Meine lieben Bücherfreunde,
endlich ist es soweit! Der Kopfübär Kobi erlebt ein neues Abenteuer!
Im zweiten Band von Judith Weber sowie Fabian und Christian Jeremies steht der sympathische, blaue Bär vor einer großen Herausforderung.
Zusammen mit Freundin Kairi möchte das Bärenkind den vor dem benachbarten Haus aufgetürmten Berg aus Gerümpel und allem möglichen Zeug erkunden. Wie auf einer Dschungelsafari malt er sich aus, unbekannte Welten zu entdecken. Doch gerade als der Berg fast erklommen ist, stellen die Freunde fest, dass sie nicht alleine sind. Capybara Emilio hat sich auch ausgebreitet und wagt es nun tatsächlich, den Gerümpelberg für sich zu beanspruchen. Schließlich stünde er auf dem Grundstück seiner gerade hergezogenen Familie.
Kobi wäre nicht Kobi, würde er sich so schnell geschlagen geben. Da mischt sich Kairi ein und versucht, zwischen den beiden Rivalen zu vermitteln. Doch vergeblich. Da Kobi in dem monströs großen Berg einen Dschungel und Emilio ein Schiff sieht, finden die zwei keinen gemeinsamen Nenner und versuchen nun, mit allen Mitteln dem anderen zu beweisen, dass die eigene Idee die beste sei. Doch das Gezeter und Gepoltere ist schon bald in der ganzen Nachbarschaft zu hören und es dauert nicht lange, da sind die zwei umringt von Kobi's Eltern, Emilio's Mama und Papa, den Willingen und natürlich von Frau Immerso. Jetzt sind doch tatsächlich alle irgendwie sauer aufeinander! Verflixt und zugenäht? Wie lässt sich dieser Streit nur schlichten?
"Wozu heißt du Kopfübär? Du hängst dich sofort verkehrt herum!" wirft Kairi ein.
Und wie wir alle wissen, ist auf das besondere Talent des fantasievollen Blaubärens Verlass.
Er hegt nicht nur einen großartigen Plan, der alle Seiten beschwichtigt, sondern sorgt auch dafür, dass Groß und Klein bereit sind, Hand in Hand zu arbeiten.
Mich erinnert diese Szene tatsächlich sehr an die Streitereien meiner zwei Söhne. Oft sind sie ein ziemlich tolles Team, doch manchmal klaffen ihre Vorstellungen und Interessen so weit auseinander, dass sie nicht zusammenfinden und der Konflikt in nicht enden wollendem Geschimpfe endet. Dann folgt aber auch immer mal wieder dieser Moment, an dem einer nachgibt und bereit ist, sich auf den anderen einzulassen. Kompromissbereitschaft ist da. Jetzt gilt es nur noch, eine Lösung zu finden.
Mit ihren farbenfrohen, ausdrucksstarken und detailverliebten Illustrationen begeistern mich die Jeremies-Brüder immer wieder auf's Neue. Die liebevollen Figuren sind ganz entzückend gezeichnet und sorgen dafür, dass man sich wunderbar mit ihnen identifizieren kann.
Mir gefällt ganz besonders, dass Judith Weber erneut eine typische Situation aus unser aller Alltag thematisiert und zeigt, dass es nicht viel braucht, um wieder zusammenzufinden. Manchmal hilft eine Vermittlerin wie Kairi, die für beide Seiten Verständnis aufbringt. Als beste Freundin kennt sie Kobi ziemlich gut und weiß, wie sie ihm helfen kann, wieder zu seiner vollen Stärke zu finden. Ein wenig Fantasie, eine gute Idee und die nötige Überzeugungskraft. Schon wirkt die scheinbar festgefahrene Situation gar nicht mehr so ausweglos.