Werwölfe in einem königlichen Hof - Welten treffen aufeinander und haben mich verzaubert.
Als ich dieses Buch in einer Ecke meiner örtlichen Buchhandlung entdeckt habe, wusste ich von der ersten Minute an, dass ich es lieben werde. Es war einfach so ein Gefühl. Eine magische Monarchie, eine Wolfskönigin und eine Akademie, an dem eine neue Werwölfin lernt, sich an dem Hof zurecht zu finden. Gut, und das Cover und die wunderschöne Aufmachung des Buches haben auch dazu beigetragen, dass ich es ohne zu zögern gekauft habe. Und ich muss sagen, mich konnte das Buch zu Anfang an mitreißen und überraschen, und besonders mit dem phänomenalen Ende konnte das Buch meine hohen Erwartungen beinahe vollständig erfüllen. Inhalt:Die 17-jährige Vanessa Hart möchte mit ihrer besten Freundin Celeste ihren Geburtstag auf einer Strandparty feiern, als die beiden mit einer mysteriösen Gruppe Jugendlicher in einen Konflikt geraten. Die Situation eskaliert, und Celeste stirbt vor Vanessas Augen. Einer der Jugendlichen schleift Vanessa, mit einem gefährlichen Biss an ihrem Körper, in ein schwarzes Auto und bringt sie in das Schloss der Wolfskönigin, wo Vanessa entweder ihre Verwandlung überlebt oder an den Folgen des Bisses stirbt. Doch ihr Überleben und ihre vollendete Verwandlung ist nur der Beginn ihrer Reise durch das Schloss voller Intrigen und Gewalt.Meinung:Zunächst hat mich das Buch dahingehend überrascht, dass es mit Vanessa in der realen Welt gestartet ist. Anhand des Klappentextes hatte ich nicht mir Urban Fantasy gerechnet. Da dies jedoch mein persönliches Lieblingsgenre ist, war ich positiv davon angetan. Das erste Kapitel hat mich direkt gepackt und begeistert, weil ich die Dynamik der Freundschaft zwischen Celeste und Vanessa so schön fand. Zusätzliche, subjektive Pluspunkte meinerseits gab es, weil der Anfang von "Bitten" sehr an meine eigene Geschichte erinnert, an der ich schreibe. Das hat dafür gesorgt, dass ich mich von der ersten Seite an wie in einer Art Zuhause gefühlt habe, auch wenn sich beide Geschichten letztendlich in vollkommen andere Richtungen entwickeln und am Ende gar nichts mehr miteinander zu tun haben.Den Schreibstil der Autorin habe ich während des gesamten Buches sehr genossen. Leicht, flüssig, atmosphärisch, spannend an den richtigen Stellen und manchmal mit ein bisschen Kitsch besetzt. Die Welt hat mich total in ihren Bann gezogen. Besonders die Mischung von den brutalen Wölfen am, Hof verbunden mit der zarten Magie hat mir gefallen. Es hatte etwas Märchenhaftes an sich, das mir sehr gefallen hat. Und bereits der Prolog hat wirklich auf die Welt dieser Wölfe neugierig gemacht.Die meisten der Charaktere mochte ich auch. Gefallen hat mir, dass nicht nur Fokus auf die drei Hauptcharaktere Vanessa, Sinclair und Calix geachtet wurde, sondern dass auch die Nebenfiguren Raum zum Leben bekommen haben. Oona fand ich super, und obwohl Evie ihrer neuen Mitschülerin Vanessa das Leben schwer macht, hat Evie mich ebenfalls von Anfang an begeistert und ist mir ans Herz gewachsen. Sinclair ist sympathisch, auch wenn er mich nicht so begeistern konnte wie sein Cousin Calix, der im Schatten des Kronprinzen Sinclair steht, als Sohn der Blutsverräterin. Mehr kann ich zu den Charakteren gar nicht sagen, ohne zu spoilern. Aber trotz meiner Begeisterung für dieses Buch bringt es auch ein paar Schwächen mit sich. Allen voran muss ich einmal die deutsche Übersetzung erwähnen, die in meiner Ausgabe immer mal wieder Fehler in Zeichensetzung, Grammatik oder Inhalt (Haarfarben und Augenfarben wurden durcheinander gebracht und/oder falsch übersetzt) hatte. Das nehme ich aber nicht in meine eigene Bewertung mit rein, da das immerhin nichts mit der Geschichte selbst zu tun hat. Es gab auch einige Stellen, die ich ein wenig unglaubwürdig geschrieben fand, und wo ich ein wenig die Augen verdrehen musste. Besonders der Mittelteil war die Schwachstelle der Geschichte. Insbesondere zwischen den Seiten zweihundert bis dreihundert ging es meiner Meinung nach eher schleppend voran. Vanessas Entwicklung stagnierte, es kam häufig zu Wiederholungen und dafür zu keinen neuen Erkenntnissen oder Handlungen. Ab Seite dreihundert wurde es wieder besser, da der Plot voran ging, aber Vanessa wirkte noch immer entweder passiv, oder viel zu wütend, um tatsächliche Entscheidungen zu treffen oder die Handlung zu lenken. Aber auch das besserte sich dann ab etwa Seite dreihundertfünfzig. Allerdings ging ihre Entwicklung dann zeitweise relativ schnell, und sie war plötzlich gut in Dingen, in denen sie zuvor noch scheiterte, ohne dass Fortschritte dazwischen gezeigt wurden. Das wirkte stellenweise nicht organisch und wirkte sich auch auf die Handlung aus. Trotzdem mochte ich die Geheimnisse, das Mystery, die Akademie und den Hof der Wolfskönigin. Ich habe wirklich gerne Zeit in dieser Welt verbracht, trotz der Schwächen,Besonders das Ende habe ich in einem Stück verschlungen. Während manche Dinge mit etwas Aufmerksamkeit vorhersehbar waren, so war das Finale des Buches für mich eine Überraschung, die mir die Kinnlade herunter klappte. Ich war völlig im Bann der Emotionen und habe mit gefiebert und mitgefühlt. Ab Seite vierhundertfünfzig ging es steil bergauf, die Handlung hat Fahrt angezogen und alles steuerte auf das Finale zu. Zwischendurch war ich mir echt nicht sicher, ob es überhaupt eine Fortsetzung geben könnte (ich wusste es vorher einfach nicht), weil die Handlung und das Ende für mich dann doch recht unvorhersehbar war. Aber besonders deshalb muss und möchte ich eine ganz klare Empfehlung für dieses Buch aussprechen, wenn man über die genannten Schwächen hinweg sehen kann.Fazit:Ich habe mich schwer getan für dieses Buch zu entscheiden, ob es vier oder fünf Sterne werden. Besonders im Mittelteil schwächelte die Geschichte schon sehr, was vor allem an Vanessas fehlender Entwicklung lag, wodurch sich die Handlung zäh und langweilig gestaltete. Auch die deutsche Übersetzung hätte an sich in die Begründung gehört, warum es vier Sterne geworden wären, doch dies hat nichts mit der Geschichte selbst zu tun. Und weil mein Lese-Erlebnis einfach insgesamt sehr stark war und es all in all eine wirklich gute, spannende Geschichte mit interessanten Charakteren und einem grandiosen Plot ist, habe ich mich für die fünf Sterne entschieden. Besonders das Ende hat es sehr für mich rausgerissen. Ich habe es in einem Stück verschlungen, weil ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Und ich verzehre mich nach der Fortsetzung. Es ist kein allzu schmerzhafter Cliffhanger, aber mir gefällt die Aussicht, die das Ende auf den zweiten Band gibt. Ich will mehr! Sobald die Fortsetzung angekündigt wird, bestelle ich sie definitiv vor.