Hans ist zehn Jahre, als er ohne das Wissen der Eltern, unter fadenscheinigen Gründen von der Schule abgeholt und in ein Erziehungsheim verbracht wird. Dort haben, fast zehn Jahre nach dem Krieg, immer noch ehemalige Nazis, das Sagen. Sein Alltag ist fortan von Strenge und unglaublichen Schikanen seitens der so genannten Erzieher und einem Kind bestimmt.Auch durch einen Geistlichen werden körperliche Züchtigungen durchgeführt.Der einzige Lichtblick ist der Gärtner,welchem er bei der Arbeit zur Hand geht.Er gibt ihm Herzenswärme und hilft in manchen verzweifelten Situationen.
Meine Meinung:
Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt. Der Schreibstil ist knapp und wirkt teilweise emotionslos, was zu Anfang gewöhnungsbedürftig war,im Nachhinein betrachtet aber gut zu dieser Geschichte passte. Meine Gefühle beim Lesen wechselten zwischen Traurigkeit, Mitleid mit einer geschundenen Kinderseele und Fassungslosigkeit über die Methoden, welche in diesem Erziehungsheim herrschen.
Die Liebe ,welche ihm der Gärtner zuteil werden ließ,gab ihm einen gewissen Halt,konnte aber die vielen anderen Defizite nicht ausgleichen.
Nach seinem vierjährigen Heimaufenthalt wird er,völlig verändert ,wieder ins Leben entlassen.Danach gibt es einen großen Zeitsprung und man erlebt den Protagonisten als alten,einsamen Mann .Demzufolge bleiben etliche lose Fäden,verbunden mit vielen Fragen zurück.Auch wenn dadurch Raum für eigene Gedanken bleibt, hätte ich gerne etwas über den dazwischen liegenden Zeitraum erfahren.
Die Geschichte läßt mich sehr nachdenklich zurück und wird noch etwas nachhallen.Von mir vier Sterne und eine Leseempfehlung.