Allmen und Herr Weynfeldt ist ein Roman, der vor allem über Ton und Tempo funktioniert: leichtfüßig, elegant und mit jener typisch suter'schen Nonchalance erzählt, die aus kleinen Beobachtungen einen vergnüglichen Sog macht. Man liest das in einem Zug weg - nicht, weil ständig große Überraschungen lauern, sondern weil die Szenen klug gebaut sind, die Dialoge sitzen und die Figuren mit feinem Humor gezeichnet werden.Seinen größten Reiz entfaltet das Buch dort, wo es weniger "Whodunit" sein will, sondern Gesellschaftsstück: der Blick auf Stil, Status und Selbstinszenierung, auf gepflegte Fassaden und die kleinen Risse darin. Die Begegnung zweier sehr unterschiedlicher Männer trägt die Handlung angenehm, und die Konstellation entwickelt Charme gerade aus dem Understatement - dem ständigen Mitdenken, was hier gesagt wird und was eben nicht.Als Krimi bleibt Allmen und Herr Weynfeldt allerdings eher konventionell. Die kriminalistische Ebene wirkt stellenweise wie ein Motor, der das Geschehen in Gang hält, ohne wirklich zu packen: vorhersehbare Wendungen, überschaubares Risiko, wenig echte Fall-Dramatik. Wer Spannung im klassischen Sinn sucht, wird das Finale womöglich als etwas zu glatt und banal empfinden.<div data-ad-height="250" data-ad-width="728">Unterm Strich: ein kurzweiliger, charmanter Roman mit Witz und Stil - als Krimi nur zweite Reihe, als literarisches Unterhaltungsstück dafür umso angenehmer.