noch nicht einmal der Weg das Ziel - von einem echten Ziel ganz zu schweigen. Und obwohl die Worte wunderbar in formidabler Weise aneinandergereiht werden, sind es zum Schluss doch nur süße Nichtigkeiten, denn es bleibt nichts hängen. Schon am nächsten Tag hat man die Namen der Charaktere vergessen, die Orte (abgesehen von Paris) verschwimmen und es ist zu erwarten, dass in wenigen Tagen die ganze Story im Nirwana der Erinnerungen verschwunden ist, unter einer weißen Decke, die der Frühling irgendwann schmelzen lässt. Mein Fazit: Schöne Sprache, welche gepflegte Langeweile übertüncht
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